Deutscher Wetterdienst will neue KW-Sendungen starten

Die Sendemasten in Pinneberg strahlen demnächst den Seewetterbericht aus.
Sendemasten in Pinneberg

Nach dem der Norddeutsche Rundfunk die Ausstrahlung seines Seewetterberichtes auf Mittelwelle beendet hat, will der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Kurzwellenanlage in Pinneberg bei Hamburg aufrüsten. Über die Sendestation werden bereits Wetterdaten für die Seeschifffahrt im Fernschreibverfahren (RTTY), als Wetterfax und nach dem NAVTEX-Standard auf Kurz- und Langwelle übertragen. Nun könnten Wetterberichte im 49-Meter-Kurzwellenband folgen, die auch mit herkömmlichen Radios gehört werden können – so wie beim Seewetterbericht vom NDR oder dem Deutschlandfunk – nur, dass diese Aussendungen künftig auf Kurzwelle stattfinden sollen.

Seewetterbericht drei mal täglich

Wie der DWD bestätigte, wird derzeit darüber beraten, ob die vorhandenen Antennen in Pinneberg geeignet sind, um Nord- und Ostsee abzudecken. Weitere technische Anschaffungen sind nach DWD-Informationen nicht nötig. Generell befänden sich die Planungen noch in einem frühen Stadium. Bei der Bundesnetzagentur sind jedoch schon folgende Frequenzen registriert:

0600-0630 Uhr UTC: 6040 kHz
1200-1230 Uhr UTC: 6040 kHz
2000-2030 Uhr UTC: 5905 kHz

Ob der in anderen Publikationen kommunizierte Starttermin von Testsendungen am 01.04.2015 eingehalten werden kann ist unklar, heißt es. Man geht von einem späteren Sendebeginn aus, so die Seeschifffahrtsbetreuung in Hamburg. Zwar würden Wetterdaten auch per NAVTEX in Schriftform gesendet, für Planungen sind Vorhersagezeitraum und Vorhersagegebiet sei das nicht ausreichend, so der DWD.

Skurrilerweise wäre damit das Seewetter des DWD die einzige regelmäßige Kurzwellensendung rundfunkähnlicher Art mit offiziellem Charakter aus Deutschland, nachdem die Deutsche Welle ihre Kurzwellensendungen auf Deutsch und über Sendeanlagen im eigenen Land überhaupt vor einigen Jahren eingestellt hatte.

Update 24.8.2015: Bisher sind keine Radiosendungen des DWD gestartet.

Update 21.10.2015: In den vergangenen Tagen wurden Testsendungen des DWD beobachtet. (A-DX)

Weiterführende Informationen
Offizielle Homepage DWD Pinneberg

15 Kommentare

  • tiNG

    21. Januar 2015 um 09:40

    Guten Tag.

    Herzlichen Dank für diesen Artikel. Leider finde ich keine belastbare Quellenangabe. Eine Suche auf den Seiten des DWD und der BNetzA blieb erfolglos.

    Eine Google-Suche brachte zwar Ergebnisse, aber keine gültigen Quellenangaben.

    Es wäre nett, wenn Sie das nachreichen könnten.

    Vielen Dank!

    73 & 55

  • DXaktuell

    21. Januar 2015 um 09:42

    Guten Morgen,

    wie im Artikel angegeben ist eine Abteilung des DWD direkt die Quelle.

    Viele Grüße

  • tiNG

    21. Januar 2015 um 09:46

    Moin!

    Also ist da eher von einer Email auszugehen?

    73 & 55

  • DXaktuell

    21. Januar 2015 um 09:48

    Genau. DXaktuell-Eigenrecherche. 😉

  • tiNG

    21. Januar 2015 um 09:53

    Aha! 😉

    Jut, dann nehmen wir das mal so, gelle?

    Danke für die Infos! 🙂

    73 & 55

  • Andreas

    21. Januar 2015 um 17:58

    Den Satz „Zwar würden Wetterdaten auch per NAVTEX in Schriftform gesendet, für Planungen sind Vorhersagezeitraum und Vorhersagegebiet sei das nicht ausreichend, so der DWD“ verstehe ich weder grammatikalisch noch inhaltlich: Einige NAVTEX-Sendungen beinhalten doch auch Wetterlagen und Vorhersagen, wie eben auch gesprochene Seewetterberichte. Ob man diese Infos nun schriftlich oder muendlich aufnimmt, duerfte doch keine Rolle spielen. Oder sind mit „Wetterdaten … per NAVTEX“ nur diejenigen NAVTEX-Meldungen gemeint, die ausschliesslich aus Messwerten bestehen?

