Archiv für November 2009
“Total lokal und weltoffen” – Das Hamburger Lokalradio ist in der internationalen Hörfunkszene schon seit langem ein gern gesehener Gast. So wird Sonntags ein einstündiges Magazin aus der Hansestadt über verschiedene Satelliten im Rahmen von “World Radio Network” ausgestrahlt. Gelegentlich war man auch schon Gast auf den internationalen Kurzwellen, und zwar via Ulbroka / Lettland oder Wertachtal / Bayern. Geht es nach Michael Kittner, dem Stationsleiter des HHLR, so sollen dies nicht die letzten Auftritte auf der Kurzwellenskala gewesen sein. Er setzte sich mit den Classic Broadcast Facillities in Kall-Krekel in Verbindung, über die bereits Radio 700 sein Programm auf 6005 kHz ausstrahlt und vereinbarte umfangreiche Testsendungen im kommenden Monat Dezember. 
Bereits am 21. November 2009 konnten von der Kurzwellengemeinde erste außerplanmäßige Testsendungen auf der neuen Frequenz 5980 kHz beobachtet werden, der Frequenz, über die dann ab 01.12.09 10.00 Uhr UTC die Radioprogramme aus dem Hamburger Kulturzentrum “LoLa” gesendet werden. Im Laufe des Monats werden dann täglich zwei Stunden lang Sendungen des HHLR ausgestrahlt, an den Weihnachtstagen 24.-26.12. sogar sechs, dann bereits ab 06.00-12.00 UTC (07.00-13.00 MEZ). So soll den Hörerinnen und Hörern ein erster Eindruck vom Programm des Kulturkanals quasi frei Haus geliefert werden. Über eine Ausdehnung des Sendeplans wird dann Anfang 2010 entschieden, je nach Empfang und Hörerfeedback.
Weitere Informationen zum Hamburger Lokalradio werden unter der Adresse www.hamburger-lokalradio.de bereitgestellt. Fotos und technische Daten aus den Classic Broadcast Facillities in Kall-Krekel, die das Programm des HHLR mit 1 Kilowatt über einen Telefunken-Breitbanddipol übertragen werden, sind unter www.classicbroadcast.de zu finden. Täglich sendet von hier aus Radio 700 (www.radio700.de) auf der Frequenz 6005 kHz.
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Willkommen auf den Kaimaninseln! Einst boten diese den bösen Karibikpiraten Zuflucht, heute sind es die Reichen und Superreichen, die sich an der dort herrschenden Steuerfreiheit erlaben. Wahrlich kein schöner Vergleich, die feine englische Art ist das nicht – aber britisches Überseegebiet seit dem 17. Jahrhundert. Zirka 37.500 Einwohner aalen sich auf der 197 km² großen Hauptinsel Grand Cayman – und kommen dabei in den Genuss von einer Fülle von Radiostationen, man sollte es nicht für möglich halten.
Eine kleine Auswahl sei hier geboten.
Blick aus dem Fenster: Regen, Sturm und Dunkelheit in Deutschland. Da lacht der Infotext des Livestreams von Radio Cayman 1 aus dem Monitor: “Live Radio Broadcast from the Cayman Islands. Life is better over here.” Neid. In Stereophonie, mit dezentem Hintergrundrauschen und 32 kbps strömt das erste Programm gen Europa und bringt gut gelaunte Popmusik, dazu einiges an Reaggae und ein wenig an Reaggae-Pop. Ergänzt wird alles mit Nachrichten zur vollen Stunde, lokalen Informationen, Talk und einer Familienpackung plötzlich eingestreuter Werbung. Das nennt sich dann Vollprogramm und ist seit 1970 auf Sendung, lokal auf UKW 89.9 MHz und eben als Windows-Media-Livestream. Mit den übermotivierten Moderatoren und der Nachrichtensprecherin mit dem niedlichen Akzent eindeutig hörenswert.
