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Seit Jahren schon drohte die Chefetage des französischen Auslandsdienstes mit drastischen Sparplänen, nun ist es amtlich: Am Freitag, den 18.12.2009 wurde nach knapp 65 Jahren das deutsche Programm von Radio France Internationale eingestellt – das kam nicht überraschend, war aber dennoch schockierend. ![]()
Der Grund für die Einstellung von sechs Sprachdiensten, und eben auch des deutschen, ist in einem neuen Sozialplan begründet, der zudem den Abbau von 201 Stellen vorsieht. Nach Angaben aus Paris werde noch einige Zeit nach der letzten Hörfunksendung vereinzelt aktuelle Nachrichten und Berichte auf der Homepage www.rfi.fr/deutsch zur Verfügung gestellt – solange bis auch der letzte Mitarbeiter der deutschen Abteilung in eine neue Redaktion übergesiedelt wurde oder das Funkhaus von Radio France in Paris verlassen hat. Genauere Informationen hierüber lägen auch der Redaktion selbst noch nicht vor, so Ulrike Sachweh vom deutschen Programm. Allein gegen das Ende der Sendungen in deutscher Sprache hätten über 1000 Hörerinnen und Hörer, darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft protestiert.
Das deutsche Programm wurde in den letzten Jahren bereits nicht mehr auf französischen Kurz- oder Mittelwellen Richtung Deutschland gesendet. Zu hören war es über Satellit, Internet und lokalen UKW-Frequenzen. Die Ausstrahlungen in Zusammenarbeit mit der BBC in Sachsen endeten dann im vergangenem Jahr, als einzige terrestrische UKW-Frequenz verblieb die 106,0 MHz in Berlin, die Zukünftig für französische Sendungen genutzt wird. Frischen Wind in die Programmverbreitung brachte dann noch der Saarländische Rundfunk, der das Programm im Rahmen seines Kanals “Antenne Saar” auf DAB und Mittelwelle 1179 kHz wiederausstrahlte.
Hören Sie hier einen Trailer zum Programmende. Die letzte Sendung der deutschen Sektion von RFI lief am Freitag, den 18.12.2009 um 18 bis 19 Uhr MEZ (17.00-18.00 UTC Weltzeit) auf Satellit Astra 19,2° O und Eutelsat 7° Ost, 106,0 MHz UKW in Berlin, sowie als Livestream unter www.rfi.fr/deutsch. Zudem wird sie als Podcast auf www.radio700.info (bzw. unter diesem Link) bereitgestellt. Hören Sie unter folgendem Link die Abschiedssendung der deutschen Redaktion von der Webseite des Senders: Zur Sendung vom 18.12.09
Berichte zu den Sparplänen von RFI aus dem Archiv gibt es an dieser Stelle.
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Die Stimme der Slowakei geriet in den letzten Jahren oft in die Schlagzeilen der DX-Magazine und Hobbyforen. Der Auslandsfunk aus Bratislava war schon oft vor der Einstellung bedroht, musste für einige Monate sogar den Sendebetrieb auf Kurzwelle einstellen. Personal wurde entlassen, Sendungen unterbrochen. Zuletzt sprang dann das Kulturministerium ein und spendierte dem Sender die notwendigen Mittel zur Weiterführung der Programme auf kurzer Welle. Nun jedoch ist die Existenz von “Radio Slowakei International” erneut gefährdet: Ob der Sendebetrieb nach dem Jahreswechsel noch fortgeführt werden kann, sei nach Angaben der deutschen Redaktion derzeit unsicher. Das Programm kann aktuell auf mehreren Kurzwellenfrequenzen, auf der Senderhomepage www.rsi.sk und im Livestream und Podcastangebot von www.radio700.info angehört werden.
