Artikel-Schlagworte: „Deutschland“
So sieht der Fahrplan aus, die die ZAK (Komission für Zulassung und Aufsicht) heute veröffentlichte. Für das bundesweite DABplus-Paket, was in allen deutschen Bundesländern 2011 starten soll, sind somit noch folgende Bewerber im Rennen:
- die Entspannungsradio GmbH i.Gr. mit ihrem Programm “LoungeFM”, das bereits in Österreich auf UKW und DVB-H on Air ist. Außerdem wird es im Internet unter http://www.loungefm.at verbreitet.
- ERF Medien e.V. mit dem Programm “ERF Radio”, das bereits auf Mittelwelle, lokal auf UKW und im Kabel sowie via Satellit und im Internet unter http://www.erf.de zu hören ist.
- die Media Broadcast GmbH, die mit bisher nicht näher beschriebenen “Telemediendiensten” auf Sendung gehen möchte. Hierbei könnte es sich um zusätzliche Multimedia- oder Audioangebote handeln.
- “Die Neue Welle” mit ihrem bisher unbekannten Programm “Radio Rauschgold”.
- das Hörfunkprogramm Energy, das bereits in zahlreichen Gebieten auf UKW und im Internet unter http://www.energy.de zu empfangen ist.
- die Regiocast Digital GmbH mit ihren Hörfunkprogrammen 90elf – Fußballradio (bereits in Sachsen auf DAB, in Berlin auf DVB-T und im Internet unter http://www.90elf.de zu empfangen), dem bisher unbekannten “RemiX Radio” und dem Kanal “litera”, von dem ebenfalls noch nicht genaueres bekannt ist. Zusätzlich soll ein EPG/Datenkanal sowie ein TPEG-Angebot realisiert werden.
- The Walt Disney Company mit ihrem neuen Programm “Radio Disney”.
Nicht mehr im Rennen ist “United Christian Broadcasters” sowie der Verlag der Süddeutschen Zeitung, der ein eigenes Radioprogramm verbreiten wollte.
Bis zum 22. Juli 2010 müssen die Radiosender nun einen Vertrag mit dem Sendernetzbetreiber Media Broadcast vorlegen, um am weiteren Verfahren teilnehmen zu können. Außerdem müssen sich die Veranstalter der Programme untereinander über die zu verwendeten Kapazitäten einigen. Geschieht dies nicht, wird die ZAK am 8. September eine Entscheidung fällen.
Quelle: http://www.satnews.de/mlesen.php?id=82d37a490163ed9703a4ca5a0cc31c07
Seit Anfang März schweigt die Mittelwelle 936 kHz, die mehrere Jahrzehnte das Programm von Radio Bremen, zuletzt “Bremen Eins” ausstrahlte. Nachdem man die Abschaltung zunächst “auf Probe” vorgenommen habe, um Hörerreaktionen abzuwarten, entschied man sich nun dazu, den Sendebetrieb offiziell zu beenden und veröffentlichte nachfolgende Erklärung:
.
“Radio Bremen gibt zur Zeit einen hohen fünfstelligen Betrag im Jahr für die Verbreitung von Bremen Eins auf der Mittelwelle aus. Die Nutzung der Mittelwelle nimmt seit Jahren ab. Eine zukunftssichere Digitalisierung der Mittelwelle wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Mehrere Landesrundfunkanstalten haben die Mittelwelle daher schon abgeschaltet.
Der Bremer Sender hat sich jetzt ebenfalls zur Abschaltung der Mittelwelle entschlossen. Die Einstellung des Sendebetriebs führt zu Einsparungen im sechsstelligen Zahlenbereich im Laufe einer Gebührenperiode. Generell gilt: Die finanzielle Situation zwingt Radio Bremen, unter Kosten-/Nutzengesichtspunkten alte und neue Verbreitungswege zu prüfen und Prioritäten zu setzen.
Radio Bremen hat die Abschaltung zunächst auf Probe vorgenommen, da die Nutzerzahlen für die Mittelwelle nicht bekannt sind. In einer vierwöchigen Testphase meldeten sich knapp 200 Hörerinnen und Hörer und kritisierten die Abschaltung.
Gemessen an den Nutzerzahlen von Bremen Eins ist diese Resonanz so gering, dass Radio Bremen nach Ende des Tests entschieden hat, die Mittelwelle nicht wieder anzuschalten – und die frei werdenden Mittel lieber für zukunftsweisende Verbreitungs-Technologien und Programmformen zu verwenden.
Bereits vor der Testphase hatte Radio Bremen geprüft, ob eine Verringerung der Ausstrahlungsleistung – mit geringen Einbußen bei der Versorgung – zu nennenswerten Kostensenkungen führt. Hier haben die mittlerweile abgeschlossenen Untersuchungen gezeigt, dass man keine erheblichen Beträge einsparen kann, auch wenn dies gelegentlich in der Öffentlichkeit anders dargestellt wird.
