Russland: Radio auf Rentierweiden

Große Ljachow-Insel im äußersten Norden von Russland. Foto: Boris Solovyev (cc-by-sa)
Nicht viel los, unbewohnt sogar: Die Große Ljachow-Insel. Andere Teile der Republik Jakutien sind auch nicht gerade dicht besiedelt, weshalb ein engmaschiges UKW-Sendernetz hier keinen Sinn ergibt. Mit Kurzwelle soll hier dennoch Hörfunk hörbar werden. Foto: Boris Solovyev (cc-by-sa)

Nicht überall sind moderne Medien und Smartphones bereits angekommen und etabliert, das dürfte jedem aufmerksamen Beobachter der internationalen Medienszene klar sein. Dass es aber Flecken auf der Erde gibt, in denen sogar UKW-Rundfunk nicht existiert – und auch kein anderes elektronisches Medium – dürfte manchen überraschen. Russland hat solche abgeschiedene Landstriche, etwa in Jakutien im Nordosten des Landes (offiziell bezeichnet als Sacha). In den nördlichen Teilen dieser Republik werde, so heißt es auf der Webseite der dortigen Regierung, noch ein „traditioneller, normadischer Lebenstil geführt“. Und für diese ablegen lebenden Menschen, hauptsächlich Fischer, Bauern und Jäger, soll jetzt wieder eine Radioversorgung aufgebaut werden: via Kurzwelle.Weiterlesen

Himmelsrauschen // Serial: Slow journalism

Antennensonnenuntergang

Presseschau

  • Infohäppchen! Immer kürzer, schneller, durchgängiger soll Radio werden. Verflachung! – Gegen diesen Trend schwimmen Podcasts – von denen mancher denken mag, sie würden ebenfalls nur weichgespülte Inhalte zum Mitnehmen sein. Der Podcast Serial aus den USA wurde im vergangenen Winter mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen. SZ-Autorin Catrin Lorch stellt in ihrem Artikel die preisgekrönte Produktion vor, in der journalistisch, aber doch ganz ungewohnt und anders erzählt wird. Viel ausführlicher, viel langsamer. „Slow Journalism“ quasi. Wann kommt das erste deutsche „Serial“, was sind deutsche Podcast-Hits? Gibt es die überhaupt schon?

Zu lesen auf sueddeutsche.de.

  • Eduard Maier, über 70 Jahre alt, nimmt von seinem Schrebergarten in München Kontakt mit der ganzen Welt auf. Als Funkamateur hatte er einst per Antenne Kontakt mit Hobbykollegen in der ganzen Welt. Viel geblieben ist davon heute nicht mehr, in einer digitalen Welt, in die fiepsende Morsezeichen und rauschende Verbindungen nicht hineinpassen. Auch wenn das Funken für Maier noch immer zu seinen liebsten Beschäftigungen gehört, wird einsam um ihn – nicht nur auf den internationalen Wellen, wie Hannes Vollmuth in seinem wunderschön-traurigen Artikel liebevoll beschreibt.

Zu lesen auf sueddeutsche.de mit SZ Plus oder für 79 Cent bei Blendle.

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Wenn Droitwich funkt, lebt Großbritannien

Sendeantennen in Droitwich. Foto: Bob Nienhuis
Sendeantennen in Droitwich. Foto: Bob Nienhuis / Wikimedia Commons.

Die skurrile Radio-Meldung des Tages.

Jeremy Corbyn ist Chef der britischen Labour-Party und will Premierminister werden. In einem vom Guardian veröffentlichten Bericht geht es unter anderem um seine Ablehnung von Atomwaffen. Und um die Szenarien, in denen die Nutzung von entsprechenden Raketensystemen von U-Booten aus doch erwogen bzw. empfohlen wird. Diese Szenarien seien seit dem Kalten Krieg so formuliert. Im einen Szenarium wird davon ausgegangen, dass Großbritannien weiterhin ein funktionierender Staat ist – im anderen geht man eben nicht mehr davon aus. Und ein Indiz dafür sei, so heißt es im Guardian-Text: Der Ausfall des Radioprogramms BBC Radio 4.Weiterlesen

Adieu, Mittelwelle: Ein Stück Radiokultur verschwindet

Einer der Mittelwellensender des BR steht auf dem Dillberg bei Nürnberg.
Einer der Mittelwellensender des BR steht auf dem Dillberg bei Nürnberg.

Der Abschied vom Mittelwellenrundfunk geht weiter: Am Mittwoch wird um 12.45 Uhr der Bayerische Rundfunk seine vier Sender abschalten, die auf 729 kHz und 801 kHz das Programm von Bayern plus übertragen. Zuletzt hatten nach allen anderen ARD-Anstalten der Norddeutsche Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk die Verbreitung ihrer Programme auf Mittelwelle eingestellt, sodass ab Mittwochnachmittag nur noch der Deutschlandfunk und der Saarländische Rundfunk (Antenne Saar) aus Deutschland auf diesem Frequenzbereich ihre Programme ausstrahlen werden, bis dann an Silvester auch diese Wellen abgeschaltet werden. Abgesehen davon sendet auch das American Forces Network (AFN), der Soldatensender der US-Streitkräfte, momentan noch mit schwacher Sendeleistung auf zwei Mittelwellenfrequenzen, will sich davon aber bis Ende des Jahres ebenfalls trennen.

Sind diese Abschaltungen gerechtfertigt?Weiterlesen