Wie die Pforzheimer Zeitung in Ihrer Onlineausgabe berichtet, plant der Südwestrundfunk (SWR) bis Ende 2011 alle seine Mittelwellenfrequenzen abzuschalten. Gegenwärtig wird auf sechs Frequenzen das Informations- und Kulturradio SWR Cont.Ra ausgestrahlt. Dieses Programm, gegenwärtig auch über DAB-Digitalradio, Satellit, Kabel und Internetradio empfangbar, soll komplett dem Rotstift zum Opfer fallen.

Die Mittelwelle wird dem SWR zu teuer: Gegenüber der Pforzheimer Zeitung sprach der Sender von einer “veralteten Technologie”, allein der MW-Sender Mühlacker 576 kHz verursache 380.000 Euro jährliche Stromkosten.

2004 verabschiedete sich der SWR vom Wellenbereich Kurzwelle und gab die Verbreitung von SWR Cont.Ra und SWR 3 über die Sender Mühlacker und Rohrdorf auf. Im Oktober diesen Jahres endete dann die Verbreitung über die Mittelwelle 1485 kHz in Baden-Baden.

Im AM-Bereich sendet der SWR derzeit noch auf folgenden Frequenzen:

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Sender Frequenz (kHz) Leistung (kW)  
Baden-Baden 1485 1 abgeschaltet am 15.10.
Bodenseesender 666 150  
Freiburg 828 10  
Heilbronn-Obereisesheim 711 5 DRM-Testbetrieb
Mühlacker 576 100  
Rheinsender 1017 100  
Ulm 1413 1  

 

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Weiterführende Informationen:

– Quelle: http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Muehlacker/arid,238008_puid,1_pageid,87.html (mit Video)

15 Kommentare zu „SWR: Aus für Mittelwellen“

  • SWR Cont.Ra bleibt auf Sendung, nur die MW wird eingespart: http://www.dxaktuell.de/?p=1363

  • André Coville:

    Jetzt möchte ich gerne wissen wie wir im Ausland den SWR empfangen sollen.
    DAB?
    Die Rundfunkintendanten werden blöd!!!!

  • Renkewitz Paul:

    Die Rundfunk-Intendanten sollen mir bitte mitteilen, wie ich nun SWR “Contra” auf meinen Autofahrten empfangen kann. Am Abend zu Hause sehe ich fern und für das anhören von Hörprogrammen im Internet habe ich keine Zeit, weil ich den Computer für die Arbeit benötige. Das deutsche DAB,das – notabene – nichts anderes als digitalisierter UKW ist, kann ich nicht empfangen. Kann ein Staat nicht einmal mehr 350’000 Euro Stromkosten für einen Rundfunksender verausgaben, der ein riesiges Gebiet in einem Radius von 150 bis 250km abdeckt, so ist er nicht mehr kreditwürdig.
    Wir haben es mit einer neuen Generation von Medien-Politikern und -Managern zu tun, die nicht mehr über den DAB-, bzw UKW-Tellerrand hinaus schauen können.

    Paul Renkewitz
    Geroldswil
    Schweiz

  • Schleutermann Markus:

    Gratulation, unsere Verblödungspolitiker haben es nun bald geschafft, die Rundfunkbereiche auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle freizuräumen, auf dass EU-geförderter PLC-Schrott, Billig-Schaltnetzteile, Wasserenthärter, Plasmabildschirme ihren Elektrosmog ungehindert und weiträumig verbreiten können. Bald wird es genügen, den richtigen Name-Server stillzulegen und die Bevölkerung ist von allen Information abgeschnitten, was offensichtlich das Ziel einiger Leute zu sein scheint. Es wäre ja wirklich schlimm, wenn sich die Leute ihre Informationen frei beschaffen könnten, dann könnte sogar noch der eine oder andere Politiker in Frage gestellt werden. Die Stromkosten eines Mittelwellensenders sind lächerlich, wenn man sie mit denjenigen der unzähligen DAB- und UKW-Sender vergleicht, die nötig sind, um eine grössere Zone flächendeckend zu versorgen. Leider ist bei uns in der Schweiz der selbe Schwachsinn passiert, alle Mittel- und Kurzwellensender wurden von unfähigen Politikern und Rotstift-Oekonomen ebenfalls stillgelegt. Wenn der deutsche Staat schon genügend Geld hat, um CD’s mit gestohlenen Daten zu kaufen und unter Verletzung jeglicher rechtsstaatlicher Grundsätze gegen die eigenten Bürger einzusetzen, so vermag das Argument der hohen Stromkosten kaum zu überzeugen…

  • Ich wohne im Schweden neben hauptstadt Stockholm. Ich hörte SWR Cont.ra am 26 November um 1930 UTC,die freq 1017 und 576 mit SINPO 44444,ganz perfekt und sehr intressantes information program und Ich bekam die schönsten QSL Karten von SWR in einigen Monath. Ich hörte diesen Program zufällig – die programme war zu gut und mit Qualität!! Mein frage ist noch warum?