In den Anrufen und Schreiben der vergangenen Wochen hatten Hörerinnen und Hörer beklagt, dass sie mit der Abschaltung auf den Empfang im Urlaubsort verzichten müssten. Bremen Eins-Fans weit außerhalb des Sendegebiets hatten den abgeschalteten Sender vermisst. Radio Bremen bittet sie um Verständnis und verweist auf die neuen digitalen Verbreitungstechniken, wie z.B. per Internet – mit weltweitem Empfang – oder per Satellit. Im Sendegebiet wird Bremen Eins von der großen Mehrheit des Publikums über UKW empfangen, weil die meisten Hörerinnen und Hörer über entsprechende Empfangsgeräte verfügen und die Klang- und Servicequalität des UKW-Rundfunks schätzen. Außerdem wird das Programm im Kabel angeboten.
Radio Bremen möchte auf keinen Fall Hörerinnen und Hörer verprellen – zumal es sich bei dem Mittelwelle-Nutzerkreis überwiegend um Stammhörer handelt. Alle, die sich an Radio Bremen gewandt haben, erhalten eine Einladung ins Funkhaus. Dabei können die Gäste nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Senders werfen, sondern bekommen auch ausführliche Informationen über alternative Empfangsmöglichkeiten und auf Wunsch entsprechende Beratung.”
.
Was nun mit der erst 1999 errichteten Sendeanlage passiert, ist noch nicht bekannt.
.
Nachfolgend die Empfangsdaten für das Programm von Bremen Eins:
UKW in Bremen 93,8 MHz und Bremerhaven 89,3 MHz,
Astra 1 H, digital DVB-S Tr. 93
sowie im Kabel, als Podcast und Live-Stream unter www.radiobremen.de
.
Quelle: http://www.radiobremen.de/unternehmen/presse/unternehmen/mittelwelle100.html
Bremen ohne Mittelwelle: http://www.dxaktuell.de/?p=693

Ende des letzten Jahres wurde die Sendestation Jülich abgeschaltet – offiziell. Tatsächlich ist Jülich immer noch auf Sendung – analog und digital.
Seit 1956 besteht zwischen Mersch und Jülich ein Sendezentrum für Kurzwelle. Im Jahr 2006 erwarb der christliche Sender CVC (Christian Vision) die Kurzwellenanlage, um von dort aus seine Programme auszustrahlen. In den Jahren davor wurde die Station von der Deutschen Welle genutzt und von der Media Broadcast GmbH an weitere Anbieter vermietet. Ende 2009 dann das vorläufige Aus: Aufgrund der globalen Finanzkrise und einer “Veränderung der Hörgewohnheiten der Hörerinnen und Hörern” (Zitat CVC, gemeint ist der Wechsel von Kurzwellenradio zu Podcasts und Sat-Empfang) verließ CVC die Anlage. Weltweit ging die Hörergemeinde von dem Ende der riesigen Anlage aus. Die Zukunft der Station ist auch heute noch ungewiss, still und heimlich lagerte die Media Broadcast GmbH aber zwei Sendungen erneut nach Jülich aus und strahlt diese von hier aus aus. Dabei handelt es sich um ein Programm eines afrikanischen Senders sowie einer religösen Sendeanstalt namens Trans World Radio.
Anlässlich der Konferenz “Radio Asia 2010″, die in Neu Delhi abgehalten wird, ist in Jülich auch wieder ein DRM-Sender im Einsatz. Von 08.30-12.30 Uhr UTC (9.30-13.30 Uhr deutscher Zeit) wird auf 17590 kHz ein Programm von CVC in Hindi noch täglich bis zum 24.02.2010 gesendet.
In Richtung dieser Konferenz sendet außerdem die BBC von ihrer Relaisstation in Thailand in DRM, noch täglich bis zum 26.02.2010 auf 17760 kHz von 04.30 bis 07.30 UTC (5.30-8.30 deutscher Zeit).
Bei den beiden DRM-Sendungen handelt es sich um Demo-Ausstrahlungen, die die Vorträge und Workshops zum digitalen Sendesystem DRM unterstützen sollen. Indien hat sich für eine landesweite Einführung von Digital Radio Mondiale entschieden, um sein Radioprogramm “All India Radio” zukünftig in digitaler Qualität austrahlen zu können.