Sendenantenne in Issoudun
Ebenfalls auf der “roten Liste” steht Radio France Internationale. Im Rahmen eines großen Sparprogramms sollen 206 Mitarbeiter entlassen und mehrere Sprachredaktionen geschlossen werden. Betroffen ist auch das deutsche Programm. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streikten bereits mehrere Wochen. Nach Informationen des RBB-Medienmagazins habe nun ein französisches Gericht den Sparplan gekippt: Unter anderem sei gesonderte Behandlung von ausländischen Journalisten nicht rechtens, der Plan muss überarbeitet werden. Ob das deutsche Programm des französischen Auslandsradios somit länger hörbar bleibt, ist noch nicht klar. Aktuell wird die Sendung mehrmals täglich in Berlin auf UKW, auf den Satelliten Astra 19,2° Ost und Eutelsat 7° Ost sowie im Internet unter www.rfi.fr und bei Radio700.info ausgestrahlt. Die Sendungen via Kurzwelle wurden schon vor einigen Jahren beendet.
Weitere Meldungen aus Frankreich sowie weitere Hintergründe zum RFI-Sparplan gibt’s über einen Klick auf den Punkt “Frankreich” in der Wortwolke in der linken Spalte.
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Nach 60 Tagen Streik haben sich die Mitarbeiter des französischen Auslandsradios “Radio France Internationale” auf eine Unterbrechung ihres Streiks verständigt. Auf ihrer Vollversammlung am 10. Juli 2009 beschloss die Belegschaft des Senders die Arbeitsniederlegung in den Sommermonaten nicht fortzusetzen.

Foto: RFI
Im September jedoch sollen die Proteste wieder weitergehen. Sie richten sich gegen den neuen Sozialplan des Senders, wonach 206 Stellen gestrichen werden sollen. Daher werden auch mehrere Sprachredaktionen eingestellt, darunter auch das deutsche Programm. Die deutsche Redaktion beschränkte ihre Arbeit während des Streiks ausschließlich auf eine unregelmäßige Aktualisierung ihrer Homepage. In den zwei Monaten wurden nur 3 Sendungen ausgestrahlt, sonst sind täglich drei Ausgaben zu hören. Empfangen werden kann RFI auf Deutsch via Internet, Satellit, regional auf UKW und im Kabel sowie über Mittelwelle 1179 kHz (Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk, “Antenne Saar”).
Weitere Informationen unter http://www.rfi.fr/actude/pages/001/accueil.asp. Das deutsche Programm gibt es auch als Podcast bei www.radio700.info.
Das Sendesystem “Digital Radio Mondiale” beschränkt sich nicht nur auf die Frequenzbereiche der Lang-, Mittel- und Kurzwellen sondern kann auch auf UKW eingesetzt werden. Verwendet wird hier die modifizierte Version unter dem Namen “DRM+”. DRM+ wurde bisher in Hannover und Kaiserslautern getestet. Nun fand der weltweit dritte Test in Paris statt. Am vergangenen Donnerstag wurde vom Senderstandort Tour Pleyel auf 64.5 MHz ein Signal in diesem neuen Standard ausgestrahlt. In 10 Kilometer Entfernung, im Hauptsitz der französischen Regulierungsbehörde für

Tour Pleyel
Medien CSA, befand sich die Empfangsstation. Trotz der niedrigen Sendeleitung von 400 Watt sei die Signalstärke “gut” gewesen, wie das internationale DRM-Konsortium in einer Pressemitteilung erwähnt. DRM+ sei damit die perfekte Lösung für Rundfunksender, die nicht die Möglichkeit haben, sich einem überregionelen Multiplex anzuschließen. Diesen Sendern sei so der Weg frei für Ausstrahlungen in digitalem (5.1-)Sound und eventuell mit zusätzlichen Datendiensten. Die Bitraten von DRM+ liegen beim AAC+-Codec über 100 kbps. Realisiert wurde die Testsendung durch ein Team aus Kaiserslautern. Frankreich entschied sich bereits vor einigen Monaten für die digitalen Systeme DMB-Radio (basierend auf dem DAB-Standard) und Digital Radio Mondiale. Per Gesetz soll die Digitalradio-Verbreitung nun gefördert werden, neue Fahrzeuge sollen mit DMB-tauglichen Empfangsgeräten ausgerüstet sein. Auf die Ausschreibung für mehrere DMB-Multiplexe reagierten duzende Hörfunkveranstalter. Auch die Vereinigung französischer Privatradios sprach sich für eine rasche Verbreitung des digitalen Hörfunks aus und forderte die Implemention von DRMplus-Empfangsteilen in neue Radios.
