Russland: Radio auf Rentierweiden

Große Ljachow-Insel im äußersten Norden von Russland. Foto: Boris Solovyev (cc-by-sa)
Nicht viel los, unbewohnt sogar: Die Große Ljachow-Insel. Andere Teile der Republik Jakutien sind auch nicht gerade dicht besiedelt, weshalb ein engmaschiges UKW-Sendernetz hier keinen Sinn ergibt. Mit Kurzwelle soll hier dennoch Hörfunk hörbar werden. Foto: Boris Solovyev (cc-by-sa)

Nicht überall sind moderne Medien und Smartphones bereits angekommen und etabliert, das dürfte jedem aufmerksamen Beobachter der internationalen Medienszene klar sein. Dass es aber Flecken auf der Erde gibt, in denen sogar UKW-Rundfunk nicht existiert – und auch kein anderes elektronisches Medium – dürfte manchen überraschen. Russland hat solche abgeschiedene Landstriche, etwa in Jakutien im Nordosten des Landes (offiziell bezeichnet als Sacha). In den nördlichen Teilen dieser Republik werde, so heißt es auf der Webseite der dortigen Regierung, noch ein „traditioneller, normadischer Lebenstil geführt“. Und für diese ablegen lebenden Menschen, hauptsächlich Fischer, Bauern und Jäger, soll jetzt wieder eine Radioversorgung aufgebaut werden: via Kurzwelle.Continue Reading

Wenn Droitwich funkt, lebt Großbritannien

Die skurrile Radio-Meldung des Tages.

Jeremy Corbyn ist Chef der britischen Labour-Party und will Premierminister werden. In einem vom Guardian veröffentlichten Bericht geht es unter anderem um seine Ablehnung von Atomwaffen. Und um die Szenarien, in denen die Nutzung von entsprechenden Raketensystemen von U-Booten aus doch erwogen bzw. empfohlen wird. Diese Szenarien seien seit dem Kalten Krieg so formuliert. Im einen Szenarium wird davon ausgegangen, dass Großbritannien weiterhin ein funktionierender Staat ist – im anderen geht man eben nicht mehr davon aus. Und ein Indiz dafür sei, so heißt es im Guardian-Text: Der Ausfall des Radioprogramms BBC Radio 4.Continue Reading

Adieu, Mittelwelle: Ein Stück Radiokultur verschwindet

Der Abschied vom Mittelwellenrundfunk geht weiter: Am Mittwoch wird um 12.45 Uhr der Bayerische Rundfunk seine vier Sender abschalten, die auf 729 kHz und 801 kHz das Programm von Bayern plus übertragen. Zuletzt hatten nach allen anderen ARD-Anstalten der Norddeutsche Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk die Verbreitung ihrer Programme auf Mittelwelle eingestellt, sodass ab Mittwochnachmittag nur noch der Deutschlandfunk und der Saarländische Rundfunk (Antenne Saar) aus Deutschland auf diesem Frequenzbereich ihre Programme ausstrahlen werden, bis dann an Silvester auch diese Wellen abgeschaltet werden. Abgesehen davon sendet auch das American Forces Network (AFN), der Soldatensender der US-Streitkräfte, momentan noch mit schwacher Sendeleistung auf zwei Mittelwellenfrequenzen, will sich davon aber bis Ende des Jahres ebenfalls trennen.

Sind diese Abschaltungen gerechtfertigt?Continue Reading

BBC will „World Service“ ausbauen und plant Radio für Nordkorea

Das Logo des BBC World Service vor einer Kurzwellen-Sendeantenne.

Schon seit vielen Jahren steht der britische Rundfunk vor großen Einsparungen – die BBC will effizienter und schlanker werden. Erst in diesem Sommer wurde bekannt: Mehr als 1000 Stellen bei der altehrwürdigen BBC werden gestrichen. Bereits vorher kam der Rotstift auch zum BBC World Service, jener Institution in der globalen Medienwelt, die in Kriegszeiten einst glaubwürdige Nachrichten aus London nach Deutschland sendete und auch an vielen anderen Orten der Welt für verlässliche und neutrale Berichterstattung steht. Trotzdem: Einzelne Sprachdienste wurden aus Kostengründen eingestellt, die Ausstrahlungswege verändert. Dabei wurden vor allem Mittel- und Kurzwellensender abgeschaltet, also jene Sender, die mit ihrem mittelmäßigen Klang und ohne Zusatzdienste so gar nicht in die digitale Welt des 21. Jahrhunderts passen.

Nun will die BBC ihre internationalen Rundfunksendungen offenbar wieder ausbauen.Continue Reading