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Anlässlich der International Broadcasting Convention (IBC) in Amsterdam wird der Langwellensender Kalundborg (Dänemark) eine DRM-Ausstrahlung in Zusammenarbeit mit der BBC, dem DRM-Konsortium und dem Senderhersteller Nautel durchführen. Ausgestrahlt werden soll auf der Frequenz 243 kHz vom 6. bis 12. September 2012 die BBC-Sendung “The Strand” von 07.20-09.35 Uhr UTC sowie von 16.30-03.35 Uhr UTC. Damit soll den Messebesuchern in Amsterdam das digitale Sendesystem Digital Radio Mondiale demonstriert werden. Jedoch hat auch diese Ausstrahlung Testcharakter, da es in der Nacht zu Unterbrüchen der Sendung kommen kann, wie das DRM-Konsortium aus London verlauten ließ.

Der Sender Kalundborg (Foto) wird abgesehen von diesen Tests weiterhin die Sonderprogramme (Seewetter, nautische Nachrichten etc.) von Danmarks Radio in analoger Modulation ausstrahlen.

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Weiterführende Informationen:

– Sender Kalundborg wieder in Betrieb: http://www.dxaktuell.de/?p=1770

– Forum für Empfangsberichte: http://www.drmrx.org/forum/showthread.php?t=2431

– Weitere Fotos der Anlage in Kalundborg sind unter http://de.wikipedia.org/wiki/Radiosender_Kalundborg zu finden. Das hier gezeigte Bild zeigt die 118 m hohen Langwellenmasten (nach Alexanderson). Es wurde unter einer CC-Lizenz von Søren Wedel Nielsen veröffentlicht.

Der 1.11.2011 war nicht nur Feiertag in einigen Bundesländern, sondern auch ein Freundentag für Freunde des Digitalradios. Gleich in zwei europäischen Ländern gab es nennenswerte Neuerungen, die einschneidenste vermutlich in Dänemark. Hier wechselte, DXaktuell.de berichtete, die Kulturwelle des öffentlich-rechtlichen Danmarks Radio “P2″ ins DAB-Digitalradio und verbleibt auf UKW nun nur noch im Time-Sharing-Betrieb mit dem Infosender “DR P1″. Wer die Sendungen der beiden Programme also weiterhin als Vollprogramm den ganzen Tag über empfangen möchte, muss auf digitale Empfangswege wie Satellit, Kabel, Internet oder eben DAB wechseln. Die UKW-Frequenzen von DR P2 übernahm auf einen Regierungsbeschluss hin das neue Talk- und Kulturradio “Radio 24syv” (Radio 24sieben), welches durch Rundfunkgebühren und Anfangs den Staat direkt finanziert wird. Sendestart erfolgte heute um fünf Minuten nach Mitternacht:

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Doch auch etwas weiter südlich wurde neues im Digitalfunk gestartet: Die Regiocast machte ihre Ankündigung aus der vergangenen Woche wahr und schaltete als ihr drittes Programm in den Morgenstunden “Sunshine Live” im bundesweiten Digitalradio-Multiplex auf. “SSL”, wie der Sender gerne abgekürzt wird, erweitert das Angebot von bisher 13 Sendern auf DAB+ um ein neues Programm und eine neue Musikfarbe, schließlich war elektronische Musik dort bisher nicht zu hören und stellt auch in den Radiolandschaften der meisten Bundesländern ein Novum dar.

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Weiterführende Informationen:

http://www.radio24syv.dk

– DXaktuell.de: DR P2 schaltet UKW ab, 24Syv kommt: http://www.dxaktuell.de/?p=1992

– Medienpolitischer Hintergrund: http://www.cphpost.dk/component/content/article…nt&page=

http://www.sunshine-live.de

– DXaktuell.de: Ankündigung: SSL im Digitalradio: http://www.dxaktuell.de/?p=2086


11x DR, 3 Privatradios und 24syv: DAB ab 1.11. in Dänemark

Während das digitale Radio in Deutschland erst in vor wenigen Wochen offiziell auf Sendung ging, feiert man in Dänemark im kommenden Jahr sein zehnjähriges DAB-Jubiläum. Aber wie erfolgreich ist das Digitalradio bei unseren nördlichen Nachbarn derzeit und warum könnte es in den kommenden Monaten noch einen zusätzlichen Schub erleben?

