Archiv für Dezember 2009

Ab Freitag, den 1. Januar 2010 wird Belgien nicht mehr mit Rundfunksendungen auf Kurzwelle präsent sein. Denn morgen beendet der wallonische Auslandsdienst RTBF International seine Kurzwellenausstrahlungen. Als Abschalttermin nennt man 22:15 Uhr UTC, das entspricht 23.15 Uhr Mitteleuropäische Zeit, die letzte Frequenz wird die 9970 kHz sein. Dann legt man an der Sendestation Wavre den Schalter um – und ein Kapitel der europäischen Rundfunkhistorik wird beendet. Ebenfalls eingestellt werden die digitalen Versuchssendungen auf 9925 kHz (DRM).

Ab 2010 kann man das Programm im Internet, in Kinshasa auf UKW, über den Satelliten AB3 (nur in Afrika) oder auf Mittelwelle 621 kHz (ebenfalls via Wavre) in Europa hören.

Im Frühjahr 2009 hatte sich der flämische Sender RVi (Radio Vlaanderen Internationaal) von seinen Kurzwellenfrequenzen verabschiedet, die allerdings bereits über Sendeanlagen in Russland ausgestrahlt wurden. Die Sendungen in Fremdsprachen endeten schon im März 2005 und wurden durch ein Internetangebot ersetzt.

Quelle: http://www.rtbfi.be/rtbf_2000/bin/view_something.cgi?id=0189874_sac. Online-QSL und Kontakt: http://www.rtbfi.be/rtbf_2000/bin/view_something.cgi?id=0189903_sac. Deutschsprachige Internetseite der VRT / RVi: www.flanderninfo.be.

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Funkhaus Bratislava

RSI-Funkhaus in Bratislava

Die deutschsprachigen Sendungen des slowakischen Auslandsdienstes RSI (Radio Slowakei International) werden auch im kommenden Jahr auf Kurzwelle, im Internet und via Satellit zu hören sein. Dies wurde vergangenen Sonntag in der “Hörerpostsendung” berichtet. Damit ist die Stimme der Slowakei in deutscher Sprache 2010 zu folgenden Zeiten empfangbar:

08.00-08.30 5915 und 6055 kHz

14.30-15.00 6055 und 7345 kHz

17.00-17.30 5915 und 6055 kHz

19.00-19.30 5915 und 7345 kHz

Alle Zeitangaben in UTC (Weltzeit). Ausgestrahlt wird das Programm über Sendeanlagen nahe der ungarischen Grenze und ist in Mitteleuropa meist problemlos zu empfangen. Überdies werden die halbstündigen Sendungen auf dem Satelliten Astra 3A 23,5° Ost und via World Radio Network (WRN) übertragen. Im Internet sind sie auf der Homepage des Senders (www.rsi.sk) sowie als Podcast und Livestream bei Radio700.info zu finden. Zusätzlich bestehen Angebote auf Slowakisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch.

Im Jahr 2006 wurden die Sendungen auf Kurzwelle wegen finanzieller Probleme unterbrochen, für Anfang 2010 drohte ein ähnlicher Sendestopp, bei dem jedoch auch einige Sprachdienste hätten eingestellt werden sollen. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Hörerklub ein Contest durchgeführt. Weitere Informationen dazu hier.

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Besitzer eines DAB-Digitalradios in Deutschland kamen in den letzten Monaten eher nicht auf ihre Kosten, nun wird der Sendersuchlauf aber wieder spannend, was der Rescan ergibt ist jetzt in der Zeit des Jahreswechsels ungewiss. DAB-Radios auf der IFA. Foto: (c) DXaktuell.de

Der Oranienburger Oldiesender “OldieStar Radio” ist für seine Experimentierfreudigkeit bekannt: Erst kürzlich beendete man in Zusammenarbeit mit der Stimme Russlands einen DRM-Testbetrieb auf der Mittelwelle 1575 kHz, sendet über einen Berliner Senderstandort der Media Broadcast GmbH seine Schlager auf der digitalen Frequenz 1485 kHz, strahlt via DVB-T und DVB-S, UKW und krallte sich vor einigen Wochen die Frequenz 603 kHz. Auf ihr wird nun täglich vom Standort Zehlendorf, nördlich von Berlin, mit 20 analogen Kilowatt gesendet. Eine überraschende Neuigkeit stellt nun die Aufschaltung im DAB-Netz Berlin-Brandenburgs auf Kanal 12D mit 192 kbps (MP2) dar. Bis vor wenigen Tagen sendeten dort ausschließlich Deutschlandradio Kultur und der Deutschlandfunk, nachdem auch die Stimme Russlands Anfang Herbst ihre Ausstrahlungen an dieser Stelle beendete. OldieStar-Geschäftsführer Oliver Dunk kündigte in einem Internetforum an, dass die Ausstrahlung seines Programms auf DVB-S (Astra 19,2° Ost) und DVB-T-Radio (Berlin, Kanal 59) zum Jahresende eingestellt werden würden. OldieStar setzt Priroritäten und die erscheinen wunderlich, aber irgendwie sympathisch.