  • Tim:

    Hi,
    Digital VHF (e.g. DAB) or even analogue VHF is not suitable for receiving while driving. Line-of-sight is needed and because of that *many VHF transmitters all over the place*

    If Telecom committees and decision makers want to offer better quality and lower costs (greener technology), I would suggest keeping Medium Waves (that work over hills and valleys, mountains and lakes) and use DRM instead. I can receive German stations on DRM , Medium Waves in England around the clock, 24 hours a day, 7 days a week (e.g.1593 kHz WDR from Langenberg and QSL from Heilbronn-Obereisesheim 711 kHz, both on DRM).

    Please don’t waste all this money we have paid to build up Stations, and antennas for Medium Waves but upgrade it to DRM, we don’t have the money to waste and destroy what’s already there and ready to be used efficiently.
    Kind regards and Happy New Year

    Tim, Dorset, England

  • johannes:

    Ab 0.00 Uhr kann man in NRW nicht mehr an ausführliche neue Nachrichten über das Radio kommen. Da war es gut SWR “Contra” auf MW zu empfangen. Schade das dafür kein Geld mehr da ist. MDR info der noch verbleibt ist oft schlecht zu enpfangen.
    H. Schmitz, Mönchengladbach

  • Dr. med. Richter-Haffelder:

    Erst war ich nur sehr traurig, inzwischen möchte ich kotzen.
    Der Sender war mein Begleiter in endlosen, schlaflosen Nächten, in der Küche, im Bad, im Auto, wenn alle anderen nur dudeln oder glauben, Informationen mit Musik oder gar Werbung mischen zu müssen.
    Eine weitere Verarmung unserer Medienlandschaft, wenn man nicht den letzten technischen Schrei mitmachen kann wie DAB u. Internet.
    Der Teufel soll Euch in Euren arroganten Funkburgen holen!
    Ein Minderheitler

  • Stefan:

    Es wäre doch jetzt im Bereich des Machbaren, die Mittelwellenfrequenzen für privates Sende zu öffnen. So könnte man doch beispielsweise einen 0,5 KW Sender ohne große behördliche Genehmigungen on Air gehen zu lassen. Auch wäre es vielleicht für Amateure interessant über ihre Anlagen den Empfang weiter leben zu lassen.

  • Gerhard Föll:

    Es war gestern abend ein leider sehr unwürdiger Abgang dieses traditionsreichen und von mir seit über 60 Jahren gehörten Heimatsenders. Seltsamerweise konnte man in der Pressemitteilung über SWR-info (BKZ/StN)nichts darüber lesen. Als ob es auf UKW nicht schon genug unnötige Sender gäbe! In dieser Weise ist dieser Abgang eine Kulturschande!

  • jasso:

    Ja, schade das es eingestellt wurde. Alternativ geht es auch übers Internet, insbesondere wenn man im Ausland lebt. Notfalls aufzeichnen und am folgenden Tag hören – also zeitversetzt.

  • Hans-Peter:

    Ja, es ist in der Tat traurig, dass sich die Bundesrepublik nicht einmal mehr ein einziges überregionales Informationsprogramm leisten kann, das bundesweit im Auto oder mit einem kleinen Transistor auf dem Berg oder am Strand empfangen werden kann. Verblödungsfunk in digitaler Qualität hat dagegen Hochkonjunktur, nicht nur beim Fernsehen. Spätestens wenn man sich das inhalts- und logikfreie Gestammel des SWR-Intendanten zur MW-Abschaltung angehört hat, weiß man, wie hohl die Politik ist, die (auch) hier gefahren wird. Was für ein Trauerspiel.

  • Peter Hohberg:

    Leider gewinnt mit der neuen DAB+-Technik das Format-(Dudel)Radio weiter an Boden.Nachdem MDR-Info und HR schon abgeschaltet wurden, gibt es jetzt im Raum Würzburg kein überregionales Infoprogramm mehr zu hören. Wirklich schade.. So kann ich jetzt mit dem Radio nur noch “schwarzen” CSU-Staatsrundfunk empfangen. Ich bekomme einen Würgreiz es bei alldem Gedudel und Heimatfunk-Geknödel, der ganzen bayrischen Gemütlichkeit und Volksverblödung.

  • Christoph T.:

    Ganz toll. Deutschland wird demnächst die erste, große Industrienation sein, die ohne Auslandsdienst auf Kurzwelle und ohne überregionales Mittelwellenradio dasteht. Das ist, weiß Gott, nun wirklich kein Ruhmesblatt !

    Nur die Beiträge für die GEZ, die steigen kontinuierlich…

    Die Alternative DAB+ ist natürlich ein Treppenwitz, da diese Totgeburt in ländlichen Gebieten, oder dort, wo es etwas hügelig wird, schlichtweg ebensowenig zu empfangen ist, wie das DVB – T Fernsehn.

    Dafür gibt es keinen Applaus von mir.

  • Thomas G.:

    Schaltet den Mittelwellesender Mühlacker wieder ein!

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