Archiv für Januar 2010
Es ist ein hin und her – und das zum Glück: Noch im Herbst 2009 wurde aus der tschechischen Hauptstadt verkündet, dass der Auslandsdienst “Radio Prag” ab 2010 seine Sendungen komplett ins Internet verlagern und respektive seine Kurzwellensendungen einstellen würde. Damit wäre auch das Aus des Sendezentrums Litomýsl besiegelt gewesen, dessen einziger Kunde genannter Auslandsdienst ist.
Im Dezember dann partielles Aufatmen: Die Programme des Auslandsfunks in Deutsch, Englisch, Tschechisch, Spanisch, Russisch und Französisch würden weitergeführt, auch auf Kurzwelle, zumindest bis Ende Januar 2010. Solange halte das tschechische Außenministerium den Geldhahn geöffnet. Für die traditionsreiche Sendestation Litomýsl allerdings sei das Ende nahe, denn man wolle seine Sendungen über günstigere Relaisstationen im Ausland ausstrahlen. Nun im Januar brachte der französische Dienst in seiner regelmäßigen Hörerpostsendung eine neue Botschaft: Litomýsl würde on the Air bleiben, wahrscheinlich aber mit Einschränkungen (man munkelt über eine Reduzierung des Senderhythmus der einzelnen Sprachdienste, die derzeit je 4 Mal am Tag ausgestrahlt werden) und zum Ausgleich würde den Sendungen über die Relaissender im Ausland der Stecker gezogen. Demnach würden folgende Sendeanlagen ab 01.02.2010 die Programme des tschechischen Auslandsrunfunks nicht mehr wiederausstrahlen: Woofferton, Großbritannien (DRM-Sendung); Duschanbe, Tadschikistan; Miami, Florida; Sines, Portugal; English Bay, Ascension Island.
Kommt Radio Prag also mit einem blauen Auge davon?
Der neue Sendeplan: http://www.radio.cz/de/static/radio-prag-hoeren/sendeplan-neu#de
Unverändert fortgeführt werden die Onlineangebote unter www.radio.cz bzw. www.radio700.info.
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Nachdem sich der erste Neustart für das digitale Radio DAB+ in Deutschland zum Fehlstart entwickelte, plant ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust einen zweiten Anlauf. Dies berichtet die Onlineausgabe der Infosat unter Berufung auf das “Meinungsbaromenter Digitaler Rundfunk”. Die Komission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wies den ersten Antrag von Anfang 2009 ab. Boudgoust wäre anscheinend schon zufrieden, würde es irgendwie überhaupt mit dem digitalen Radio endlich auch in Deutschland klappen. Da nimmt er auch Einschränkungen in Kauf, gab er auf dem “Radio Plus”-Kongress zu wissen: “Wir werden DAB nicht bis ins letzte Seitental bringen”, wird der ARD-Boss vom “Meinungsbarometer” zitiert. Fraglich ist nun, ob damit nicht der eigentliche Sinn von DAB verloren geht – sollte sich das System doch gerade durch störungsfreien Empfang beispielsweise auch auf langen Autofahrten auszeichnen und mehr Programme in schlechter versorgte Gebiete bringen.
Inzwischen wurden weitere Abschaltungen von DAB-Sendestationen in Deutschland in dem Onlineforum von ukwtv.de gemeldet. So sei das DAB-Netz in Thüringen bereits ausgedünnt, auch in Niedersachsen gäbe es Einschränkungen im Empfang. Doch das Programmangebot könnte sich in den nächsten Monaten verbessern. Der MDR, so munkelt man, wolle in einigen Gebieten sein Angebot um ein paar neue Sender ergänzen, vielleicht auch bereits im neuen DABplus-Standard. Auch beim Bayrischen Rundfunk rumort es, das eigene, bayernweite DAB-Ensemble im Kanal 11 könne bald starten.
Bereits heute am Freitag in einigen DAB-Netzen auffindbar sei das neue digitale Programm aus Köln, DRadio Wissen. Am kommenden Montag beginnt um 06.00 Uhr in der Früh der reguläre Sendebetrieb auf DVB-S, DVB-C, im Internet bei http://www.dradio.de/streaming/dradiowissen.m3u sowie eben auch auf DAB. Auch auf der digitalen Mittelwelle 855 kHz (DRM) wurde bereits der Trailer zum Sendestart beobachtet.
Zum Jahreswechsel warteten zwei Rundfunkanstalten mit Überraschungen für Digitalradiohörer auf.
Die Stadt Berlin genießt nicht nur ihren Titel als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, nein, sie ist auch gewissermaßen die Rundfunkhauptstadt des Landes mit ihrem mannigfaltigen Radioangebot. Doch ausgerechnet Berlin steht in Bezug auf den digitalen Hörfunk etwas ärmer dar. Nicht nur auf DVB-T-Radio schrumpfte das Angebot wieder (Antenne Bayern, Star FM, OldieStar, Energy, FFN und 2255 Gewinnradio schalteten lt. einem Eintrag im Forum von ukwtv.de ab), auch im DAB-Kanal gab es Änderungen: der RBB zog sich komplett zurück. Das war nicht bekannt, aber abzusehen, befindet sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg doch in einer finanziellen Schieflage und reduzierte daher schon im vergangenen Jahr die Übertragungsrate seiner Programme Fritz, Radio Eins, Antenne Brandenburg, Inforadio und Kulturradio. Der zweite Schritt, die komplette Abschaltung – keine große Überraschung.
Die eigentliche Überraschung kommt aber nicht aus dem RBB-Funkhaus, sondern vom Hans-Rosenthal-Platz, auch in Berlin. In einem Interview mit dem Onlinedienst Digitalmagazin.info versicherte ein Sprecher des Deutschlandradios: Ja, es werde weitergehen mit der DAB-Verbreitung. Abschaltungen der beiden Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur wurden bisher nicht vorgenommen, der Rotstift sei aber aber bereits in seiner fiesen Streichstellung. In einigen Regionen Deutschlands sei dann Schluss mit den beiden Programmen des nationalen Hörfunks auf DAB. In welche Regionen weiter DRadio gehört werden könne, nannte der Sprecher jedoch noch nicht. Einzig Rheinland-Pfalz und Hessen scheinen bisher “gesichert”, in letzterem beschränkt sich die Ausstrahlung aber auf die Städte um die Senderstandorte Frankfurt und Großer Feldberg, alle anderen wurden planmäßig abgeschaltet. Man sei noch am Diskutieren, der DRadio-Sprecher weiter, wolle aber noch in diesem Monat konkreter werden und die Digitalradiohöreschaft dann zügig die (Hiobs-)Botschaften überbringen.
Neu ist, dass das Wissensradio “DRadio Wissen” auch terrestrisch verbreitet werden soll, ganz sicher - und zwar genau über dieses abgespeckte DAB-Sendernetz welches noch nicht fertig geplant sei. Doch auch wer weiterhin das Deutschlandradio empfängt wird die Einsparungen zu spüren bekommen, nämlich in einer verminderten Tonqualität, die die Übertragungskosten senkt. Am 18. Januar 2010 soll dann DRadio Wissen starten. Produziert wird das neue Programm im Funkhaus Berlin und ist ausschließlich auf digitalen Verbreitungswegen (Digital-Satellit, DAB, Digital-Kabel, Internet) empfangbar.
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