HCJB nimmt eigenen Kurzwellensender in Deutschland in Betrieb

Wenn Kurzwellenhörer den Namen des ältesten Missionssenders der Welt lesen, denken sie gleich an Ecuador: Aus Quito sendet seit fast 80 Jahren „Radio HCJB“ christliche Programme in den verschiedensten Sprachen. Zum Einsatz kommen dafür u.a. Kurzwellensender in Quito selbst, in Australien, Chile und in Litauen, von wo u.a. deutsche HCJB-Sendungen für Mitteleuropa abgestrahlt werden. Nun wird ein neuer Standort in Betrieb genommen.

Ab August sollen auch aus Ostfriesland Kurzwellensendungen von der „Stimme der Anden“ ausgestrahlt werden. Dafür werden, in Rücksprache mit der Bundesnetzagentur, auf der Frequenz 3995 kHz Testsendungen durchgeführt. Maximal wird mit einer Leistung von 10 Kilowatt gesendet, zunächst sollen jedoch etwa 3 Kilowatt eingesetzt werden. Wie groß das Empfangsgebiet sein wird, kann noch nicht exakt bestimmt werden. Das Team der Sendeanlage versucht aber mit einem Halbwellendipol eine Signalausbreitung in Nord/Süd-Richtung zu erwirken. Empfangsbeobachtungen von Kurzwellenhörern sind gern gesehen, hieß es. Anfangs wird in AM oder im Einseitenbandverfahren mit vermindertem Träger gesendet; die Kurzwellenmacher haben sich aber ebenfalls DRM-Tests vorgenommen.

„Inhaltlich wollen wir ein vielfältiges, überkonfessionelles christliches Programm ausstrahlen, dass positiv die christliche Botschaft vermittelt, von der kulturellen Vielfalt erzählt, die die Welt zu bieten hat, aber auch zB. von den Problemen der dritten Welt oder auch über Einschränkungen der persönlichen Freiheit berichten – gerade auch in Bezug auf die freie Ausübung des christlichen Glaubens in restriktiven Systemen in Teilen der Welt“, heißt es von den Initiatioren des Projektes. Auf dem Programm werden selbstverständlich die bekannten HCJB-Sendungen in deutscher Sprache stehen, eventuell wird später eine Erweiterung des Sprachenangebots und die Aufnahme weiterer Programme vorgenommen.

Der Standort in Ostfriesland wäre der dritte, „kleine“, neue Kurzwellensender in Deutschland. 2008 startete Radio 700 mit einem Kurzwellensender in der Eifel nahe der Ortschaft Kall auf 6005 kHz (später auch 5980, 6085 kHz), in diesem Jahr folgten vereinzelte und unregelmäßige Tests von MV Baltic Radio aus Göhren (9480 kHz) in Mecklenburg-Vorpommern und einer Projektgruppe aus Bayern auf 6150 kHz. Außerdem gibt es neben Versuchssendungen aus Kall weitere Bestrebungen, auf dem AM-Bereich in Deutschland aktiv zu werden.

16 Comments

  • nixraff

    19. Juli 2011 at 11:21

    Moin,
    wo genau soll denn die Sendeantenne stehen?
    LG

  • Wolfgang Gröppel

    19. Juli 2011 at 19:24

    hey, mit dem Halbwellen Dipol reicht aus bis nach Süd Afrika zu kommen. Gruß Lobo

  • Karl-Heinz

    20. Juli 2011 at 20:45

    Wenn der Sender vor der Haustür ist, dann macht es kein spass.
    ich glaube ich räume meine sachen ein, im Internet kannste die Sender auch bekommen.

  • DXaktuell

    20. Juli 2011 at 20:48

    Na ja, die HCJB-Sendungen aus Quito, Chile, Australien und Litauen gibt es ja weiterhin. Also auch für den DXer ist HCJB weiterhin ein schönes Empfangsziel!

