Stimme Russlands: Keine analogen Kurzwellen mehr aus Moskau für Deutschland, nur 693 kHz verbleibt

Bereits im vergangenen Oktober wurde bekannt: Die Stimme Russlands steht vor massiven Kürzungen. Nach einem Tipp des Medienjournalisten Kai Ludwig im Kurzwellenforum „DXLD“ ist nun klar: Der russische Auslandsrundfunk wird analog ausschließlich auf die Mittelwelle 693 kHz vom Standort Zehlendorf bei Oranienburg, nördlich von Berlin, setzen. Alle anderen, analog betriebenen Frequenzen werden eingestellt, darunter auch die Mittelwellen aus Deutschland, der Schweiz (Monte Ceneri) und zahlreiche Kurzwellenfrequenzen für das deutsche Programm. Terrestrisch wird die „Voice of Russia“ mit ihrem deutschen Programm damit nur noch im Raum Berlin-Brandenburg auf Mittelwelle und über das digitale Sendesystem DRM empfangbar sein, das sich bisher jedoch in Ermangelung benutzerfreundlicher Empfänger nicht durchsetzen konnte.

Nähere Details: http://t.co/CKliwZ4W

19 Comments

  • Heinrich

    22. Dezember 2012 at 17:25

    Aber in ihren Hörerpostsendungen lesen sie laufend sehr gerne die Zuschriften vor, die sich lobend darüber äußern, dass die VOR noch analog sendet. Da werden sich diese Zuhörer aber arg getäuscht vorkommen.

  • Klaus-Dieter Scholz

    23. Dezember 2012 at 23:14

    Ein paar Rubel aus den Verteidigungsausgaben in die Voice of Russia umleiten.
    Besser könnte Russland das Geld nicht anlegen. Schade. Die 693 kHz kann nicht ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz versorgen. Moskau ist das aber egal. Man spart wieder einmal, koste es, was es wolle.

  • Heinrich

    24. Dezember 2012 at 09:30

    Gestern habe ich auch mal längere Zeit 693 kHz verfolgt. Ich kam zu demselben Ergebnis. Zu viele Gleichkanalstörungen, besonders am Abend. Tagsüber keine Störungen, dafür aber ein relativ schwaches Signal, ermüdungsfreies Hören nur mit guter Außenantenne. Da war selbst Samara um Längen besser, obwohl der Sender dort das Zuhören dank Netzbrumm und vielen Tonunterbrechungen auch nicht immer einfach machte.

  • WellenreiterBN

    24. Dezember 2012 at 18:34

    Die Kurzwelle stirbt unweigerlich,das ist leider so,früher sendete Radio Moskau noch mit bis zu 30 Frequenzen pro Stunde im englischen dienst,auch der sendet nur noch über einen „Strohhalm“,schade eigentlich,aber ich merke es an Mir selbst,Kurzwelle ,war gestern.

    Peter Kruse
    Redaktion Rundfunkstationen in Deutschland

  • Heiko

    24. Dezember 2012 at 19:49

    So ein Unfug, den die da betreiben! Ich war bisher auch Hörer der Stimme Russlands, in Österreich, über Kurzwelle (analog). Ein DRM- Radio habe ich zwar, konnte damit bisher aber kaum einen DRM- Sender hören und wenn doch, nur mit ständigen Aussetzern.
    Die sollten lieber DRM einstellen, das sich ohnehin nicht durchsetzt und lieber weiter über analoge KW senden. Ich hab bisher noch kein einziges, brauchbares DRM- Gerät finden können, weil sich kein Hersteller dafür interessiert.

    Was die sich da jetzt aufstellen, ist ein dreibeiniger Sägebock, der irgendwann umfällt. Von der 693kHz Frequenz, hat doch kaum einer was, Österreich schon gar nichts! Über die MW Frequenzen 1323 und 1431kHz, konnte man hier, in den Abendstunden, wenigstens noch einigermaßen zuhören. Da sollten die ihr Programm lieber über einen brauchbren KW- Sender ausstrahlen, der auch in D/A/CH zu hören ist.
    Aber die Verantwortlichen für diese Entscheidung, sind halt leider wie Kirchenorgeln. An den tonangebenden Stellen, da sitzen die Pfeifen.

