DRMplus-Test in Frankreich

Das Sendesystem „Digital Radio Mondiale“ beschränkt sich nicht nur auf die Frequenzbereiche der Lang-, Mittel- und Kurzwellen sondern kann auch auf UKW eingesetzt werden. Verwendet wird hier die modifizierte Version unter dem Namen „DRM+“. DRM+ wurde bisher in Hannover und Kaiserslautern getestet. Nun fand der weltweit dritte Test in Paris statt. Am vergangenen Donnerstag wurde vom Senderstandort Tour Pleyel auf 64.5 MHz ein Signal in diesem neuen Standard ausgestrahlt. In 10 Kilometer Entfernung, im Hauptsitz der französischen Regulierungsbehörde für

Tour Pleyel
Tour Pleyel

Medien CSA, befand sich die Empfangsstation. Trotz der niedrigen Sendeleitung von 400 Watt sei die Signalstärke „gut“ gewesen, wie das internationale DRM-Konsortium in einer Pressemitteilung erwähnt. DRM+ sei damit die perfekte Lösung für Rundfunksender, die nicht die Möglichkeit haben, sich einem überregionelen Multiplex anzuschließen. Diesen Sendern sei so der Weg frei für Ausstrahlungen in digitalem (5.1-)Sound und eventuell mit zusätzlichen Datendiensten. Die Bitraten von DRM+ liegen beim AAC+-Codec über 100 kbps. Realisiert wurde die Testsendung durch ein Team aus Kaiserslautern. Frankreich entschied sich bereits vor einigen Monaten für die digitalen Systeme DMB-Radio (basierend auf dem DAB-Standard) und Digital Radio Mondiale. Per Gesetz soll die Digitalradio-Verbreitung nun gefördert werden, neue Fahrzeuge sollen mit DMB-tauglichen Empfangsgeräten ausgerüstet sein. Auf die Ausschreibung für mehrere DMB-Multiplexe reagierten duzende Hörfunkveranstalter.  Auch die Vereinigung französischer Privatradios sprach sich für eine rasche Verbreitung des digitalen Hörfunks aus und forderte die Implemention von DRMplus-Empfangsteilen in neue Radios.

Währenddessen gerät der herkömmliche DRM-Standard für Lang-, Mittel- und Kurzwelle ins Straucheln. RTL Radio aus Luxemburg schränke seine Ausstrahlung auf Kurzwelle 6095 kHz und MW 1440 kHz massiv ein und sendet nun nur noch wenige Stunden täglich. Weiterhin planen zwar mehrere Sendeanstalten die Aufnahme von DRM-Sendungen (teilweise auf experimenteller Basis), inwiefern diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, bleibt jedoch fraglich.

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