Medienanstalt sucht Interessenten für Mittelwelle

Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommerns sucht Interessenten für den letzten Mittelwellensender ihres Bundeslandes. Die Frequenz 729 kHz am Standort Putbus auf Rügen wird zum 1. Oktober 2010 frei. Derzeit hält das Deutschlandradio die Lizenz für diese Frequenz inne, nutzt sie aber seit 1. Januar 2010 nicht mehr. Bis zu diesem Datum wurde von hier aus das Programm von „Deutschlandradio Kultur“ im digitalen DRM-Modus mit 1 kW verbreitet. Die technische Leistung der Station beträgt tatsächlich aber 10 kW und kann somit das nordöstliche Vorpommern, also Rügen, den Darß, Stralsund, Greifswald sowie Demmin, Anklam und Usedom versorgen. Zeitweise ist das Signal aber auch bis nach Südschweden und Schleswig-Holstein aufzunehmen..

Findet sich kein Nutzer für die Putbuser 729 kHz, dann würde dies höchstwahrscheinlich das Ende des Mittelwellenhörfunks in Mecklenburg-Vorpommern bedeuten, nachdem ähnliche Anlagen in den vergangenen Jahren demontiert wurden. So stehen bereits die Frequenzen 576 kHz, 558 kHz, 657 kHz, 999 kHz und 1017 kHz durch den Abriss der Senderstandorte in Schwerin, Helpterberg, Greifswald und Rostock nicht mehr zur Verfügung. Putbus könnte folgen. Diese Wellen wurden einst durch den DDR-Rundfunk genutzt, wurden teilweise später vom NDR für NDR Info oder N-JOY verwendet und / oder wurden an private Anbieter ausgeschrieben. Als Akteure seien die Jugendprogramme „Mega Radio“ und „Power Radio“ genannt, die nach einigen Betriebsjahren den Betrieb wieder aufgeben mussten. „Power Radio“, das in Kiel auf 612 kHz sendete, kam in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich nicht über wenige Tage Testbetrieb hinaus..

Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, die über die Vergabe der Rundfunkfrequenzen entscheidet, sucht nun „vor einer offiziellen rundfunkrechtlichen Ausschreibung zunächst nach Interessenten, die sich grundsätzlich im Bereich der Mittelwelle engagieren wollen, um mit ihnen gegebenenfalls über die Möglichkeit für eine künftige digitale Mittelwellen-Nutzung zu reden“, heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung. Interessenten dafür sollten sich bis spätestens Ende August bei der Medienanstalt melden, heißt es weiter.

Weiterführende Links und Quellen