  • Kay B.

    25. Dezember 2012 at 17:57

    Ich will hier ja niemandem persönlich auf den Schlips treten. Aber seit ihr noch zu retten, wenn ihr meint, daß es ein Enschnitt sei, wenn die AM-Ausstrahlungen gekürzt und eingestellt werden???

    Es ist nunmal so, daß die AM-Bereiche hierzulande für fast alle Menschen nicht mehr existieren und auch nicht mehr genutzt werden.

    Und selbst ich als Lang- und Mittelwellen-DXer würde mir es nicht antun und irgendwelche Sendungen gezielt und länger in einer auf 4,5 kHz begrenzten, dumpfen, meistens fadenden und von Störgeräusch belasteten NF anzuhören.

    Die Betriebskosten, die für einen AM-Sender nunmal astronomisch hoch sind, stehen in keinem Verhältnis mehr zur tatsächlichen Nutzung dieser Sender seitens der Hörer. Mit selbst einem Bruchteil des eingesparten Geldes (wer die Preise von Mädchen & Brotkasten kennt, kann sich die Kosten, die die Stimme Russlands hier für ihre AM-Ausstrahlungen hat, ausrechnen) könnte die Stimme Russlands schon einige Spartenprogramme etablieren.

    Für uns Rundfunk-DXer mag es schade sein, aber jeder, der meint, diese AM-Sender hätten hier in West- und Mitteleuropa noch eine wichtige Funktion zur Rundfunkversorgung, der redet sich irgendwas schön, ist in den 1960er Jahren stehen geblieben oder lebt in einer Phantasiewelt!!!

    Und außerdem ist es hier, gut 8 km von der Sendeanlage Wachenbrunn entfernt, extrem lästig, in fast jedem Elektrogerät und teilweise auch in Heizkörpern dieses russische Gebrabbel zu haben (soll jetzt nicht gegen die Inhalte der Stimme Russlands gerichtet sein). Auch ist es hier extrem lästig, jede Telephonleitung auf Ferritkerne aufwickeln zu müssen um das russische Gebrabbel im Telephon so weit zu reduzieren, daß man halbwegs telephonieren kann.

  • Klaus-Dieter Scholz

    25. Dezember 2012 at 20:49

    Kay B., es wurde aber auch nichts, absolut nichts seit Jahrzenten für die Erhaltung der Kurzwelle getan. Geräte? Die bauen die Chinesen. Und das besser als die „Alten“, wie Grundig, SONY usw. es konnten. Für mich ist und bleibt UKW:
    1. Extrem werbelastig und nur auf Musik getrimmt (private).
    2. Informationen gefiltert auf das, was man wissen soll. Eine Meldung aus der Welt, eine aus Deutschland, 2-3 aus Thüringen. Das wars. Das ist für mich Informationsvakuum. Wir sollen tatsächlich glauben, das die Welt sicherer als zur Zeit des Kalten Krieges ist. Ist sie aber nicht. Wir stehen vor neuen informationstechnischen Herausforderungen. Ohne grenzdurchbrechende Kurzwelle geht das aber kaum. (VR China, ein zukünftiges radikales Arabien, mit dem Finger am Ölhahn usw….).
    Internetfreiheit z. B. gibt es nicht. IP Filter, Nationale Firewalls (die Deutsche Welle wird in China geblockt!) oder eben gar kein Internet, sondern nur ein nationales überwachtes Netz (KDVR).
    Auch die deutsche Politik ist da blind, weil es dort auch keine Experten gibt, sondern nur Emporkömmlinge ohne Fachwissen auf dem Gebiet, wo sie Verantwortung tragen sollten.

  • Kay B.

    26. Dezember 2012 at 00:15

    @ Klaus-Dieter Scholz

    Da hast du ja auch nicht unrecht mit deinen Argumenten. Aber es ist halt nunmal so, daß sich den AM-Klang mit seiner dumpfen, fadenden und gestörten NF mit Interferenzpfeifen niemand mehr antut (DXer jetzt mal ausgenommen). Da würde auch ein besseres Angebot an entsprechenden Empfängern nichts dran ändern.

