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Screenshot www.radiodienst.pl

Screenshot www.radiodienst.pl

Dass hinter einem Auslandsradio nicht immer eine große, staatliche oder öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaftstehen muss, beweist nun das neue Portal RADIOdienst POLSKA. Gegründet wurde das neue Multimediaprojekt von ehemaligen Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Senders Polskie Radio, der im vergangenen Jahr seine deutschsprachigen Sendungen eingestellt hat.

Einige bekannte Stimmen sind nun auf radiodienst.pl wieder zu hören. Mehrfach pro Woche werden Berichte in Textform angeboten, immer zum Wochenende entsteht eine ca. 30-minütige Radiosendung, in der die Themen der Woche behandelt und besprochen werden. Der Fokus liegt, wie auch schon beim „offiziellen“ Auslandsdienst des polnischen Rundfunks, auf Berichten aus und über Polen, immer wieder auch mit Bezügen zu Deutschland.

RADIOdienst POLSKA auch auf Kurzwelle

Durch eine Kooperation mit dem Funkhaus Euskirchen e.V. bzw. Shortwaveservice.com, das den Kurzwellensender in Kall-Krekel (Eifel) betreibt, sind die wöchentlichen Sendungen von RADIOdienst POLSKA auch mit einem handelsüblichen Radio zu hören, zusätzlich zum Soundcloud-Stream auf der Homepage des Projektes. Die Frequenzen und Sendezeiten für die 30-minütigen Sendungen aus Warschau in deutscher Sprache lauten:

1630 UTC auf 6005 kHz
1530 UTC auf 7310 kHz
1930 UTC auf 3985 kHz

Die Zeitangeben sind in UTC-Weltzeit und entsprechen 18.30, 17.30 und 21.30 deutscher Zeit (MESZ). Parallel dazu ist das Programm auch im Livestream von www.shortwaveservice.com zu hören.

 

Sendeantenne in Kall-Krekel. Foto: shortwaveservice.com

Sendeantenne in Kall-Krekel. Foto: shortwaveservice.com

Für Segler auf Nord- und Ostsee sind Seewetterberichte im Radio ein beliebtes Hilfsmittel auf hoher See. Üblicherweise wurde dieser Service vom Norddeutschen Rundfunk und dem Deutschlandradio angeboten und auf Lang- und Mittelwelle ausgestrahlt. Mit der Einstellung der Langwellensendungen von Deutschlandradio Kultur und den Mittelwellenübertragungen des NDR verblieb jedoch einzig eine Mittelwellen-Frequenz des Deutschlandfunk, die zum Jahresende voraussichtlich ebenfalls abgeschaltet wird. Berichten der Fachzeitschrift YACHT oder den Kieler Nachrichten zufolge besteht jedoch weiterhin ein Interesse an Seewetterberichten auf einem analogen Übertragungsweg.

Das Funkhaus Euskirchen e.V. und das Unternehmen DP07 Seefunk aus Hamburg nahme dies als Anlass zu einer Kooperation: Vom Senderstandort Kall-Krekel in der Eifel werden von nun an täglich die Seewetterberichte ausgestrahlt, die DP07 Seefunk in Hamburg produziert. Das Unternehmen betreibt sonst üblicherweise nur mehrere UKW-Sender, deren Reichweite naturgemäß geringer ist als eine Kurzwellenfrequenz. Letztere können bis nach Nordeuropa und zum Mittelmeer hin empfangen werden. Nach einer zweitägigen Testsendung im März seien bereits über 100 Empfangsberichte bei DP07 Seefunk eingegangen. Das Unternehmen bietet Abonnements, mit denen die Ausstrahlung auf UKW und Kurzwelle finanziert wird. Ursprünglich nutze man auch die Sendeanlagen von Monaco Radio, die aufgrund eines technischen Defektes jedoch nicht mehr zur Verfügung stehen, wie es von DP07 heißt.

Auf den neuen, vom Funkhaus Euskirchen verwalteten Kurzwellenfrequenzen wird der „große“ Seewetterbericht gesendet, mit Informationen für die Seegebiete vom Eingang des Ärmelkanals bis Südnorwegen in die Nordsee, über die Seegebiete Kattegat, Skagerrak in die Ostsee, bis hinauf zum Finnischen Meerbusen.

