Steul: Neustart des digitalen Radios in Deutschland 2010

Seit April hat Dr. Willi Steul das Ruder des nationalen Rundfunks Deutschlandradio in den Händen. Der neue Intendant steuert mit seinen Sendern in eine digitale Zukunft, wie er im Interview mit dem „Meinungsbarometer digitaler Rundfunk“ verrät.

Dr. Willi Steul. Quelle: ©Deutschlandradio-Bettina Fürst-Fastré
Dr. Willi Steul. Quelle: ©Deutschlandradio-Bettina Fürst-Fastré

Bereits im kommenden Jahr soll das Deutschlandradio mit seinen Programmen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur in den 16 Landeshauptstädten über das neue Digitalradio zu hören sein. Drei Jahre später schon sollen 70% des Landes per DAB+ terrestrisch Radio hören können und das dank hohen Sendeleistungen auch innerhalb von Gebäuden.

Zwar sei die Qualität der digitalen Übertragungswege DVB-S, Kabelradio und Internet schon sehr hoch, jedoch seien diese Angebote mobil gar nicht, oder nur eingeschränkt nutzbar, so Steul. Eine Abhilfe soll DAB+ bieten. Dank „europaweit abgestimmten Empfängerprofilen“ müsse dann auch im europäischen Ausland nicht auf hochwertigen Klanggenuss verzichtet werden. Die Chancen für den neue digitalen Hörfunk seien mit dem neuen Übertragungsstandard DAB+ also sehr gut. DAB+ basiert auf dem Audiocodec AAC+ und wird derzeit in mehreren deutschen Städten getestet sowie auf Malta, in Australien, in Italien und in der Schweiz im Regelbetrieb eingesetzt. Weitere Nationen wie Schweden setzen auf DAB+, andere Staaten wie Frankreich planen die Einführung von DMB-Radio, ein weiterer Standard aus der DAB-Familie, der auch mit einigen DAB+-Radios wiedergegeben werden kann.

Steul fordert eine gute Signalabdeckung in den Zielgebieten: „(…) Für eine lückenhafte Digitalradio-Versorgung wird sich kein Hörer zu einem Umstieg bewegen lassen“. Gehen Steuls Pläne auf, so müsse er sich keine Sorgen mehr um viele UKW-Frequenzen machen,  da einige Sendelizenzen bereits 2015 auslaufen. Derzeit besteht das UKW-Netz des nationalen Hörfunks aus vielen kleinen und leistungsschwachen Sendern, sodass besonders beim mobilen Empfang oft Empfangsstörungen eintreten. Doch auch in Sachen Programmvielfalt wird DAB+ interessant: Vor wenigen Tagen nahm das Deutschlandradio eine wichtige Hürde zum Start des neuen, volldigitalen Programms „Deutschlandradio Wissen“. Dies berichtet die Onlineausgabe der Zeitschrift „Infosat“. Dieser Sender soll ausschließlich auf digitalen Wegen verbreitet werden und sich auch an ein jüngeres Publikum richten. Ob DRadio Wissen ebenfalls per DAB+ gesendet werden wird, ist derzeit noch unklar.

Weitere Informationen unter www.dradio.de und http://www.dr-m.info/Meinungsbarometer/download/Meinungsbarometer_Mai2009.pdf. (02.06.2009)

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