    Und es ist halt auch nicht zu verantworten, einen AM-Sender für mehrere Millionen Euro im Jahr zu betreiben, wenn nur ein paar Leute da tatsächlich zuhören.

    Es würden wohl bedeutend mehr Leute auf die Idee kommen, IP-Sperren mittels Proxy-Server zu umgehen als auf den AM-Bändern reinzuhören.

  • Nohab

    26. Dezember 2012 at 04:01

    Tja, so ist es leider. Und ich bin mir sicher, die 693kHz ist in den nächsten 1-2 Jahren ebenfalls dran.
    Wer sich die Stimme Rußlands dennoch antun möchte, hier die Transponder-Daten:
    WRN:
    13° Ost TP 94, 12597MHz, vertikal, Symbolrate: 27500, FEC: 3/4
    19.2° Ost TP 113, 12633MHz, horiz., Symbolrate: 22000, FEC: 5/6
    http://www.wrn.org/listeners/#voice-of-russia

    Angesichts der Tatsache, daß Russia Today mittlerweile flächendeckend per Sat
    zu empfangen ist, denke ich, es wird den gleichen Weg gehen wie die DW: Sat-TV & Internet.
    Die Stimme Rußlands wird es dann nicht mehr geben.
    Btw: http://www.lyngsat.com/tvchannels/ru/RT-English.html
    27 Transponder! Noch Fragen?

  • Heinrich

    26. Dezember 2012 at 11:33

    Einen überzeugten Jünger der iPad-Kauf- und Wegwerfgeneration wird man natürlich nicht davon überzeugen können, dass unkompliziertes Radio die einfachste Möglichkeit ist, an Informationen aus anderen Ländern zu gelangen. Ich für meinen Teil bevorzuge immer noch Radio, für das man keine teuren Mobilfunkverträge oder unsichere Internetverbindungen braucht. Für mich wäre es einfacher, die Stabantenne eines Empfängers herauszuziehen und den Einschaltknopf zu drücken als zensierte Internetproxys zu umgehen.
    Interferenzpfeifen gibt es selbst bei preiswerten „Plastikradios“ aus China schon seit Jahrzehnten nicht mehr und dumpfen Klang gibt es höchstens dank unzureichender Studio- und Sendetechnik (da hört sich dann auch der Internetstream nicht viel besser an).
    Die Aussage, dass „nur ein paar Leute“ Radio hören, lässt sich wohl nicht stichhaltig beweisen. Allein die Hörerpostsendungen (gerade auch die der „bisherigen“ Stimme Russlands) sprechen eine andere Sprache. Ich beziffere die Zahl derer, die z. B. weltweit von der Deutschen Welle vor den Kopf gestoßen wurde, nicht auf „ein paar“, sondern auf mehrere Millionen.
    Gegen das Kostenargument lässt sich natürlich schwer etwas sagen. Eine Menschheit, die sich dazu entschlossen hat, das erwirtschaftete Geld vorwiegend fürs Militär und zur „Rettung“ von Schrottbanken auszugeben, hat für interkulturelle Belange natürlich kaum mehr etwas übrig.

  • Kay B.

    26. Dezember 2012 at 15:54

    @ Heinrich

    > Einen überzeugten Jünger der iPad-Kauf- und Wegwerfgeneration wird man natürlich nicht davon überzeugen können, dass unkompliziertes Radio die einfachste Möglichkeit ist, an Informationen aus anderen Ländern zu gelangen.

    Das fehlende Interesse an den AM-Bereichen ist nicht nur eine Sache der jüngeren Generationen. Auch alle älteren Leute, die noch bis ins späte Erwachsenenalter mit AM aufgewachsen sind, tuen sich das nicht mehr an. Solange der örtliche Schlagermusikdudler (SWR 4, MDR 1…) auf UKW in Stereo kommt, reicht denen das. Kommt einer dieser älteren Generationen unbewußt mal auf die AM-Taste, dann „ist das Radio kaputt“ und wir müssen anrücken und wieder FM einstellen. 😀

    > Ich für meinen Teil bevorzuge immer noch Radio, für das man keine teuren Mobilfunkverträge oder unsichere Internetverbindungen braucht.