Sendezeiten und Frequenzen des Seewetterberichtes

  • Montag-Sonntag um 0730 UTC auf 7310 kHz und 9560 kHz
  • Montag-Samstag um 1200 UTC auf 7310 kHz und 9560 kHz
  • Sonntag um 1200 UTC auf 9560 kHz

Unter anderem zur Verbreitung des Seewetterberichtes wurde in Kall-Krekel die neue Frequenz 9560 kHz in Betrieb genommen. Die o.g. Sendezeiten sind in UTC-Weltzeit und entsprechen 09.30 und 14.00 Uhr deutscher Zeit (MESZ). Die Sendungen sind mit handelsüblichen Radios / Weltempfängern zu hören.

 

Die Sendemasten in Pinneberg strahlen demnächst den Seewetterbericht aus.

Sendemasten in Pinneberg

Nach dem der Norddeutsche Rundfunk die Ausstrahlung seines Seewetterberichtes auf Mittelwelle beendet hat, will der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Kurzwellenanlage in Pinneberg bei Hamburg aufrüsten. Über die Sendestation werden bereits Wetterdaten für die Seeschifffahrt im Fernschreibverfahren (RTTY), als Wetterfax und nach dem NAVTEX-Standard auf Kurz- und Langwelle übertragen. Nun könnten Wetterberichte im 49-Meter-Kurzwellenband folgen, die auch mit herkömmlichen Radios gehört werden können – so wie beim Seewetterbericht vom NDR oder dem Deutschlandfunk – nur, dass diese Aussendungen künftig auf Kurzwelle stattfinden sollen.

Seewetterbericht drei mal täglich

Wie der DWD bestätigte, wird derzeit darüber beraten, ob die vorhandenen Antennen in Pinneberg geeignet sind, um Nord- und Ostsee abzudecken. Weitere technische Anschaffungen sind nach DWD-Informationen nicht nötig. Generell befänden sich die Planungen noch in einem frühen Stadium. Bei der Bundesnetzagentur sind jedoch schon folgende Frequenzen registriert:

0600-0630 Uhr UTC: 6040 kHz
1200-1230 Uhr UTC: 6040 kHz
2000-2030 Uhr UTC: 5905 kHz

Ob der in anderen Publikationen kommunizierte Starttermin von Testsendungen am 01.04.2015 eingehalten werden kann ist unklar, heißt es. Man geht von einem späteren Sendebeginn aus, so die Seeschifffahrtsbetreuung in Hamburg. Zwar würden Wetterdaten auch per NAVTEX in Schriftform gesendet, für Planungen sind Vorhersagezeitraum und Vorhersagegebiet sei das nicht ausreichend, so der DWD.

Skurrilerweise wäre damit das Seewetter des DWD die einzige regelmäßige Kurzwellensendung rundfunkähnlicher Art mit offiziellem Charakter aus Deutschland, nachdem die Deutsche Welle ihre Kurzwellensendungen auf Deutsch und über Sendeanlagen im eigenen Land überhaupt vor einigen Jahren eingestellt hatte.

Update 4.4.2015: Bisher sind keine Radiosendungen des DWD gestartet.

Weiterführende Informationen
Offizielle Homepage DWD Pinneberg

Sendeantenne in Nauen

Eine der Sendeantennen in Nauen bei Berlin

Seit Weihnachten 1953 bildet die NDR-Radiosendung „Gruß an Bord“ eine Brücke zwischen den Seeleuten auf den Meeren und ihren Angehörigen in Deutschland: Seeleute schicken Grüße in die Heimat, ihre Familien haben die Möglichkeit, ihren Lieben auf hoher See ein frohes Fest und ein gutes, neues Jahr zu wünschen. Damit die Besatzungen die Traditionssendung auch in fernen Häfen auf den Weltmeeren empfangen können, hat der NDR eigens für Heiligabend zusätzlich Kurzwellen-Frequenzen beim Sendernetzbetreiber „Media Broadcast“ angemietet. Zum Einsatz kommen, nach Angaben der Senderlisten von Eike Bierwirth unter eibispace.de die Sendestationen Nauen nahe Berlin, Issoudun in Zentralfrankreich und Moosbrunn in Österreich. Mittels Richtantennen werden diese Sendungen auf unterschiedlichen Frequenzen in die gewünschten Zielgebiete ausgestrahlt.