  • Rainer Zueni-Smous

    23. Januar 2015 um 10:53

    Keine belastbare Quellenangabe und der Sendestart ist am 1. April…

    Soo, soo, jaa, jaa…

  • DXaktuell

    23. Januar 2015 um 13:23

    Schauen Sie noch mal in den Text. Der Sendestart ist eben nicht der 1.4. und die Quelle durchaus belastbar. 😉

  • Michael DL9LBG

    23. Januar 2015 um 18:33

    Moin Daniel!

    Danke dir für diesen Beitrag und deine Recherchen. Den letzten Absatz kann man allerdings betrachten, wie man will 😉 „Einzige rundfunkähnliche Aussendung aus Deutschland mit offiziellem Charakter in deutscher Sprache…“ Was ist denn mit Radio 700 und dem HCJB-Ableger in Ostfriesland?

    Ich werde deinen Beitrag im Ostseerundspruch heute Abend im Programm haben (natürlich mit Quellenangabe).

    Dank und Gruß aus Lütjenburg –

    Michael DL9LBG (aka Twitter @Baltic_Meikel)

  • Walter Barteczek

    29. Januar 2015 um 09:14

    Eine Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur ist sekundär. Die Frequenz samt Zeitfenster muss beim HFCC angemeldet, koordiniert und genehmigt sein. Das geht aber in sehr kurzer Zeit. Die aktuelle Belegung kann am als *.txt-File unter „Public Data“ bei http://www.hfcc.org“ einsehen.

  • wb

    7. Februar 2015 um 18:54

    re Walter Barteczek:

    > Eine Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur ist sekundär. Die Frequenz samt Zeitfenster muss beim HFCC angemeldet, koordiniert und genehmigt sein. (sic)

    HFCC ist eine Private Vereinigungs Organisation, und ist nur eine freiwiliige Koordinations Gemeinschaft

    > HFCC is a non-governmental, non-profit association

    und kann sich beim weiteren Niedergang des Broadcasting Rundfunks ohne grossen Aufwand wieder selbst auflösen.

    Man dient sich gerne der Unesco und ITU Genf an, diese Ties sind aber lose.

    Eine Aussendung aus Deutschland, wie jetzt die registrierten drei x 30 Minuten im 49 mb muss bei der BNA Berlin und bei der ITU Genf eingetragen sein.

    Auch Somaliland, D.V.R. Korea und Kuba senden auf Kurzwelle, ohne privates Mitglied bei HFCC Prag zu sein.

    73 wb

  • Walter Barteczek

    21. Februar 2015 um 16:13

    Die Nichtmitglieder des HFCC sprechen für sich. Die Diskussion um den offiziellen Charakter des HFCC ist müssig und vergleichbar der Funktion z.B. des TÜV auf nationaler Ebene. Internationales Recht ist ohnehin schwierig. Die ITU in Genf spart nicht ohne Grund die Frequenzbereiche des Kurzwellenrundfunks aus. Das war schon so, als die Internationale Frequenzliste IFL in Papierform und Mikrofilme existierte. Das Anmeldeprozedere ist auch viel zu träge, um den Bedürfnissen des Kurzwellenrundfunks Rechnung zu tragen. In der IFL gibt es allerdings einige wenige A3EGN/BC Einträge innerhalb der Rundfunkbänder für sehr alte Anmeldungen aus den 50’ern und länger anhaltende A3EGN-Aussendungen für lokale Nutzungen, die sich über Jahre hinaus nicht ändern.
    Es ist nicht auszuschliessen, dass irgendwann eine Koordinierung ganz fallen gelassen wird. Aber die Berechnung auf CIRAF also zielgebietsorientiert unter Einbeziehung der Nachbarkanäle ist sinnvoll, und hier leistet HFCC sehr gute Arbeit.

  • Andreas

    30. März 2015 um 20:57

    Um 14 MESZ koennte es nach dem obigen Artikel und nach http://www.dp07.com/unser-service/kurzwellen-funkbetrieb.html zeitgleich sogar zwei Seewetterberichte geben …

  • Joerg

    16. Juli 2015 um 07:34

    Hat schon jemand eine Aussendung vom DWD gehört ? DP07 ist sehr gut zu hören. Für Segler mit einem SSB Sender an Bord treffen sich jeden morgen die Segler auf 6.224 und 8297 um 8:15 UTC

    Gruß Joerg

  • […] plant der Deutsche Wetterdienst den Seewetterbericht auf Kurzwelle auszustrahlen, siehe Bericht bei DXaktuell, der soll dort dann mit einem gewöhnlichen Radio empfangen werden können.  Gesendet werden soll […]

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