    Ja, und die meisten Menschen sehen das ja auch so. Es geht hier aber um die AM-Bereiche, und die nutzt halt so gut wie keiner mehr. UKW scheint hingegen unantastbar zu sein, sodaß jeglicher digitale Rundfunk bisher sich die Zähne daran ausgebissen hat, UKW abzulösen.

    > Für mich wäre es einfacher, die Stabantenne eines Empfängers herauszuziehen und den Einschaltknopf zu drücken als zensierte Internetproxys zu umgehen.

    Proxies sind dazu da um Zensur zu umgehen. Also ein zensierter Proxy wäre Unsinn.

    > Interferenzpfeifen gibt es selbst bei preiswerten “Plastikradios” aus China schon seit Jahrzehnten nicht mehr und dumpfen Klang gibt es höchstens dank unzureichender Studio- und Sendetechnik (da hört sich dann auch der Internetstream nicht viel besser an).

    Der dumpfe Klang, das Interferenzpfeifen und Fading haben kaum was mit dem Radio zu tun, sondern sind halt eine Eigenschaft des Übertragungsstandards (Begrenzung der NF auf 4,5 kHz) und der Ausbreitungsbedingungen (immense Unterschiede in der Tag- und Nachtreichweite) in den AM-Bereichen.

    > Allein die Hörerpostsendungen (gerade auch die der “bisherigen” Stimme Russlands) sprechen eine andere Sprache.

    Klar, die Auslandsdienste haben auf den AM-Bereichen zwar eine elitäre, aber denoch kleine Hörergemeinschaft. Das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen ist aber einfach zu groß, selbst für Auslandsdienste, bei denen die Kosten nur drittrangig sind.

    > Ich beziffere die Zahl derer, die z. B. weltweit von der Deutschen Welle vor den Kopf gestoßen wurde, nicht auf “ein paar”, sondern auf mehrere Millionen.

    Und woher hast du diese konkrete Zahl?

    > Gegen das Kostenargument lässt sich natürlich schwer etwas sagen. Eine Menschheit, die sich dazu entschlossen hat, das erwirtschaftete Geld vorwiegend fürs Militär und zur “Rettung” von Schrottbanken auszugeben, hat für interkulturelle Belange natürlich kaum mehr etwas übrig.

    Ja, das klingt echt paradox. Aber es ist nunmal l e i d e r so, daß von diesen Schrottbanken unsere ganze Wirtschaft abhängt. Und wenn diese völlig zusammenbricht haben wir ein weitaus größeres Problem als wenn ein paar Radioenthusiasten keine Auslandsdienste mehr in ihren alten Weltempfängern mehr empfangen können.

    Es wird auch immer gerne das Argument angebracht, daß die Ausstrahlung der Auslandsdienste deshalb sinnvoll sei, damit man im Urlaub Nachrichten aus der Heimat hören kann. Aber zeigt mir bitte mal eine nennenswerte Zahl n o r m a l e r Menschen (also nicht aus unserem Kreis der Radioenthusiasten), die einen Weltempfänger überhaupt besitzen und auch noch mit in den Urlaub nehmen?

    Da ist es heutzutage weitaus wichtiger, daß am Urlaubsort ein Hotspot für das Smartphone und das Netbook vorhanden ist um die gemachten Photos in Echtzeit auf facebook zu posten.

    Das ist halt nunmal die Weiterentwicklung der Gesellschaft – egal, ob es einem gefällt oder nicht.