Stichwort Deutschlandradio: Am 18. Januar 2010 wird es soweit sein: Das neue bundesweite Hörfunkprogramm “DRadio Wissen” geht an den Start. DRadio Wissen wird neben dem immer wiederkehrenden, zweistündigen Tagesschema (genannt “Mein Tag”, darin u.A. “Die Welt in 100 Sekunden”, “Natur”, “Medien”) auch Abends und Nachts Übernahmen von anderen Kultur- und Inforadios der ARD enthalten. So werden Sendungen von NDR Info, SWR Cont.Ra oder auch der Deutschen Welle bundesweit hörbar sein. Hinzu kommt auch die sogenannte “Redaktionskonferenz”, in der Radiomacher und -hörer miteinander kommunizieren und diskutieren sollen. “Hirn will Arbeit” – Der Slogan des Wissensradios. Das Hirn bekommt die Arbeit allerdings nur via digitalem Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-C) und Internetlivestream. Wurde Anfang 2009 noch eine möglichst bundesweite Ausstrahlung im digitalen Radio DAB forciert, so scheint man sich, so wurde es in mehreren gedrukten Programmheften kommuniziert, zum Jahresende von diesem Sendesystem komplett zu verabschieden – wäre da nicht eine kurze Pressemitteilung der “Hessen Digital Radio”. So teilt der Sendernetzbetreiber Hessens mit, dass sechs Standorte seines ohnehin schon reduzierten Sendernetzes den Betrieb quittieren werden, auch in Hinblick auf die angedachte Neustrukturierung des digitalen Radios in Deutschland. Zwei Standorte (Frankfurt am Main mit 1 kW Sendeleistung und der Große Feldberg mit 500 kW, beide gerichtet) sollen aber auch weiterhin die DAB-Versorgung im Rhein-Main-Gebiet auf Kanal 12C aufrechterhalten. Und ein kleiner Nebensatz überrascht, solle doch das neue Programm “DRadio Wissen” das bestehende Programmangebot 2010 ergänzen. Unter “bestehendem Programmangebot” versteht man in Hessens DAB-Wortschatz genau zwei andere Hörfunkkanäle, nämlich den Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. Schenkt man der Ankündigung aus Frankfurt Glauben, so wird das Deutschlandradio also keinesfalls von der DAB-Bildfläche in Deutschland verschwinden. Ob auch andere Bundesländer weiterhin mit den DRadios auf DAB versorgt werden werden, ist unklar.

Würde das Deutschlandradio seine Drohungen aber doch war machen, so würde dies das Aus für verschiedene DAB-Netzwerke bedeuten. Thüringen und Sachsen ständen DAB-Technisch auf der Kippe, der MDR wolle sein Sonderprogramm “MDR Klassik” nicht alleine in den beiden landesweiten DAB-Bouquets dümpeln lassen, da schalte man lieber ganz ab, munkelt es. In Sachsen-Anhalt wolle man aber ganz bestimmt weitermachen, dort sei ja mit vier Privatradios, einem Verkehrsservice und zwei DABplus-Tests noch einiges an Leben im Block. Aprops Sachsen: Noch bis Donnerstag hat der geneigte Radiofreund die Chance, auf Kanal 11A in Leipzig im Testensemble verschiedenen MDR-Programmen in DAB und DAB+, Rockland in DAB+ sowie dem privaten Fußballradio 90elf in DMB-Radio zuzuhören. Der Testbetrieb war begrenzt, wird wohl nicht verlängert und ist am 31.12. zu Ende.

2010 soll das Jahr für DAB+ werden, was eigentlich schon 2009 hätte werden sollen. Einen “Big Bang” gab es nicht, das bundesweite Ensemble besteht weiterhin nur auf dem Papier und die Senderstandorte sind mehr oder weniger schlau einzig in einigen dösigen PDF-Dokumenten festgelegt. Ob es im kommenden Jahr was wird, steht in den Sternen. Immerhin: Eine bundesweite Ausschreibung soll im Laufe des Januars erscheinen. Wer sich bewirbt? Ob sich wer bewirbt? Niemand weiß es. Und wer ein teures DAB-Radio im Schrank stehen hat, der denkt besser auch gar nicht darüber nach.