In der Zeit von 19.05-21.00 Uhr UTC (20.05-22.00 Uhr MEZ) sendet der NDR am 24. Dezember über folgende Frequenzen:

6125 kHz in Richtung Nordatlantik (via Nauen)
9685 kHz in Richtung Indischer Ozean-West (via Nauen)
9925 kHz in Richtung Atlantik / Indischer Ozean (Südafrika, via Issoudun)
11650 kHz in Richtung Atlantik-Süd (via Issoudun)
11800 kHz in Richtung Indischer Ozean-Ost (via Moosbrunn)

In der Zeit von 21.05-23.00 Uhr UTC (22.05-24.00 Uhr MEZ) am 24. Dezember über folgende Frequenzen:

6040 kHz in Richtung Nordatlantik (via Nauen)
9515 kHz in Richtung Indischer Ozean-West (via Nauen)
9765 kHz in Richtung Indischer Ozean-Ost (via Moosbrunn)
9880 kHz in Richtung Atlantik-Süd (via Moosbrunn)
9925 kHz in Richtung Atlantik / Indischer Ozean (Südafrika, via Issoudun)

Der NDR sendet Teil 1 von „Gruß an Bord“auf der Kurzwelle von 19.05-21.00 Uhr UTC, anschließend folgt von 21.05-22.00 Uhr UTC die Übertragung einer evangelischen Christmette aus der St. Nicolai-Kirche in Hamburg. Bis hierhin ist das Weihnachtsprogramm zeitgleich auch auf allen anderen Frequenzen von NDR Info zu hören, etwa den zahlreichen UKW-Frequenzen. Danach gibt es den zweiten Teil der Sendung „Gruß an Bord“, der üblicherweise in Ostfriesland zusammengestellt wird. Dieser Teil der Sendung ist ausschließlich auf Kurzwelle sowie den Verbreitungswegen von „NDR Info Spezial“ zu hören, also DAB+, Webradio, Satellit Astra und Mittelwelle (702 kHz, 792 kHz, 828 kHz, 972 kHz). Die Mittelwellensender sollen jedoch nach NDR-Angaben am 13. Januar 2015 abgeschaltet werden.

Quelle: Pressemitteilung des NDR, ergänzt durch weitere Informationen.

Funkerberg Königs Wusterhausen: Die Sendemasten der Antennenanlage für Welle 370 auf 810 kHz. Foto: DXaktuell.de

Die Sendemasten der Antennenanlage für 810 kHz auf dem Funkerberg.

Am Samstag, den 16. August geht erneut Welle 370 auf Sendung: Vom Funkerberg, der „Wiege des Rundfunks in Deutschland“ in Königs Wusterhausen südlich von Berlin-Schöneberg, wird ein örtliches Kultur- und Musikfestival radiophon begleitet. Eine Woche lang wird ein eigens produziertes Radioprogramm auf Mittelwelle über die historische Antennenanlage ausgestrahlt.

Eingesetzt wird, wie in den vergangenen Jahren auch schon, die Frequenz 810 kHz. Aufgrund der niedrigen Sendeleistung von nur 9 Watt ist ein Empfang über die Ortsgrenzen hinaus nur unter Störungen oder gar nicht möglich. Dennoch freut man sich über die Empfangsbeobachtungen aller Hörer. Man ist täglich von 14.00 bis 21.00 Uhr Ortszeit on air, veranstaltungsabhängig ggf. auch länger. Zudem werden einzelne Konzerte und Events live übertragen.

Zusätzlich wird im Rahmen einer Kooperation mit dem Betreiber des Kurzwellensenders Kall-Krekel (Eifel) täglich eine Zusammenfassung der Ereignisse auf dem Funkerberg auf Kurzwelle ausgestrahlt und auch als Livestream angeboten. Die genauen Frequenzen und Sendezeiten vom 17. bis 24. August:

1330 UTC (15.30 deutsche Zeit) auf 7310 kHz
1430 UTC (16.30 deutsche Zeit) auf 6005 kHz
1930 UTC (21.30 deutsche Zeit) auf 3985 kHz

 

Weiterführende Informationen
Homepage von Welle 370
Shortwaveservice.com: Sendeplan

 

1972 war es soweit: Eine neue Kurzwellen-Rundfunksendeanlage ging auf Sendung. Zwischen Ettringen und Lamerdingen nahe Landsberg am Lech hatte man innerhalb von drei Jahren einen Sender aus dem Boden gestampft, der die Programme der Deutschen Welle in den verschiedensten Sprachen rund um die Welt senden sollte (und die gerade stattfindende Olympiade ebenfalls). Drei riesige Antennenwände und verschiedene kleinere Anlagen konnten zeitgleich in alle Ecken der Welt strahlen.