  • Klaus-Dieter Scholz

    26. Dezember 2012 at 16:43

    Natürlich gibt es im Web Listen von Proxyservern. Aber mal ehrlich:
    -Wer kennt sich damit aus?
    -Wer denkt denn tatsächlich, das die Proxys nicht gleich mit auf der Internetsperrliste landen. So doof sind die Experten der „anderen Seite“ nun auch nicht, um solche Lücken offen zu lassen.
    -Kostet das Betreiben einer Kurzwellenstation tatsächlich so unerträglich viele Millionen Euro? Wenn eine KW/h 1 Euro kosten würde wären das 100 Euro/h bei 100 KW Sendeleistung. Natürlich ohne Personal- und Wartungskosten. Ob ein Patriot-Raketensystem effektiver ist, wage ich zu betweifeln. Wir dürfen hier nicht immer von der Kurzwelle für Europa reden oder schreiben. Es geht um den Nahen Osten, China oder diverse Diktaturen. Und um das Bild Deutschlands in der Welt, um einmal die VoR außen vor zu lassen.

  • Kay B.

    26. Dezember 2012 at 19:10

    @ Klaus-Dieter Scholz

    > Wer kennt sich damit aus?

    Das dürften derweil immerhin mehr sein, als jene die sich mit dem Kurzwellenempfang auskennen, wenn man eine altersmäßige Betrachtung mal außer Acht läßt. Ottonormalo beschäftigt sich spätestens damit, wenn bei youtube ein Video mal wieder durch die GEMA gesperrt worden ist.

    > Wer denkt denn tatsächlich, das die Proxys nicht gleich mit auf der Internetsperrliste landen. So doof sind die Experten der “anderen Seite” nun auch nicht, um solche Lücken offen zu lassen.

    Das wird reichlich kompliziert und aufwändig, die sich ständig ändernden Adressen von Proxies zu sperren. Diesen Aufwand treiben allenfalls Diktaturen und totalitäre Regime.

    > Kostet das Betreiben einer Kurzwellenstation tatsächlich so unerträglich viele Millionen Euro?

    Kurzwelle mag noch gehen. Da kann man durch Multihop mit wenigen KW reichweitenmäßig was reißen. Aber wenn man die ganzen Mittelwellensender, die die Stimme Russlands hier in Deutschland betreibt, mal zusammenzählt, dann kommt man da schon auf eine stattliche Summe. Allein die Stromkosten, die in Wachenbrunn anfallen, dürften nicht ganz ohne sein.

    Da erreicht man mit einem Kurzwellensender, der „nur“ ein Zehntel der Leistung in Wachenbrunn hat, wahrscheinlich flächenmäßig mehr. Ist dann halt auch jahreszeiten- und sonnenfleckenabhängig, was aber die paar gezielten AM-Hörer nicht abschrecken dürfte.

    > Ob ein Patriot-Raketensystem effektiver ist, wage ich zu betweifeln.

    Ja, klar. Da gibt es aber noch bestimmt 1000 Sachen, die noch wichtiger sowohl als irgendwelche Raketensysteme wie auch AM-Ausstrahlungen sind. Wir Deutschen vergraben einen funktionierenden Bahnhof für mehrere Milliarden Euro. Dagegen wird der öffentliche Personennahverkehr aber so zusammengestrichen, daß es für ältere Leute auf dem Dorf teilweise unmöglich ist, einen Arzt in der nächstgelegenen Stadt aufzusuchen.

    Also eine Debatte über Dinge, die weitaus teurer als AM-Ausstrahlungen sind, zu führen, bringt uns hier nicht weiter.

    Wir müssen uns halt damit abfinden, daß die AM-Bereiche hier in West- und Mitteleuropa nur noch von Enthusiasten genutzt werden und das Kosten-Nutzenverhältnis unverhältnismäßig groß ist.

    > Wir dürfen hier nicht immer von der Kurzwelle für Europa reden oder schreiben. Es geht um den Nahen Osten, China oder diverse Diktaturen. Und um das Bild Deutschlands in der Welt, um einmal die VoR außen vor zu lassen.

    Ja, da hast du natürlich Recht, daß das in anderen Regionen der Welt ganz anders aussieht. Es geht hier aber um die AM-Ausstrahlungen der Stimme Russlands in Deutschland. Und hier sendet die Stimme Russlands auf AM nunmal ins Leere.

