Adieu, Mittelwelle: Ein Stück Radiokultur verschwindet

Einer der Mittelwellensender des BR steht auf dem Dillberg bei Nürnberg.
Einer der Mittelwellensender des BR steht auf dem Dillberg bei Nürnberg.

Der Abschied vom Mittelwellenrundfunk geht weiter: Am Mittwoch wird um 12.45 Uhr der Bayerische Rundfunk seine vier Sender abschalten, die auf 729 kHz und 801 kHz das Programm von Bayern plus übertragen. Zuletzt hatten nach allen anderen ARD-Anstalten der Norddeutsche Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk die Verbreitung ihrer Programme auf Mittelwelle eingestellt, sodass ab Mittwochnachmittag nur noch der Deutschlandfunk und der Saarländische Rundfunk (Antenne Saar) aus Deutschland auf diesem Frequenzbereich ihre Programme ausstrahlen werden, bis dann an Silvester auch diese Wellen abgeschaltet werden. Abgesehen davon sendet auch das American Forces Network (AFN), der Soldatensender der US-Streitkräfte, momentan noch mit schwacher Sendeleistung auf zwei Mittelwellenfrequenzen, will sich davon aber bis Ende des Jahres ebenfalls trennen.

Sind diese Abschaltungen gerechtfertigt?Weiterlesen

RADIOdienst POLSKA: Neues Auslandsradio aus Polen

Screenshot www.radiodienst.pl
Screenshot www.radiodienst.pl

Dass hinter einem Auslandsradio nicht immer eine große, staatliche oder öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaftstehen muss, beweist nun das neue Portal RADIOdienst POLSKA. Gegründet wurde das neue Multimediaprojekt von ehemaligen Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Senders Polskie Radio, der im vergangenen Jahr seine deutschsprachigen Sendungen eingestellt hat.

Einige bekannte Stimmen sind nun auf radiodienst.pl wieder zu hören. Mehrfach pro Woche werden Berichte in Textform angeboten, immer zum Wochenende entsteht eine ca. 30-minütige Radiosendung, in der die Themen der Woche behandelt und besprochen werden. Der Fokus liegt, wie auch schon beim „offiziellen“ Auslandsdienst des polnischen Rundfunks, auf Berichten aus und über Polen, immer wieder auch mit Bezügen zu Deutschland.

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Seewetterbericht auf Kurzwelle: DP07 startet Sendebetrieb

Sendeantenne in Kall-Krekel. Foto: shortwaveservice.com
Sendeantenne in Kall-Krekel. Foto: shortwaveservice.com

Für Segler auf Nord- und Ostsee sind Seewetterberichte im Radio ein beliebtes Hilfsmittel auf hoher See. Üblicherweise wurde dieser Service vom Norddeutschen Rundfunk und dem Deutschlandradio angeboten und auf Lang- und Mittelwelle ausgestrahlt. Mit der Einstellung der Langwellensendungen von Deutschlandradio Kultur und den Mittelwellenübertragungen des NDR verblieb jedoch einzig eine Mittelwellen-Frequenz des Deutschlandfunk, die zum Jahresende voraussichtlich ebenfalls abgeschaltet wird. Berichten der Fachzeitschrift YACHT oder den Kieler Nachrichten zufolge besteht jedoch weiterhin ein Interesse an Seewetterberichten auf einem analogen Übertragungsweg.Weiterlesen

Deutscher Wetterdienst will neue KW-Sendungen starten

Die Sendemasten in Pinneberg strahlen demnächst den Seewetterbericht aus.
Sendemasten in Pinneberg

Nach dem der Norddeutsche Rundfunk die Ausstrahlung seines Seewetterberichtes auf Mittelwelle beendet hat, will der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Kurzwellenanlage in Pinneberg bei Hamburg aufrüsten. Über die Sendestation werden bereits Wetterdaten für die Seeschifffahrt im Fernschreibverfahren (RTTY), als Wetterfax und nach dem NAVTEX-Standard auf Kurz- und Langwelle übertragen. Nun könnten Wetterberichte im 49-Meter-Kurzwellenband folgen, die auch mit herkömmlichen Radios gehört werden können – so wie beim Seewetterbericht vom NDR oder dem Deutschlandfunk – nur, dass diese Aussendungen künftig auf Kurzwelle stattfinden sollen.

Seewetterbericht drei mal täglich

Wie der DWD bestätigte, wird derzeit darüber beraten, ob die vorhandenen Antennen in Pinneberg geeignet sind, um Nord- und Ostsee abzudecken. Weitere technische Anschaffungen sind nach DWD-Informationen nicht nötig. Generell befänden sich die Planungen noch in einem frühen Stadium. Bei der Bundesnetzagentur sind jedoch schon folgende Frequenzen registriert:

0600-0630 Uhr UTC: 6040 kHz
1200-1230 Uhr UTC: 6040 kHz
2000-2030 Uhr UTC: 5905 kHz

Ob der in anderen Publikationen kommunizierte Starttermin von Testsendungen am 01.04.2015 eingehalten werden kann ist unklar, heißt es. Man geht von einem späteren Sendebeginn aus, so die Seeschifffahrtsbetreuung in Hamburg. Zwar würden Wetterdaten auch per NAVTEX in Schriftform gesendet, für Planungen sind Vorhersagezeitraum und Vorhersagegebiet sei das nicht ausreichend, so der DWD.

Skurrilerweise wäre damit das Seewetter des DWD die einzige regelmäßige Kurzwellensendung rundfunkähnlicher Art mit offiziellem Charakter aus Deutschland, nachdem die Deutsche Welle ihre Kurzwellensendungen auf Deutsch und über Sendeanlagen im eigenen Land überhaupt vor einigen Jahren eingestellt hatte.

Update 24.8.2015: Bisher sind keine Radiosendungen des DWD gestartet.

Update 21.10.2015: In den vergangenen Tagen wurden Testsendungen des DWD beobachtet. (A-DX)

Weiterführende Informationen
Offizielle Homepage DWD Pinneberg