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Bis zum Jahr 2012 muss der Hessische Rundfunk über 64 Millionen Euro einsparen. Damit das klappt, sieht sich der HR gezwungen, eines seiner Programme einzustellen. Daher wurde der hessische Rotstift wurde bereits im April 2009 beim Sonderprogramm “HR-Info+” angesetzt. Das Programm übernimmt zu den meisten Zeiten die Nachrichten- und Infoprogramme des Kanals “HR-Info”, klinkt sich aber zu besonderen Ereignissen wie Sportveranstaltungen oder Bundestags- und Landtagsdebatten aus dem regulären Tagesprogramm aus. In den Abendstunden werden hier Sendungen in Fremdsprachen ausgestrahlt.

MW-Sender-Weißkirchen
Sender Weißkirchen

Zu hören ist hr-info+ auf Astra Digital Radio (ADR), via DVB-S (19,2° Ost), im Internet sowie auf der Mittelwellenfrequenz 594 kHz. Hier senden die Senderstandorten Hoher Meißner (100 kW) und Weißkirchen (300 kW) im Gleichwellenbetrieb und sind somit auch in anderen Bundesländern problemlos empfangbar. Am 31.12.2009 wird jedoch um Mitternacht die Verbreitung von hr-info+ im Rahmen des Sparpakets eingestellt. Während die Mittelwellensender gleich zum Jahreswechsel abgeschaltet werden (und damit ihr jahrzehntelanger Betrieb beendet wird), wird via Satellit noch bis zum 4.1.10 auf dem ehemaligen “plus”-Sendeplatz das normale hr-info-Programm gesendet.

Das Hauptinfoprogramm HR-Info ist in Hessen weiterhin unverändert auf UKW-Frequenzen zu empfangen, konkrete Planungen zur Schließung von vorhandenen UKW-Versorgungslücken bestünden derzeit aber nicht, wie der HR mitteilte. HR-Info wird zudem via ADR, Kabel, DVB-S und Internet gesendet.

Weitere Informationen zum HR unter: http://www.hr-online.de. Die Pressemittelung zur MW-Abschaltung wurde unter http://www.hr-online.de/website/derhr/home/presse_meldung_einzel.jsp?rubrik=4820&key=presse_lang_38504513 veröffentlicht. Das Foto zeigt den MW-Sender Weißkirchen, es wurde von dem User “presse03″ 2005 erstellt und auf Wikipedia unter der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.

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Ab dem 01.01.2010 wird das Funkhaus Euskirchen als Dienstleister das deutschsprachige Programm des
Der Siegesplatz in Minsk

Der Siegesplatz in Minsk

belarussischen Auslandsdienstes („Radio Belarus”) täglich 2 Stunden über die Kurzwellensendestelle in Kall ausstrahlen. Die Ausstrahlung erfolgt in der Zeit von 7 bis 9 Uhr Weltzeit, was im Winter 8 bis 10 Uhr MEZ entspricht. Zum Einsatz kommt die Frequenz 6005 kHz, die in der übrigen Zeit das Programm von „Radio 700″ europaweit überträgt.

Bernd Frinken, Projektkoordinator im Funkhaus Euskirchen e.V. freut sich über den Zuwachs: „Neben dem Hamburger Lokalradio und unseren eigenen Ausstrahlungen freuen wir uns, Radio Belarus mit seinen deutschsprachigen Sendungen an Bord zu haben. Auf diesem Wege kann das deutschsprachige Programm aus Minsk in vielen Ländern Europas zusätzlich empfangen werden. Gerade wo sich am Abend zahlreiche Auslandsdienste auf den Kurzwellenbändern gleichzeitig tummeln, bietet sich so für Radio Belarus in den Morgenstunden die Möglichkeit, einen größeren Hörerkreis zu erschließen.” Das deutschsprachige Programm von Radio Belarus sendet Nachrichten, Interviews mit führenden Politikern, Wissenschaftlern, Sportlern, Intelektuellen, Kulturschaffenden und Geistlichen. Dazu gibt es Beiträge über die Geschichte, die Kultur und die geistigen Werte des Belarussischen Volkes. Die Musik, die auf den Wellen von Radio Belarus zu hören sein wird, ist ausschließlich belarussische Volks – und Klassikmusik, sind außerdem Musikwerke der modernen belarussischen Sänger, Sängerinnen und Bands.

