Zum Jahreswechsel warteten zwei Rundfunkanstalten mit Überraschungen für Digitalradiohörer auf.
Die Stadt Berlin genießt nicht nur ihren Titel als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, nein, sie ist auch gewissermaßen die Rundfunkhauptstadt des Landes mit ihrem mannigfaltigen Radioangebot. Doch ausgerechnet Berlin steht in Bezug auf den digitalen Hörfunk etwas ärmer dar. Nicht nur auf DVB-T-Radio schrumpfte das Angebot wieder (Antenne Bayern, Star FM, OldieStar, Energy, FFN und 2255 Gewinnradio schalteten lt. einem Eintrag im Forum von ukwtv.de ab), auch im DAB-Kanal gab es Änderungen: der RBB zog sich komplett zurück. Das war nicht bekannt, aber abzusehen, befindet sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg doch in einer finanziellen Schieflage und reduzierte daher schon im vergangenen Jahr die Übertragungsrate seiner Programme Fritz, Radio Eins, Antenne Brandenburg, Inforadio und Kulturradio. Der zweite Schritt, die komplette Abschaltung – keine große Überraschung.
Die eigentliche Überraschung kommt aber nicht aus dem RBB-Funkhaus, sondern vom Hans-Rosenthal-Platz, auch in Berlin. In einem Interview mit dem Onlinedienst Digitalmagazin.info versicherte ein Sprecher des Deutschlandradios: Ja, es werde weitergehen mit der DAB-Verbreitung. Abschaltungen der beiden Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur wurden bisher nicht vorgenommen, der Rotstift sei aber aber bereits in seiner fiesen Streichstellung. In einigen Regionen Deutschlands sei dann Schluss mit den beiden Programmen des nationalen Hörfunks auf DAB. In welche Regionen weiter DRadio gehört werden könne, nannte der Sprecher jedoch noch nicht. Einzig Rheinland-Pfalz und Hessen scheinen bisher “gesichert”, in letzterem beschränkt sich die Ausstrahlung aber auf die Städte um die Senderstandorte Frankfurt und Großer Feldberg, alle anderen wurden planmäßig abgeschaltet. Man sei noch am Diskutieren, der DRadio-Sprecher weiter, wolle aber noch in diesem Monat konkreter werden und die Digitalradiohöreschaft dann zügig die (Hiobs-)Botschaften überbringen.
Neu ist, dass das Wissensradio “DRadio Wissen” auch terrestrisch verbreitet werden soll, ganz sicher - und zwar genau über dieses abgespeckte DAB-Sendernetz welches noch nicht fertig geplant sei. Doch auch wer weiterhin das Deutschlandradio empfängt wird die Einsparungen zu spüren bekommen, nämlich in einer verminderten Tonqualität, die die Übertragungskosten senkt. Am 18. Januar 2010 soll dann DRadio Wissen starten. Produziert wird das neue Programm im Funkhaus Berlin und ist ausschließlich auf digitalen Verbreitungswegen (Digital-Satellit, DAB, Digital-Kabel, Internet) empfangbar.
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