Sendestandort Monte-Ceneri Cima wird aufgegeben

Sendeantenne Monte Ceneri-Cima
Sendeantenne Monte Ceneri-Cima. Quelle: Wikimedia Commons / MasterFFF

Der Mittelwellensender auf dem Monte-Ceneri im Tessin wird endgültig aufgegeben. Dies bestätigte ein Sprecher des Betreiberunternehmens Swisscom gegenüber DXaktuell.de. Der 220 Meter hohe Stahlfachwerkmast wurde von 1978 bis 2008 zur Ausstrahlung des Programms Rete Uno aus dem Studio des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der italienischen Schweiz genutzt. Nach einer Sendepause übernahm 2011 der russische Auslandsdienst Stimme Russlands die angestammte Frequenz 558 kHz für seine Programme in verschiedenen Sprachen. Zum Jahreswechsel 2012/2013 verließ der Moskauer Sender jedoch diese Frequenz wieder. Seither ist die Technik ungenutzt.

Die Tageszeitung Corriere del Ticino berichtet in ihrer Onlineausgabe von Plänen eines Energieversorgers, den ehemaligen Sendemast für die Dauer von etwa einem Jahr als Messstation zu nutzen, um herauszufinden, ob das Gelände (1020m ü. NN) für die effiziente Nutzung durch eine Windkraftanlage geeignet ist. Der aktuelle Eigentümer bestätigte gegenüber DXaktuell.de dieses Pilotprojekt, das bereits im Gange sei. Im Anschluss würde der Mast mit seinen nachts beleuchteten Abspannseilen vermutlich demontiert. Die Swisscom nennt als möglichen Zeitpunkt September 2014.

Nicht betroffen von diesen Vorgängen ist der ursprüngliche Sendemast des Monte Ceneri, der sich nahe einer Militärbasis befindet und heute für die Verbreitung von digitalem Rundfunk nach DVB-T– und DAB-Standard (Radio und Fernsehen) genutzt wird. Er wurde bereits 1933 errichtet und ist die ursprüngliche Sendeantenne des Landessenders Monte Ceneri für das Tessin, aus dem schließlich u.a. das erste Hörfunkprogramm für die italienischsprachige Schweiz hervorging.

Die Mittelwellensender der Schweiz sind momentan alle außer Betrieb. Ende 2008 ging der unter Denkmalschutz stehende Sendemast in  Beromünster (Kanton Luzern) außer Betrieb, die eigentliche Sendetechnik wurde demontiert, ein Reservemast gesprengt. 2010/2011 schaltete auch der Sender in Sottens (Romandie) ab. Der bereits in den 1990er-Jahren abgeschaltete Sender Sarnen wird erst seit Anfang 2013 schrittweise demontiert. Kurzzeitige Testsendungen des religiösen Senders Radio Gloria auf Mittelwelle Anfang 2011 blieben ohne Fortsetzung.

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