Media Broadcast prüft Weiternutzung des Kurzwellensenders Wertachtal

Sendemasten in Wertachtal
Zwei von 29 Sendemasten in Wertachtal. Quelle: Wikimedia

Nach Recherchen des Medienmagazins vom RBB-Programm Radio Eins ist die Kurzwellen-Großsendeanlage Wertachtal im Allgäu derzeit außer Betrieb. Gegenüber DXaktuell.de bestätige ein Sprecher des Betreibers Media Broadcast den Sendestopp. Grund seien Umbauarbeiten, die gegenwärtig dort stattfinden würden. Gleichzeitig werde aber auch geprüft, in welcher Form die 1972 eröffnete Sendeanlage weiterhin effizient genutzt werden könne.

Der Sender Wertachtal ist eine von ehemals drei Großsendestellen, die einst von der Deutschen Welle genutzt wurden. Ein anderer Standort, das Kurzwellenzentrum Jülich, wurde nach dem Rückzug des deutschen Auslandsrundfunks an den religiösen Anbieter Christian Vision (CVC) verkauft, der ab 2009 keine Verwendung mehr für sie hatte und sie im folgenden Jahr abreißen ließ. Weiterhin auf Sendung ist der Sender Nauen, nördlich von Berlin. Er wurde bereit 1906 ins Leben gerufen, später für den DDR-Rundfunk ausgebaut und ist aktuell der letzte aktive Kurzwellensender der Media Broadcast in Deutschland. Gegenwärtig sei er, so der RBB, vollständig ausgelastet.

Die Zukunft des Senders Wertachtal ist ungewiss. Nach Angaben von Media Broadcast sei zum aktuellen Zeitpunkt keine Entscheidung gefallen, ob die Station tatsächlich endgültig stillgelegt wird.

Neben den Sendern in Wertachtal und Nauen existieren weitere Kurzwellenstationen für Rundfunkaussendungen in Lampertheim und Biblis in Hessen, die dem amerikanischen International Broadcasting Bureau gehörn und folglich ausschließlich von US-Auslandsrundfunksendern genutzt werden. Darüberhinaus sind mit Radio 700 aus Kall-Krekel (Eifel) und MV Baltic Radio in Göhren (nahe Schwerin) auch kleine Privatsender auf Kurzwelle zu hören.

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