Sendeantennen

Doch im Mai 2013 gab es keine Olympiade und keine Deutsche Welle mehr, die noch auf Deutsch sendete oder überhaupt noch aus Deutschland strahlen wollte. Andere Anbieter, vornehmlich religiöser Natur, nutzen Wertachtal noch weiterhin.

Ausgelastet war die Station aber nicht mehr. Das Betreiberunternehmen, die Media Broadcast GmbH, entschiedsich folglich dazu, die Antennen abreißen zu lassen. Ab Spätsommer / Herbst 2014 soll damit begonnen werden.

Weitere Bilder und Details finden sich u.a. auf Wikipedia. Künftig sollen auf dem Gelände Windkraftanlagen stehen, nachdem bereits Solarpanele angebracht wurden (interessantes Video hier).

Kurz vorher konnten einige Funkamateure und Radioenthusiasten noch einmal einen Blick in die „Rundfunksendestelle Wertachtal“ erhaschen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sender Wertachtal

Antennentürme des Senders Wertachtal

Der Betreiber der Sendeanlage Wertachtal in der Nähe von Amberg/Schwaben (Bayern) hat offiziell bekannt gegeben, dass das traditionsreiche Sendezentrum abgerissen wird. Von hier wurden bis zum 1. April 2013 Radioprogramme per Kurzwelle für nationale und internationale Programmanbieter weltweit ausgestrahlt.

Wie die Media Broadcast GmbH begründet, sei aufgrund sinkender Nachfrage nach der Radioverbreitung per Kurzwelle der Standort nicht mehr kostendeckend zu betreiben gewesen. Die Demontage der rund 70 Antennen und 30 Turmanlagen soll bis Ende 2014 erfolgen. Details zur Demontage stehen laut einer Pressemitteilung erst nach Beauftragung externer Anbieter fest. Die Zukunft des Geländes ist nicht entschieden, inzwischen wurden jedoch auch Solaranlagen auf dem Grundstück aufgebaut.

Die Sendeanlage Wertachtal strahlte bis zum 1. April 2013 Radioprogramme per Kurzwelle weltweit aus. Zu den Kunden gehörten u.a. die Deutsche Welle, Voice of America, Radio Netherlands Worldwide oder Radio Croatia. Auch das Programmanbieter wie Radio 700 oder Radio HCJB (Die Stimme der Anden) gingen hier auf Sendung. Dafür wurden rund 70 Antennen eingesetzt, die zwischen 30 Türmen mit einer Höhe von bis zu 125 Metern aufgespannt sind. Die Programmverbreitung erfolgte mit 16 Sendern, wovon 14 Transmitter mit einer Leistung von 500 kW, die übrigen Sender mit 100 kW betrieben wurden.

Die Anlage nahm ihren Sendebetrieb im Frühjahr 1972 anlässlich der Olympischen Spiele in Deutschland auf. Mit der Einstellung des regulären Sendebetriebes im April 2013 fungierte Wertachtal als Back up Kurzwellenanlage für den Standort Nauen, der ebenfalls von der Media Broadcast betrieben wird. Dieser Standort fungiert bereits seit 1906 als Funksendestelle (auch zur Kommunikation mit den deutschen Kolonien), wurde dann später für den DDR-Rundfunk und im Anschluss die Deutsche Welle umgerüstet, die jedoch inzwischen ebenfalls auf eine Nutzung verzichtet (DXaktuell.de berichtete). Durch mehrere sogenannte Drehstandantennen kann der Sender Nauen flexibler genutzt werden. Eine dritte Kurzwellen-Sendestation in Jülich wurde ab 2010 demontiert. Media Broadcast verteilt inzwischen viele Ausstrahlungen seiner Kunden darüber hinaus auf die Sendeanlagen Issoudun (Frankreich) und Moosbrunn (Österreich).

 

Weiterführende Informationen
Ausführlicher Wikipedia-Artikel
Viele Hintergrundinfos und Fotos
Verbleibender KW-Sendeplan der Media Broadcast (PDF)
Fotos und Hintergrundinfos (RBB)

Bildquelle: Wikipedia-User „Midnightfun“ (CC-BY-SA)