  • klani

    27. Dezember 2012 at 16:45

    Das war doch seit langem mal wieder eine „richtige“ Diskussion! Mal abesehen vom eigentlichen Gegenstand fand ich am interesantesten was @Kay B. über den Empfang von 1431 khz in der Nähe von Wilsdruff auf Heizkörpern und Telefonkabel berichtete. Wenn ich mich recht erinnere, hatte man auch schon mal (in uralten Radiozeiten) von Kleingärtnern (war es in Hamburg?) berichtet, die den dortigen MW-Sender anfangs für ihre Beleuchtung genutzt haben sollen…
    Nun aber noch ein ganz privater Gesichtspunkt. Obwohl in Reichweite des Wilsdruffer Senders wohnend werde ich die Stimme Rußland von dort nicht vermissen. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich, seit die VOR über DRM gesendet hat, vorrangig den Empfang über meine kleine Empfangsanlage („Pappradio“ und Magnetische LOOP-Antenne im Zimmer) bevorzugt habe.
    Das war gerade in der Zeit, als die VOR einige junge Leute in ihrer deutschen Redaktion beschäftigten, die sehr offen z. B. über die Demonstrationen in Moskau berichteten. Ich hatte damals versucht, einige Bekannte zu überzeugen, sich von dieser ungewohnten Berichterstattung über die Empfangsmöglichkeit „Mittelwelle“ selbst ein Bild zu machen. Ob sie das gemacht haben, kann ich nicht sagen, aber mittlerweile hat sich dies mit der Rückkehr von der VOR zur alten „Linie“ aber leider erübrigt…

  • Christian

    28. Dezember 2012 at 01:26

    „wenn eine KW/h 1 Euro kosten würde wären das 100 Euro/h bei 100 KW Sendeleistung.“

    Nee, aufgrund des Wirkungsgrades von AM Sender, muss man bei einem Class A Transmitter für 1kW (peak) HF Leitung ca. 3,8 kVA Leistung aufbringen. Der Wirkungsgrad lässt sich steigern, aber nicht auf 100%. D.h. für 100kW HF (Trägerleistung) = 400kW pep werden mal mindestens 200kW für den Träger verballert, wenn nicht noch mehr.

  • Kay B.

    28. Dezember 2012 at 18:26

    Ja, das bezieht sich aber auf moderne Sender mit Transistorendstufen.

    Bei Röhrensendern dürfte der Wirkungsgrad weit darunter liegen.

  • Michael L.

    29. Dezember 2012 at 17:30

    Nette Diskussion – Gruss an alle – auch ich bin traurig wegen der KW, aber ich stimme denen zu, das es der Lauf der Zeit ist, und Geld sollte auch VoR
    nicht aus dem Fenster werfen –
    ich würde manche KW – Sender gerne auf DAB+ hören -der erf ist dort jedenfalls schon prima angekommen – ein guter Tipp für Moskau oder Beijing. Gut finde ich auch die podcast Akttion von Radio 700. Siehe Bericht und Link auf dieser Seite bei den schon älteren Beiträgen.

  • tsk

    29. Dezember 2012 at 22:45

    Gottseidank wird die 1323 kHz endlich abgeschaltet.
    Das war schon lange notwendig, die reinste Energieverschwendung für ein Programm, das auf diesem Verbreitungsweg keine Zukunft hat.

    Podcast und Webstream sind die Zauberworte der Auslandsdienste. Das haben schon Radio Schweden, NRK, CRO und Co eingesehen. Selbst Radio Tirana ist mittlerweile längst im Internet zu hören.

    Möge die 1323 auf immer schweigen! Dann kann man vielleicht mal Radio Shkodra empfangen?! Bleibt zu hoffen, dass die 1215 aus Kenigsberg ihr folgen wird, damit die lästigen jahrzehntelangen Störungen von Virgin Radio aus London endlich ein Ende haben!

  • Heinrich

    1. Januar 2013 at 12:36

    Um wieder auf das Wesentliche zurückzukommen: 558, 1323 und 1431 sind weg. In Königslutter scheint aber heute keiner Dienst zu haben, der den Schalter betätigt. Dort läuft die Übertragung noch. Mal schauen, was morgen dort los ist.