Am anderen Ende der kaimanischen Radioskala, nämlich auf 105.3 MHz, strahlt “BreezeFM”. Unter diesem Namen könnte man eine private Station vermuten, tatsächlich ist es aber das dritte Programm von Radio Cayman. Leider wird der zweite Kanal nicht im Weltnetz zur Verfügung gestellt, dafür bekommt man nach dem Klick auf den “Play”-Button von BreezeFM noch einen lustigen Brummton und einen verspielten, sich permanent ändernden Lautstärkepegel. Das Programm wirkt ein wenig müde und komisch zusammengestellt, auf schief gesungenen Rock folgt ein einschläfender Oldie, um danach von Reba McEntires “Till You Love Me” erlöst zu werden. Moderation ist karg. Man bilde sich eine eigene Meinung.
Wer Gefallen an dem bisschen Reaggae auf Radio Cayman 1 gefunden hat und einen MP3-Stream mit 48 kbps urig findet, der darf beim privaten “Vibe FM” reinhören. Hier laufen zwar auch einige Top Hits, das Programm macht aber keinen seelenlosen Eindruck mit seinen Liveberichten von Veranstaltungen und dem regionalen Touch der Rotation.
Noch ein Privater: Auf der Webseite von “The Cayman Rooster” wirbt mit großem Banner ein Bestattungsunternehmen. Man sollte aber keine voreiligen Schlüsse ziehen, denn das Programm ist erstaunlich tiefgründig. Der Stream klingt mit 64 kbps in Windows Media Audio ganz akzeptabel und liefert Talkrunden mit Inselprominenz aus Politik und Wirtschaft, Wortbeiträge und Call-In-Sendungen. An Werbung kann natürlich nicht gespart werden, man wird danach aber mit lässigem Country entlohnt, in dem auch mal German Cars besungen werden. Sollte man mal reingehört haben. Schönes Wochenende.
Radio Cayman: mms://209.27.53.52/radiocayman (Webseite http://www.radiocayman.gov.ky); The Breeze: mms://wms1.iviplanet.com/BreezeFM; Vibe FM: http://s4.viastreaming.net:7350/ (http://www.vibefm.ky/); The Rooster mms://69.59.140.90/rooster (http://www.rooster101.ky). Foto: cc-by-sa von S. Oettmeier aus Wikipedia.
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Einmal im Jahr aktiviert Radio St. Helena seinen kleinen, aber feinen Kurzwellensender und sorgt somit unter Fernhörern für Aufregung. Der diesjährige St. Helena Day fand am 14. November 2009 statt. Wer die Signale aus dem Südatlantik erhaschen wollte, der hatte auch in diesem Jahr wieder auf der Frequenz 11092,5 kHz die Chance. Die Ausstrahlung erfolgte über einen Amateurfunksender in USB. Diesmal erwiesen sich die Ausbreitungsbedingungen jedoch als nicht optimal, womit der Empfang schlechter war als üblich. Dennoch wurden aber einige Details von Hörerinnen und Hörern aus aller Welt notiert und in den nächsten Tagen wahrscheinlich in Berichtsform den Weg auf die Insel antreten.
Die Sendezeiten waren in UTC 20:00 – 21:00 für Indien / Südostasien, 21:00 – 22:00 für Japan / Asien, 22:00 – 23:30 für Europa und 23:30 – 01:00 für Nordamerika / Mittelamerika / Karibik.
Freunde von Empfangsbestätigungen kommen, wie Eingangs erwähnt, auch auf ihre Kosten. Gegen detaillierte Empfangsberichte und Rückporto / Aufwandsentschädigung in Form von fünf Euro bzw. 3 US-Dollar (Banknoten), wird wieder eine QSL-Karte verschickt. Man sollte aber einen detaillierten Bericht anfertigen und z.B. bekannte Songs oder Wortbeiträge mit der aktuellen Zeitangabe zu benennen. Empfangsberichte per E-Mail werden nicht bestätigt. Die Postanschrift:
Radio St. Helena
P.O. Box 93
Jamestown , St. Helena
STHL 1ZZ
South Atlantic Ocean
Aktuelle Informationen werden unter http://www.sthelena.se/radioproject/ veröffentlicht. Weitere Informationen auch unter www.rmrc.de.