 

Für viele Hörerinnen und Hörer wird es eine große Umstellung: Wer derzeit die Programme des öffentlich-rechtlichen Danmarks Radio „DR P1“ oder „DR P2“ analog-terrestrisch verfolgt, der muss ab November diesen Jahres entweder mit einem Time-Sharing-Betrieb vorlieb nehmen oder komplett auf DAB oder Internetradio umstellen, denn Danmarks Radio verliert eine landesweite UKW-Senderkette. Grund dafür ist ein Regierungsbeschluss: Das Monopol von Danmarks Radio soll geschwächt werden, ein neuer Kanal namens „Radio 24syv“ (Radio 24sieben) wird geschaffen. Das neue Talkradio, welches dann übrigens auch über eine schwache UKW-Frequenz des NDR-Senders Flensburg-Fuchsberg zu hören sein wird, bekommt alle Frequenzen der Kulturwelle DR P2 und zudem noch für die ersten acht Jahre einen ordentlichen finanziellen Schub aus der Kasse der dänischen Gebührenzahler.

 

Wer die beiden DR-Programme also weiterhin empfangen möchte, hat die Wahl: Zur Auswahl stehen die UKW-Frequenzen des ersten Programms, auf denen ab 1.11.2011 abends ausgewählte Kultursendungen von P2 übernommen werden oder digitale Verbreitungswege, auf denen P1 und P2 weiterhin als eigenständige Wellen bestehen bleiben werden.

Einer dieser digitalen Verbreitungswege ist das Digitalradio DAB mit seinen beiden, landesweit empfangbaren Multiplexen. Anders als in Deutschland sind alle Sender dort in der alten Norm DAB nach MP2-Codec zu empfangen. Ein plötzlicher Umstieg auf das neue DAB+ wäre unverantwortlich, denn alte DAB-Geräte können das neue DAB+-Signal nicht wiedergeben – und von diesen gibt es in Dänemark schon einige: Danmarks Radio gibt an, jeder dritte Haushalt in Dänemark verfüge über einen DAB-Empfänger. Der Sender geht außerdem davon aus, dass diese Zahl mit der Umstrukturierung des UKW-Angebots steigen wird. Zudem bietet man eine Auswahl von mehreren, exklusiv über digitale Verbreitungswege empfangbaren Spartensendern.

Dennoch denkt man auch in Dänemark über das Nachfolgesystem DAB+ nach. Derzeit läuft unter Industrie und Radioveranstaltern eine Umfrage bezüglich eines dritten DAB-Layers. Jener würde in DAB+ betrieben und regional unterschiedliche Programme ausstrahlen, darunter also das Regionalprogramm DR P4 und ggf. ortsansässige, kleinere Privatradios. Entsprechende Tests wurden bis vor kurzem nördlich von Kopenhagen von einem Lokalsender durchgeführt.

 

Über eine UKW-Abschaltung wurde in Dänemark übrigens bisher noch nicht entschieden, schließlich sind auch die Planungen bezüglich der dritten Multiplexe noch nicht abgeschlossen. Eines steht aber bereits jetzt fest: Das Digitalradio DAB, ganz ohne Plus, bietet in Dänemark bereits jetzt einen deutlichen Mehrwert – und wer an Ostseeküste oder im direkten Grenzgebiet unterwegs ist, der kann sich auch auf deutschem Boden an den Musikkanälen aus dem Rundfunkgebäude in Kopenhagen erlaben. Der weitere Ausbau von DAB bleibt spannend, gerade auch ab November 2011.

