BBC spart – Ende der MW 648 kHz, Nachfolger gefunden?

Der März 2011 wird ein schwarzer Monat für die traditionellen, internationalen Rundfunkbänder: Der BBC World Service, der Auslandsdienst Großbritanniens, wird sich von zahlreichen KW-Sendungen und seiner traditionsreichen Mittelwellenfrequenz 648 kHz verabschieden. Dies teilte der Sender heute mit.

Der BBC World Service wird seine Programme auf Albanisch, Mazedonisch, Serbisch und Portugiesisch (für Afrika) komplett einstellen. Ebenfalls beendet wird die Ausstrahlung des regionalen Rundfunkservices für die Karibik. Dazu kommt, dass die Hörfunkprogramme der folgenden Sprachdienste entfallen werden: Azeri, Chinesisch (Mandarin), Russisch, Spanisch (für Kuba), Türkisch, Vietnamesisch und Ukrainisch.

Im kommenden März werden die Kurzwellensendungen in Englisch Richtung Russland und in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion entfallen, aber auch das Programm auf Kirgisisch wird fortan nicht mehr auf Kurzwelle ausgestrahlt. Ebenfalls ab März beendet wird die KW-Verbreitung der Sendungen auf Hindi, Indonesisch, Nepali, Swaheli. Ebenfalls wird die Zukunft der KW-Sendungen für Bangladesh als unsicher bezeichnet. Zudem wird die Mittelwelle 648 kHz, die derzeit mit 500 Kilowatt das englische Programm für Zentraleuropa vom Standort Orfordness ausstrahlt, Ende März abgeschaltet.

Der BBC World Service konzentriert sich auf die Verbreitung via UKW-Partnerstationen, das Internet und andere neue Medien. Die BBC sieht 2014 alle Kurzwellensendungen eingestellt, abgesehen von wenigen Stunden Programm für Afrika und Asien.

Währenddessen formiert sich in Großbritannien und in den Niederlanden ein Projekt, welches sich für einen Erhalt der Mittelwelle 648 kHz einsetzt. Nach dem Sendeschluss des BBC World Service wolle man selbst ein Musikprogramm auf die Beine stellen. Derzeit steht das Projekt unter dem Arbeitstitel „UK International“ und soll sich an Auto- und LKW-Fahrer mit einem Top-40-Musikprogramm richten. Weitere Details sind bisher nicht bekannt. Ein ähnliches Projekt für die Niederlande ist bereits via Orfordness aktiv, auf der Frequenz 1296 kHz, die zeitweise vom BBC World Service für DRM-Versuchssendungen eingesetzt wird.

Weiterführende Informationen und Quellen:

6 Comments

  • Baumann Walter

    2. April 2011 at 11:58

    Ich weiss nicht, wieviele Jahre BBC auf 648 kHz mein Begleiter war. Im Auto habe ich weder Internet noch Satellit. Ich hätte nie geglaubt, dass bei den zustänigen Stellen derart kleinkarierte und vermutlich nicht gerade mit einem hohen Q ausgestattete Entscheidungsträger sitzen, die 648 einfach ohne Argumente abschalten liessen. Für mich exisitiert BBC World Service nicht mehr! Verwenden Sie die frei werdenden Finanzen für die königliche Hochzeit. Das ist ja schlussendlich für einen demokratisch denkenden Schweizer, wie ich es bin, bestimmt wichtiger….????…..als die Weiterführung der 648.Den Prgrammgestaltern gilt übrigens mein volles Lob

    Byby BBC Walter Baumann

  • Baumann Walter

    2. April 2011 at 18:31

    Baumann Walter:
    2. April 2011 um 11:58
    Ich weiss nicht, wieviele Jahre BBC auf 648 kHz mein Begleiter war. Im Auto habe ich weder Internet noch Satellit. Ich hätte nie geglaubt, dass bei den zustänigen Stellen derart kleinkarierte und vermutlich nicht gerade mit einem hohen Q ausgestattete Entscheidungsträger sitzen, die 648 einfach aus pekuniären Gründen abschalten liessen. Für mich exisitiert BBC World Service nicht mehr! Bitte verwenden Sie die frei werdenden Finanzen für die königliche Hochzeit. Das ist ja schlussendlich für einen demokratisch denkenden Schweizer, wie ich es bin, bestimmt wichtiger….????…..als die Weiterbenützung der 648.Den Prgrammgestaltern gilt übrigens mein volles Lob

    Byby BBC for ever – Walter Baumann

  • Jürgen

    27. April 2011 at 15:10

    Ja, wirklich schade. Seit dem viele seit der Kindheit vertraute AM-Stationen von den Bändern verschwunden sind, schweigen die schönen Weltempfänger (Satellit 700, Yaesu FRG 100, etc) öfters, dafür leistet das Internetradio in der Küche gute Dienste.
    Nur: Im Garten, auf der Radtour, der Dienstreise oder im Urlaub wird eben „normal“ Radio gehört. Und da war der starke Mittelwellensender der BBC eben meist gut zu hören. Auch mit recht einfachen Empfängern.
    Die 648 kHz abzuschalten war alles andere als klug. Jedenfalls für die Hörer, die außer Haus eben nicht online sind. Oder sein wollen!

  • Heinrich

    1. Mai 2011 at 11:45

    Es ist schon erschreckend, wie der freie Rundfunk zu Grabe getragen wird. Auch die DW hat angekündigt, dass sie ihre Ausstrahlungen auf KW ab Winter 2011 praktisch komplett einstellen wird. Nur noch Afrika sei für KW interessant, alle anderen Menschen auf der Welt wollen angeblich nur noch TV, Podcasts, Webradio und Radio per Mobilfunk, so die Argumente. Die Stammhörer hat dabei wohl niemand gefragt. Auch die Menschen in Ländern, denen der freie Zugang zu den digitalen Medien verwehrt wird, fragt keiner.
    Ich habe nichts gegen moderne Medien, ich will aber nicht gnadenlos vom Internet und Mobilfunkbetreibern abhängig sein. Mit dem allmählichen Verlust des frei zugänglichen Rundfunks verlieren wir ein Stück Kulturgut.

  • Volker

    16. Mai 2011 at 01:34

    Seit mehr als 50 Jahren hörte ich die BBC auf der Kurz- und der Mittel-
    welle. Bis in die Sechzigerjahre war die BBC die Topnachrichtenquelle. Der
    Niedergang der Insel spiegelt sich sehr deutlich in der BBC wider.
    Wissen eigentlich die Westeuropäer, welchen Schaden sie sich selbst
    zufügen wenn sie ihre Sender abschalten? Rußland und China denken nicht daran, ihre Anlagen stillzulegen, im Gegenteil, sie haben kräftig ausgebaut und beherrschen inzwischen die Szene. In beiden Ländern ist man offensichtlich nicht so kuzsichtig. Wer seine Sender abschaltet schaltet
    sich am Ende selbst ab. Good night Europe!

  • Ruth

    25. Mai 2011 at 17:12

    Im Winter sind wir nicht in Deutschland und da kann ich auch BBC nicht hören. Als wir lezte Woche Nach Hause kamen, war der erste Griff zum Radio. Kein BBC zu finden! Also am anderen Radio Sendersuche. Nichts!! Also lag es wohl nicht an mir. Blieb nur der PC. Ergebnis kann ich einfach nicht glauben. Dass es in GB nicht gerade gut läuft politisch und ökonomisch hat sich ja langsam rungesprochen. Aber so schlimm habe ich es mir nicht vorgestellt. Feiert weiter Hochzeit, liebe Engländer!!