Währenddessen gerät der herkömmliche DRM-Standard für Lang-, Mittel- und Kurzwelle ins Straucheln. RTL Radio aus Luxemburg schränke seine Ausstrahlung auf Kurzwelle 6095 kHz und MW 1440 kHz massiv ein und sendet nun nur noch wenige Stunden täglich. Weiterhin planen zwar mehrere Sendeanstalten die Aufnahme von DRM-Sendungen (teilweise auf experimenteller Basis), inwiefern diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, bleibt jedoch fraglich.
“Vous écoutez RFI Musique” – Seit einem Monat ist diese Ansage nun auf dem Satellitenkanal von Radio France Internationale zu hören, der eigentlich das deutsche Programm aus Paris übertragen sollte. Doch die Belegschaft des französischen Auslandsradios befindet sich seit Wochen im Streik, begeht heute am 11. Juli 2009 den 31. Streiktag. Mehrmals entschieden sich Gewerkschaft und Mitarbeiter zur Verlängerung des Streiks, die Reaktion der Chefetage des Senders: keine. Der Sendeplatz des deutschen Programms wurde von RFI kurzfristig mit einem Musikprogramm
belegt, man sieht sich nicht in der Lage, die üblichen drei Magazinsendungen zu produzieren. Grund für die Arbeitsniederlegungen sind Sparpläne. Sie sehen die Streichung von 206 Arbeitsplätzen sowie mehreren Sprachredaktionen vor. Unter diesen bedrohten Redaktionen befindet sich auf die deutsche, die bereits mehrmals den Rotstift der RFI-Führung zu spüren bekam. Die beschloss die Auflösung des deutschen Programms bereits mehrmals, zögerte sie jedoch immer wieder hinaus. Nun soll aber endgültig Schluss sein, die ersten Arbeitsverträge sind bereits ausgelaufen. Begründet wird dieser Schritt mit dem Fall der Berliner Mauer, schließlich seien die Bürger der ehemaligen DDR inzwischen nicht mehr auf unabhängige Medien angewiesen. Trotz zahlreicher Proteste, u.A. durch Klaus Wowereit, die den Sender sogar in die Schlagzeilen deutscher Medien beförderten, hält man an den Sparplänen fest. Berlins Regierender Bürgermeister meinte u.A.: “Die Schließung der Redaktion würde…den Eindruck erwecken, als sei der deutschsprachige Raum für Frankreich nicht mehr interessant. Schließlich hat sich die deutschsprachige Redaktion…zu einer wichtigen Plattform unserer partnerschaftlichen Beziehungen entwickelt.”
Vor kurzem wandte sich die deutsche Redaktion mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und an Nicolas Sarkozy. Darin heißt es, dass durch eine Schließung der deutschen Redaktion “…die aktuellste und umfangreichste Plattform für Radio- und Webberichterstattung aus und über Frankreich in deutscher Sprache” abgeschafft werden würde. Überdies sei die Berliner Mauer niemals eine Daseinsberechtigung für das deutsche RFI-Programm gewesen. Die Grundlage bilde der 1963 unterzeichnete Elysée-Vertrag. “Das Einverständnis, die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich sind keine bloße Wahl, sie sind eine Pflicht. (…) Wir müssen die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern wie einen Schatz bewahren. Es ist vielleicht der wertvollste Schatz, der wichtigste für Europa.” meinte Frankreichs Staatspräsident vor kurzem. Diese Aussage steht im krassen Gegensatz zur Meinung der RFI-Intendanz. Beachtlich jedoch: Es war Nicolas Sarkozy, der noch vor einigen Monaten die Abschaffung aller Fremdsprachen beim französischen Auslandsfunk forderte.
Einziges Lebenszeichen der deutschen Redaktion ist derzeit die deutsche Abteilung der Homepage www.rfi.fr, die weiterhin aktualisiert wird.
Bildquellen und weitere Informationen: http://www.bnnnews.it/lettrede.asp http://rfiriposte.wordpress.com/2009/06/10/on-parle-de-nous-2/