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Anmerkung: Inzwischen beendete Danmarks Radio die Ausstrahlung von “DR Dansktop”. (1.11.11)

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Weiterführende Informationen:

– Infoseiten von Danmarks Radio zu DAB: http://www.dr.dk/dab

– DAB-Abdeckung in Dänemark: http://www.dr.dk/OmDR/digitalradio/Hjaelp/20110315104649.htm

– Künftige Homepage von Radio24syv: http://radio24syv.dk/

– Logocollage: DXaktuell.de, Quelle der Logos: dr.dk / novafm.dk / thevoice.dk / popfm.dk / radio24syv.dk

Die Abschaltung analoger UKW-Sender zugunsten des digitalen Radiostandards DAB, bzw. DAB+ wurde oft besprochen, doch nie durchgeführt. In Dänemark wird das jetzt Ende des Jahres Wirklichkeit – irgendwie.

Zugegeben, nicht ganz freiwillig – und so dramatisch wie es klingt ist es auch nicht. Dennoch werden sich viele Hörerinnen und Hörer der Wortwelle DR P1 und des Klassikprogramms DR P2 ab November auf andere Übertragungswege begeben – zum Beispiel das in 98% des Landes (!) verfügbare DAB. Denn in diesem Monat wird dem öffentlich-rechtlichen Danmarks Radio eine UKW-Senderkette entrissen, sie steht zukünftig landesweiten, privaten Anbietern zur Verfügung, die es im Land des Hotdogs übrigens schon immer irgendwie schwer hatten und generell eher extenzielle Fragen quälte als die Suche nach einer passenden Sendekette. DR P1 und DR P2 jedenfalls teilen sich die noch verfügbaren UKW-Frequenzen. P1 darf tagsüber, P2 in den Abend- und Nachtstunden senden. Im digitalen Hörfunk jedoch bleiben sie weiterhin als Vollprogramme 24 Stunden am Tage verfügbar.

Bereits ab Frühjahr 2011 heißt es in Dänemark: Sendersuchlauf! Die bisherigen Spartenkanäle bekommen einen einheitlichen Stempel aufgedruckt, werden entweder nummeriert oder bereits bestehenden Marken untergeordnet. So wird aus dem Kinderkanal “DR Oline” das hippe “DR Ramasjang” (und das hat nichts mit Magarine zu tun sondern ist bereits seit Monaten auch als TV-Kanal in der Luft), “DR Unga Bunga”, “DR Hit” und das “Boogieradio” werden im Laufe des Jahres zu “P6 Beat”, “P7 Mix” und “DR Mama”. Der Jazzkanal wird Sender Nummero 8.

Wer im Einzugsgebiet der dänischen DAB-Sender wohnt, sollte am 11.4., 2.5., 15.8. und 12.9. die “Autoscan”-Taste an seinem digitalen Radioempfänger betätigen, denn an diesen Tagen finden die ersten Änderungen statt. Schließlich wird dann am 1. November 2011 die P2-Senderkette abgegeben und P1 und P2 werden in ihrer jetzigen Form terrestrisch ausschließlich über DAB zu hören sein. Das könnte einen Schub für das ohnehin in Dänemark schon sehr erfolgreiche DAB-Digitalradio bedeuten.

Ab Juni wird nördlich von Kopenhagen im weiterentwickelten DAB+-Standard gesendet. Der Lokalsender “Kanal Plus” (Name passend zum Übertragungsstandard) wird mit einem kleinen Testsender die Tauglichkeit des Digitalradios für kleine, lokale Rundfunkanbieter austesten. Mit im Boot ist neben “Kanal Plus” selbst auch ein Sportkanal sowie eine Oldiewelle. Ob der Test erfolgreich wird? Ob DAB generell bei den Dänen weiterhin so gut ankommen wird? Man muss fast davon ausgehen.

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Weiterführende Informationen:

– Kanalübersicht mit allen Senderänderungen, auch Web-Only-Kanäle sind von den Umstellungen betroffen: http://www.dr.dk/OmDR/digitalradio/Kanaler/20110318091110.htm

– Digitalradio-Seite des dänischen Rundfunks mit Video: http://www.dr.dr/digitalradio/

– DABplus-Test von “Kanal Plus”: http://www.kanalplus.fm/site/index.php?side=dab.php

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