  • Enio de Moura Macedo

    24. Juli 2011 at 15:15

    Ja, Karl-Heinz, das macht viel Spass, wenn Sie einen Sender aus der anderen Seite der Welt mit nur einigen Dutzenden Watts Sendekräfte empfängst. Dafür brauchen Sie sehr gute Empfänger und Antenne. Aber der DXer kann auch Spass daran haben, auf den Gehalt der Sendungen passen, nicht wahr?

  • Michael

    25. Juli 2011 at 08:12

    was haben die in Kall fuer eine Antenne ? die kommen bei Frankfurt/M nur
    ganz schlecht an. Aber das mit dem DRM waere einen Versuch wert –

  • Marco

    28. Juli 2011 at 18:04

    @Karl-Heinz:
    Der Sender in Ostfriesland wird ja nicht der einzige Sender des deutschen Dienstes bleiben: Während der kommenden 12-18 Monate wird ja auch in Ecuador die neue Sendeanlage des deutschen Dienstes aufgebaut – mit einem 100 KW HC-100 Transmitter.

    Dann wird es auch wieder leichter, HCJB direkt aus Ecuador zu empfangen, denn der 10 KW-Transmitter auf der 6050, der ebenfalls dem deutschen Dienst gehört, ist hier ja recht schwierig zu bekommen…

    Herzliche Grüße,
    Marco

  • werner

    30. Juli 2011 at 21:14

    In den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts, war mir HCJB ein treuer Begleter in meinem Leben und ich erinnere mich gerne an die Zeit, morgens schon um 6 Uhr HCJB zu lauschen. Nun bin ich an einem Punkt, wo für mich der Standort des Senders Prio 2 hat und der Inhalt Prio 1… nichts für Ungut liebe DXer wie wir alle aus unseren Erfahrungen Wissen „Einmal DXer – immer DXer“ …. DANKE HCJB

  • Siegbert

    2. August 2011 at 12:18

    Hallo Michael, bei mir auf dem Frankfurter Berg kommt Kall mit allen TX meist gut bis zufriedenstellend an.

    Auf den HCJB-TX auf 3995 freue ich mich sehr. Ist schon bekannt, wann die Testsendungen starten sollen.

    Marco hat recht, wenn er sagt, dass HCJB eine interessante Station auch für DXer ist und bleibt. Ich bin übrigens seit 1970 im Hobby.

    73, Siegbert

  • Michael

    3. August 2011 at 10:39

    @Siegbert, auch Hallo, vieleicht liegts am px, ich hab dieses DRM Morphy
    mit einem Langendraht im Südtaunus auf dem Balkon und Kall ist nur ganz
    schlecht zu hören – gerne würde ich Minsk hören und habe es auch schon oft probiert. als DXer seit 1975 kann ich da auch fasst mithalten.Gruss auf den
    „Berg“.

  • nixraff

    9. August 2011 at 14:05

    ….um nochmal darauf zurückzukommen weil keiner darauf antwortet:

    WO in Ostfriesland ist der Sendestandort ????????????????????

    Ein bereits besrehender? Oder wird ein neuer gebaut und in Betrieb genommen?

    LG

  • Nixraffantwortgeber

    10. August 2011 at 10:45

    Warum fragst Du nicht bei HCJB direkt nach?

  • DXaktuell

    10. August 2011 at 10:47

    Weitere Details werden bald auch hier veröffentlicht, also abwarten und Sitkunai hören. 😉

  • Nixraff

    17. August 2011 at 22:33

    Tja, ich weiß wo der Sender stehen wird :)))

  • DXaktuell

    17. August 2011 at 22:36

    Na fein – dann können wir ja alle wieder beruhigt ins Bett gehen und dabei den Tönen aus Kall-Krekel lauschen, ja?

  • Karl-Heinz

    21. Oktober 2011 at 20:44

    Jo auch, wie soll ich das sagen, ich habe drei Sender auf der Welt bei denen ich hören kann ob sich das Reinhören lohnt.
    Damals und Heute ist die Weite spannend – kleine Leistung und weit weg, das wäre gut.
    Und wen nun so ein Sender vor der Türe ist, Nein nein nein.