„In Zeiten eines zusammenwachsenden Europas ist es auch ganz besonders wichtig, direkte Informationen aus den

Logo des Radio700-Kurzwellendienstes

 Nachbarländern zu erhalten, in einer Sprache, die man beherrscht”, so Bernd Frinken. „Auslandsdienste, wie Radio Belarus bieten hierbei die Möglichkeit sich authentisch über Land und Leute zu informieren.”

Die Redaktion in Minsk ist sehr interessiert an Hörerfeedback über die Sendungen. Empfangsberichte werden mit sogenannten „QSL” Postkarten beantwortet, die Motive aus Belarus zeigen.  

Aufgrund der technischen Gegebenheiten besteht in Kall die Möglichkeit, auch weitere Programme auf den vorhandenen Frequenzen im 49m Band als auch auf weiteren Kurzwellenfrequenzen im Bereich zwischen 75m und 25m Band abzustrahlen.

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu – doch vorher flattert am 24.12.  noch rasch das Christkind ins Haus, breitet die am Nordpol von flinken Zwegen gefertigten Weihnachtspräsente aus, wirft gleichzeitig noch etwas mehr Holz ins Kaminfeuer und schnappt sich keck einen Keks vom bunten Teller. Abgerundet wird diese ach-so weihnachtliche Atmosphäre vom W-Lan-Radio, welches via DSL-Router seelige Weihnachtsklänge empfängt.

Frohes Fest!

Damit der geneigte User mehr als nur Wham!s “Last Christmas” auf die Ohren gelegt bekommt, seien nachfolgend ein paar fein ausgesuchte Weihnachtswebradiotipps aufgelistet.

Wer die traditionellen Weihnachtssongs satt hat, dem sei wärmstens “DR Dansktop” empfohlen. Der öffentlich-rechtliche dänische Rundfunk hat hier eine erlesene Auswahl von rhythmischer, aber dennoch volkstümlicher Stimmungsmusik getroffen. Ausschließlich auf Dänisch, da klingt “Driving Home for Christmas” schon etwas anders – mit Humtata-Sound und etwas Fantasie wird daraus ein spaßiges Weihnachtslied zum Mitschunkeln. Ein paar Schmunzler bereitet dieses Programm garantiert.

Was Santa Claus gerade treibt, wird live im britischen DAB-Digitalradio gesendet. Auf “Radio Lapland” kann man dem Weihnachtsmann bei den Vorbereitungen zum Heiligen Abend zuhören, ein Live-Hörspiel aus Lapland quasi. Im MP3-Livestream kann man auch außerhalb der Insel hören, wie Santa Geschenke verpackt, sich ein Glas Cherry genehmigt oder die Takte eines Weihnachtsliedes summt. Richtig spannend wird es wohl erst gegen Abend – also vielleicht mal eine neue Hintergrundberieselung für die Bescherung?

Sehr weihnachtlich wird’s bei 1.FM Always Christmas. Unter ganz traditionelle Weihnachtssongs mischt sich auch Swing, Weihnachtsjazz oder gar Acapella. Der Stream strömt mit 128 kbps (WMA) und tönt somit ganz formidabel. Einzig die amerikanische und vollkommen unweihnachtliche Werbung für Immobilien oder Pay-TV stört die festliche Atmosphäre ein wenig.

Ein Weihnachtsklassiker für alle Freunde der rauhen See ist “Gruß an Bord”. Seefahrer grüßen Verwandte, Familien grüßen Seeleute, Reedereien tun es ebenso. Übertragen wird diese Sendung in voller Länge (3 Stunden) ausschließlich auf NDR Info Spezial, d.h. auf den Mittelwellen 702, 828, 972 und 792 kHz, via Satellit sowie im Livestream der Station. Ausgestrahlt wird das Programm an Heiligabend von 20:05 Uhr (MEZ) bis 22:00 Uhr und dann weiter von 23:05 bis 24:00 Uhr. Die ersten beiden Sendestunden werden auch über die UKW-Sender von NDR Info und NDR 90,3 übertragen.

Frohe Weihnachten – und einen guten Empfang über die Festtage!