Hompage Radio Asia 2010: http://www.radioasia.org
Video: Einweihung der DRM-Sender in Indien: http://www.youtube.com/watch?v=DxHZibWwsZw
Gesamtplan der Media Broadcast GmbH, Sendungen aus Jülich sind mit “JUL” gekennzeichnet: http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/B09_operational_060110.pdf
Pressemittleilung: DRM-Sendungen nach und aus Indien: http://www.drm.org/news/detail/news/special-digital-transmissions-for-radio-asia-conference-in-new-delhi/
Besitzer eines DAB-Digitalradios in Deutschland kamen in den letzten Monaten eher nicht auf ihre Kosten, nun wird der Sendersuchlauf aber wieder spannend, was der Rescan ergibt ist jetzt in der Zeit des Jahreswechsels ungewiss. 
Der Oranienburger Oldiesender “OldieStar Radio” ist für seine Experimentierfreudigkeit bekannt: Erst kürzlich beendete man in Zusammenarbeit mit der Stimme Russlands einen DRM-Testbetrieb auf der Mittelwelle 1575 kHz, sendet über einen Berliner Senderstandort der Media Broadcast GmbH seine Schlager auf der digitalen Frequenz 1485 kHz, strahlt via DVB-T und DVB-S, UKW und krallte sich vor einigen Wochen die Frequenz 603 kHz. Auf ihr wird nun täglich vom Standort Zehlendorf, nördlich von Berlin, mit 20 analogen Kilowatt gesendet. Eine überraschende Neuigkeit stellt nun die Aufschaltung im DAB-Netz Berlin-Brandenburgs auf Kanal 12D mit 192 kbps (MP2) dar. Bis vor wenigen Tagen sendeten dort ausschließlich Deutschlandradio Kultur und der Deutschlandfunk, nachdem auch die Stimme Russlands Anfang Herbst ihre Ausstrahlungen an dieser Stelle beendete. OldieStar-Geschäftsführer Oliver Dunk kündigte in einem Internetforum an, dass die Ausstrahlung seines Programms auf DVB-S (Astra 19,2° Ost) und DVB-T-Radio (Berlin, Kanal 59) zum Jahresende eingestellt werden würden. OldieStar setzt Priroritäten und die erscheinen wunderlich, aber irgendwie sympathisch.
Stichwort Deutschlandradio: Am 18. Januar 2010 wird es soweit sein: Das neue bundesweite Hörfunkprogramm “DRadio Wissen” geht an den Start. DRadio Wissen wird neben dem immer wiederkehrenden, zweistündigen Tagesschema (genannt “Mein Tag”, darin u.A. “Die Welt in 100 Sekunden”, “Natur”, “Medien”) auch Abends und Nachts Übernahmen von anderen Kultur- und Inforadios der ARD enthalten. So werden Sendungen von NDR Info, SWR Cont.Ra oder auch der Deutschen Welle bundesweit hörbar sein. Hinzu kommt auch die sogenannte “Redaktionskonferenz”, in der Radiomacher und -hörer miteinander kommunizieren und diskutieren sollen. “Hirn will Arbeit” – Der Slogan des Wissensradios. Das Hirn bekommt die Arbeit allerdings nur via digitalem Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-C) und Internetlivestream. Wurde Anfang 2009 noch eine möglichst bundesweite Ausstrahlung im digitalen Radio DAB forciert, so scheint man sich, so wurde es in mehreren gedrukten Programmheften kommuniziert, zum Jahresende von diesem Sendesystem komplett zu verabschieden – wäre da nicht eine kurze Pressemitteilung der “Hessen Digital Radio”. So teilt der Sendernetzbetreiber Hessens mit, dass sechs Standorte seines ohnehin schon reduzierten Sendernetzes den Betrieb quittieren werden, auch in Hinblick auf die angedachte Neustrukturierung des digitalen Radios in Deutschland. Zwei Standorte (Frankfurt am Main mit 1 kW Sendeleistung und der Große Feldberg mit 500 kW, beide gerichtet) sollen aber auch weiterhin die DAB-Versorgung im Rhein-Main-Gebiet auf Kanal 12C aufrechterhalten. Und ein kleiner Nebensatz überrascht, solle doch das neue Programm “DRadio Wissen” das bestehende Programmangebot 2010 ergänzen. Unter “bestehendem Programmangebot” versteht man in Hessens DAB-Wortschatz genau zwei andere Hörfunkkanäle, nämlich den Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. Schenkt man der Ankündigung aus Frankfurt Glauben, so wird das Deutschlandradio also keinesfalls von der DAB-Bildfläche in Deutschland verschwinden. Ob auch andere Bundesländer weiterhin mit den DRadios auf DAB versorgt werden werden, ist unklar. ![]()
Würde das Deutschlandradio seine Drohungen aber doch war machen, so würde dies das Aus für verschiedene DAB-Netzwerke bedeuten. Thüringen und Sachsen ständen DAB-Technisch auf der Kippe, der MDR wolle sein Sonderprogramm “MDR Klassik” nicht alleine in den beiden landesweiten DAB-Bouquets dümpeln lassen, da schalte man lieber ganz ab, munkelt es. In Sachsen-Anhalt wolle man aber ganz bestimmt weitermachen, dort sei ja mit vier Privatradios, einem Verkehrsservice und zwei DABplus-Tests noch einiges an Leben im Block. Aprops Sachsen: Noch bis Donnerstag hat der geneigte Radiofreund die Chance, auf Kanal 11A in Leipzig im Testensemble verschiedenen MDR-Programmen in DAB und DAB+, Rockland in DAB+ sowie dem privaten Fußballradio 90elf in DMB-Radio zuzuhören. Der Testbetrieb war begrenzt, wird wohl nicht verlängert und ist am 31.12. zu Ende.