Brrrr – es ist Winter. Es ist kalt. Und es ist Nacht. Grausige gefühlte minus achtzig Grad Celsius herrschen im ganzen Land, draußen tobt ein beißender, kalter Wind. Brrrr! Brrrr! Glücklich schätzt sich nun der Leser meines Wochenendwebradiotipps, schließlich kann er sich sein Herz unter Zuhilfenahme seines Internetradios wärmen. Mmmmhh!
Zum ersten Auftauen empfehle ich, sich per Livestream aus Großbritannien ein paar güldene Klänge ins Haus liefern zu lassen. Das klappt gut mit einem der größten Networks auf der Insel: Mit “Gold”, ehemals “Capital Gold”. Gold sendet auf DAB, Satellit, Mittelwelle und im Internet – und sperrt den geneigten Radiohörer aus Deutschland einfach per böser Postleitzahlabfrage “aus lizenzrechtlichen Gründen” vom Livestream aus. Das ist fies, denn wer kennt schon eine britische Postleitzahl? Spontan fällt mir nur WC2H 7LA aus London ein, aber die auf der Seite des Senders einzutragen wäre ziemlich dreist. Wer würde das schon tun. Falls man dann -über welchen Weg auch immer- dennoch Zugang zu dem Programm hat, haucht einem eine nette weibliche Station-Voice den Sendernamen entgegen, gefolgt von den greatest hits of the 60s, 70s and 80s. Reinhören sollte man eigentlich aber nur in den Abend- und frühen Morgenstunden, denn dann wird mehr als nur die per Marktforschung abgesegnete Rotation abgeleiert. Begleitet wird alles von Moderatorinnen und Moderatoren, die einer der zahlreichen Alles-Wird-Gut-Telenovelas entsprungen sein könnten. Zugegeben, die Goldmedaille hat dieses Programm nicht verdient, aber Bronze sei verliehen.
Wenn es Nacht wird und die Einschaltquoten sowieso sinken, dann wagen die Platzhirsche auf dem deutschen Radiomarkt auch mal was Verrücktes und lassen den Moderator die Musik auswählen, die in seiner Sendung gespielt wird. Eine lustige Idee, die jeden Dienstag bei NDR 2 aus Hamburg Realität wird, denn ab 21.00 Uhr (MEZ) wird der dreistündige “Soundcheck – Neue Musik” durchgeführt. Am Mikrofon Dr. Peter Urban, bekannt aus Funk und Fernsehen, zum Beispiel als deutscher Kommentator des Eurovision Song Contest. Gute Musik gemischt mit wirklichen Hintergrundinfos zu Interpreten, Titeln und Labels, die nicht von Wikipedia kommen. Wer diese Sendung hört, der erfährt, wie träge die Musikredakteure dieser Welt zu sein scheinen: Was hier läuft, landet -wenn überhaupt- erst nach Wochen in der Hitrotation der gängigen Popschleudern. NDR 2, zu den übrigen Zeiten eher durchschnittliche Servicewelle des Norddeutschen Rundfunks, ist in Norddeutschland auf UKW und DAB sowie in der restlichen Welt via Livestream zu hören. Europa wird zudem auch per Satellit Astra 19,2° O versorgt.
Ab 02.05 Uhr MEZ kann man sich auf NDR Info an Musik erfreuen, die quasi nirgendwo sonst im Radio ausgestrahlt wird. Die “Nightlounge” ist unmoderiert und präsentiert eine angenehme Mischung aus Lounge-Musik, Smooth Jazz, Soul und Pop – alles abseits des Mainstreams. Wem die Sendezeit etwas zu spät ist, der kann auch tagsüber die Nightlounge auf dem Sonderkanal “NDR Musik Plus” im digitalen Radio DAB genießen.
Homepage von Gold: http://www.mygoldmusic.co.uk/, Livestream WMA 32 kbps http://mediaweb.musicradio.com/show.asx?StreamID=6&web=true. Livestreams von NDR Info unter http://ndrinfo.de/livestream150.html. Den Soundcheck Neue Musik als MP3-Loop unter http://ndr.ic.llnwd.net/stream/ndr_ndrloop18_hi_mp3, und der NDR 2 Livestream unter http://ndr2.de/programm/livestream176.html. Gute Unterhaltung!