 

DR Dansktop: http://www.dr.dk/netradio/metafiler/asx/DR_Dansktop_128.asx

Radio Lapland: http://www.arqiva.me/radio-lapland-10.mp3 / http://www.radiolapland.co.uk/ 

1.FM Always Christmas: http://christmas.1.fm/1fmchristmas128k 

NDR Info Spezial: http://ndr.ic.llnwd.net/stream/ndr_ndrinfo_spezial_hi_mp3 

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Die Translation im Onlinelexikon Wikipedia liest sich etwas komisch: Den “Reichsrundfunk” stell ich also vor. Das mag beim ersten Hinsehen befremdlich anmuten und gleich wieder zum Wegsehen animieren – aber ich kann entwarnen, schließlich entpuppt sich dieser Reichsrundfunk als erleichternd modern und progressiv mit seinen zahlreichen Online- und DAB-Kanälen. Und dass er im Jahre 1933 gegründet wurde ist… äh… Zufall, wirklich. Ich will doch nur den “Reichsrundfunk Norwegens” vorstellen, Norsk rikskringkasting heißt das dann in Landessprache.

Winter in Tuddal, Region Telemark, Norwegen

Winter in Tuddal, Region Telemark, Südnorwegen

Nachdem ich aus dieser Nummer einigermaßen… ähem… heil wieder rausgekommen bin, schnell zu den Formalitäten: Norwegen! König Harald V. regiert über 4.8 Millionen Einwohner, bezahlt mit der norwegischen Krone, wohnt in Oslo und feiert zusammen mit dem Premierminister am 17. Mai den Nationalfeiertag. Und irgendwie könnte das Königreich Norwegen die Schweiz Skandinaviens sein, sträubte man sich doch bereits mehrmals gegen den Beitritt zur Europäischen Union und bietet begehrte Güter in seinem Hoheitsgebiet. Die Schweiz hat Käse, Norwgen Öl.

Norwegens Rundfunk NRK bietet gleich eine ganze Reihe an Livestreams, in unterschiedlichen Bitraten für unterschiedlich schnelle Internetzugänge. Eine Besonderheit ist dabei der Kanal “NRK 5.1″, der mit 440 kbps (!) exzellenten Rundumklang bietet, sofern man eine entsprechende Anlage sein Eigenen nennen darf. In 160 kbps und verschiedenen Regionalversionen strömt das Hauptprogramm “P1″, es versteht sich als unaufdringlichen aber praktischen Tagesbegleiter seiner über 1.000.000 Hörer. Anspruchsvolle Arien und Kulturberichte sind dann Auftrag von “P2″ und das junge Radio ist “P3″: Tagsüber vieles vom “besten von heute” (allerdings nicht zu vergleichen mit der in Deutschland unter diesem Slogan gefahrenen Dudelschiene), abends einige interessante Themensendungen, mit Musik, die es sonst eher selten zu hören gibt. Prädikat: Anklicken, Abspeichern, Anhören. Auch wenn man nicht in der anvisierten Altersgruppe 15-30 liegen sollte.

Fernsehturm Trondheim

Fernsehturm in Trondheim

Ein Ableger von “P3″ ist “NRK P3 Urørt”, zu Deutsch: “P3 Unberührt”. Hier werden unbekannte Bands vorgestellt, die eigentlich nur schwer einen Weg in die Playlisten der großen Radiostationen finden würden und durch diesen Sender in der Öffentlichkeit etwas publiker werden. Angesichts des Sendeausfalls zum Testzeitpunkt ist zu hoffen, dass dieses interessante Projekt rasch wieder im Internet zu hören ist. Nicht zu überhören ist dafür “mP3″, die Musik auf diesem Online-, Satelliten- und DAB-Kanal ist energiegeladen, laut und gibt Kraft um einen dunklen, skandinavischen Wintertag zu überstehen. Oder um sich möglichst Rasch einen spaßigen Tinnitus per Schalltraumata herbeizuführen.

Wer eher auf etwas traditionellere Töne wert legt, dem sei NRK Alltid Folkemusikk ans Hörorgan gelegt. Gelegentlich nordisch-beruhigend behagliche und ruhige Volksmusik, ab und zu aber auch erschreckend befremdlich anmutende Klänge, die wohl auch irgendwie aus dem Lang der Fjorde und des Stockfisches zu kommen scheinen. Umbedingt auch mal reinhören.

Bei der Fülle der Streams empfielt sich die Webseite von NRK, um einen ersten Überblick über das Programmangebot zu bekommen. Im oberen, rechten Bereich des Fensters kann die Bandbreite sowie das gewünschte Programm gewählt werden. Gute Unterhaltung! http://nettradio.nrk.no/default.php?kanal=mpetre 

unten: Fernsehturm Trondheim, Quelle: Wikipedia, Fotograf: “HuBar”. oben: Winter in Tuddal, Südnorwegen, Quelle: Wikimedia Commons, Fotograf: “Trulsh”. Beide Fotos wurden unter der Lizenz “ShareAlike” veröffentlicht.