2010 soll das Jahr für DAB+ werden, was eigentlich schon 2009 hätte werden sollen. Einen “Big Bang” gab es nicht, das bundesweite Ensemble besteht weiterhin nur auf dem Papier und die Senderstandorte sind mehr oder weniger schlau einzig in einigen dösigen PDF-Dokumenten festgelegt. Ob es im kommenden Jahr was wird, steht in den Sternen. Immerhin: Eine bundesweite Ausschreibung soll im Laufe des Januars erscheinen. Wer sich bewirbt? Ob sich wer bewirbt? Niemand weiß es. Und wer ein teures DAB-Radio im Schrank stehen hat, der denkt besser auch gar nicht darüber nach.
.
.
Seit April hat Dr. Willi Steul das Ruder des nationalen Rundfunks Deutschlandradio in den Händen. Der neue Intendant steuert mit seinen Sendern in eine digitale Zukunft, wie er im Interview mit dem “Meinungsbarometer digitaler Rundfunk” verrät.
Dr. Willi Steul. Quelle: ©Deutschlandradio-Bettina Fürst-Fastré
Bereits im kommenden Jahr soll das Deutschlandradio mit seinen Programmen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur in den 16 Landeshauptstädten über das neue Digitalradio zu hören sein. Drei Jahre später schon sollen 70% des Landes per DAB+ terrestrisch Radio hören können und das dank hohen Sendeleistungen auch innerhalb von Gebäuden.
Zwar sei die Qualität der digitalen Übertragungswege DVB-S, Kabelradio und Internet schon sehr hoch, jedoch seien diese Angebote mobil gar nicht, oder nur eingeschränkt nutzbar, so Steul. Eine Abhilfe soll DAB+ bieten. Dank “europaweit abgestimmten Empfängerprofilen” müsse dann auch im europäischen Ausland nicht auf hochwertigen Klanggenuss verzichtet werden. Die Chancen für den neue digitalen Hörfunk seien mit dem neuen Übertragungsstandard DAB+ also sehr gut. DAB+ basiert auf dem Audiocodec AAC+ und wird derzeit in mehreren deutschen Städten getestet sowie auf Malta, in Australien, in Italien und in der Schweiz im Regelbetrieb eingesetzt. Weitere Nationen wie Schweden setzen auf DAB+, andere Staaten wie Frankreich planen die Einführung von DMB-Radio, ein weiterer Standard aus der DAB-Familie, der auch mit einigen DAB+-Radios wiedergegeben werden kann.
Steul fordert eine gute Signalabdeckung in den Zielgebieten: “(…) Für eine lückenhafte Digitalradio-Versorgung wird sich kein Hörer zu einem Umstieg bewegen lassen”. Gehen Steuls Pläne auf, so müsse er sich keine Sorgen mehr um viele UKW-Frequenzen machen, da einige Sendelizenzen bereits 2015 auslaufen. Derzeit besteht das UKW-Netz des nationalen Hörfunks aus vielen kleinen und leistungsschwachen Sendern, sodass besonders beim mobilen Empfang oft Empfangsstörungen eintreten. Doch auch in Sachen Programmvielfalt wird DAB+ interessant: Vor wenigen Tagen nahm das Deutschlandradio eine wichtige Hürde zum Start des neuen, volldigitalen Programms “Deutschlandradio Wissen”. Dies berichtet die Onlineausgabe der Zeitschrift “Infosat”. Dieser Sender soll ausschließlich auf digitalen Wegen verbreitet werden und sich auch an ein jüngeres Publikum richten. Ob DRadio Wissen ebenfalls per DAB+ gesendet werden wird, ist derzeit noch unklar.
Weitere Informationen unter www.dradio.de und http://www.dr-m.info/Meinungsbarometer/download/Meinungsbarometer_Mai2009.pdf. (02.06.2009)