Wohin geht's mit der Stimme Amerikas?

Wohin mit den Sendungen der Stimme Amerikas?

Mögen Sie gesungene Jingles? Ja? Gesungene Jingles sind toll, irgendwie wirken sie fröhlich, locker, spaßig. Die Stimme Amerikas, kurz VoA, hat solch Programmelemente. Durch die Kurzwellensender gezwirbelt klingen diese gesungenen Begrüßungsklänge dann gar noch etwas heimeliger, wärmer und einladender und werden durch eine sonore Herrenstimme abgerundet: “Coming to you from Washington, D.C.: This is the Voice of America”. Ganz so fröhliche Neuigkeiten vermeldete der Medienspezialist Glenn Hauser aber leider nicht.

Nicht nur direkt aus den Vereinigten Staaten kommt die Voice of America in die gigantische Masse an Kurzwellenradios dieser Welt. Relaisstationen in Deutschland, auf den Philippinen, auf Sri Lanka, in Kuwait, Botswana oder auch Thailand empfangen das Programm via Satellit und strahlen es dann für ihre Region erneut ab. Dadurch wird der Empfang im Zielgebiet natürlich massiv vereinfacht.

Wie die meisten Auslandsstationen musste auch die VoA in den letzten Jahren starke finanzielle Kürzungen hinnehmen. Die Beendigung zahlreicher Sprachdienste, darunter auch die des deutschen, sind wohl die populärsten Veränderungen, die der amerikanische Rotstift mitsich brachte. Doch auch einige Relaisstationen wurden geschlossen, Stationen, deren Verlust man anscheinend verschmerzen konnte. Darunter die Mittelwellensender in Ismaning bei München, die Sendestation Kavala in Griechenland oder der Relaissender in Marokko. Als nächstes wird wohl der bekannteste Senderstandort den Sparplänen zum Opfer fallen: Greenville, North Carolina, USA. Damit enden am 30. September 2010 die letzten Sendungen der Stimme Amerikas, die tatsächlich auch aus den USA ausgestrahlt werden, nutzt die VoA doch sonst ausschließlich Relaissender in Übersee.

Greenville – Traditionsreicher Senderstandort, mit überwiegend ebenso traditioneller Technik. Doch erst im vergangenen Jahr wurde an diesem Standort durch Techniker des Missionssenders “Radio HCJB” neues, digitales Sendeequipment installiert, über welches bereits DRM-Sendungen ausgestrahlt wurden - auch nach Europa. Diese konnten von verschiedenen Kurzwellenhörern in guter Qualität empfangen werden, obwohl die Sendeleistung mit nur 8 kW relativ gering war. Sendungen in herkömmlicher, analoger Modulation von diesem Standort sind z.B. VOA English, Special English (Bildung), Radio Martí (für Kuba), VoA Creole (für Haiti) sowie weitere Sendesprachen und auch Relaissendungen des niederländischen Funks RNW. Was mit diesen Sendungen ab Oktober 2010 geschieht, ist noch unklar.

Glasklar aber: Der internationale Auslandsfunk schlägt einen strammen Kurs ein, der voll ist von Reformen und Einsparungen. Den Wegfall der Transmitter in Greenville scheint man verschmerzen können – schade und traurig. Aber wahr, wohl.

Nachfolgend ein Bericht des TV-Senders WNCT mit Bildern aus einem Teil der Sendestation Greenville anlässlich der erweiterten Sendungen nach Haiti, die von hier aus ausgestrahlt werden.

Fotoquelle (und weitere Aufnahmen): http://www.flickr.com/photos/rocknrun/sets/72157615112308229/ Flickr-User “rocknrun”. Nachrichtenquelle: Glenn Hauser am 1.2.2010 in DX LISTING DIGEST (DXLD).

Kommentieren