MDR-Hörfunkzentrale in Halle / Saale.

MDR-Hörfunkzentrale in Halle / Saale.

Sachen und Thüringen galten bisher nicht gerade als Hochburgen des Digitalradios. In den landesweiten Ensembles wurden bisher ausschließlich die Programme des Deutschlandradios und das digitale Sonderprogramm “MDR Klassik” des Mitteldeutschen Rundfunks übertragen. Nachdem Ende Januar mit “DRadio Wissen” ein neues Programm auf diesem Verbreitungsweg startete, wird das Angebot nun um zwei, in Sachsen gar drei neue Programme ergänzt.

“MDR Info” und “MDR Sputnik” sind in beiden Bundesländern nun im neuen, digitalen Verbreitungsstandard DAB+ empfangbar. DAB+ verwendet den Kodierungsstandard “AAC+”, der bereits auch schon bei Internetlivestreams oder Musikdownloads Verwendung findet. In der Schweiz, auf Malta, in Australien, Italien, Ungarn und Polen wird dieser neue Standard bereits zur Hörfunkübertragung eingesetzt. Der Mitteldeutsche Rundfunk strahlt in Teilen seines Sendegebietes über dieses System nun also sein Informationsradio und sein beliebtes Jugendprogramm aus. Wie aus einer Presseinformation des MDR hervorgeht, sollen bald auch in Sachsen-Anhalt beide Programme über das dort schon recht gut gefüllte DAB-Bouquet zu hören sein.

In Sachsen ist zudem noch ein weiterer, neuer Service über DAB+ zu hören. Hierbei handelt es sich um das Fußballradio “90elf”, welches bereits in der Vergangenheit durch seine Digitalradio-Aktivitäten auf sich Aufmerksam machte. Nun ist das Programm, ebenfalls im neuen DAB+-Standard, in einigen Regionen Sachsens zu hören (damit hier exklusiv terrestrisch, da sonst nur als Livestream empfangbar) und sorgt mit den anderen Neuankömmlingen für Frühlingsgefühle im DAB-Radio. Wer die neuen Programme empfangen will, muss jedoch darauf achten, dass das Radio das Label “DAB+” trägt. Dies ist meist in der Bedienungsanleitung, auf dem Datenblatt oder der Gerätefront vermerkt. Die seit Ende der Neunzigerjahre verkauften “DAB”-Radios empfangen keine DAB+-Sender, sie können den Ton der Programme nicht wiedergeben.

In seiner Pressemittleilung erinnert der Mitteldeutsche Rundfunk darüberhinaus auch an den Plan der ARD, ab 2011 ein bundesweites Digitalradioangebot auf die Beine zu stellen. Hierzu werde von allen ARD-Anstalten ein Konzept zum DAB-Neustart vorgelegt, welches auch neueste Technologien wie Handy-TV oder W-LAN-Radio einschließen soll.

Presseinformation des MDR: http://www.mdr.de/presse/hoerfunk/7068532.html, Information des MDR zum DAB-Empfang: http://www.mdr.de/mdr-klassik/empfang/178117.html, Informationen der Media Broadcast GmbH zum Aufbau des bundesweiten DAB+-Netzes (inkl. PDF-Broschüre): http://www.media-broadcast.com/hoerfunk/digital-radio.html. Fotoquelle: Rolf Lotys (Bild veröffentlicht unter Creative Commons mit Namensnennung)

Wohin geht's mit der Stimme Amerikas?

Wohin mit den Sendungen der Stimme Amerikas?

Mögen Sie gesungene Jingles? Ja? Gesungene Jingles sind toll, irgendwie wirken sie fröhlich, locker, spaßig. Die Stimme Amerikas, kurz VoA, hat solch Programmelemente. Durch die Kurzwellensender gezwirbelt klingen diese gesungenen Begrüßungsklänge dann gar noch etwas heimeliger, wärmer und einladender und werden durch eine sonore Herrenstimme abgerundet: “Coming to you from Washington, D.C.: This is the Voice of America”. Ganz so fröhliche Neuigkeiten vermeldete der Medienspezialist Glenn Hauser aber leider nicht.

Nicht nur direkt aus den Vereinigten Staaten kommt die Voice of America in die gigantische Masse an Kurzwellenradios dieser Welt. Relaisstationen in Deutschland, auf den Philippinen, auf Sri Lanka, in Kuwait, Botswana oder auch Thailand empfangen das Programm via Satellit und strahlen es dann für ihre Region erneut ab. Dadurch wird der Empfang im Zielgebiet natürlich massiv vereinfacht.

Wie die meisten Auslandsstationen musste auch die VoA in den letzten Jahren starke finanzielle Kürzungen hinnehmen. Die Beendigung zahlreicher Sprachdienste, darunter auch die des deutschen, sind wohl die populärsten Veränderungen, die der amerikanische Rotstift mitsich brachte. Doch auch einige Relaisstationen wurden geschlossen, Stationen, deren Verlust man anscheinend verschmerzen konnte. Darunter die Mittelwellensender in Ismaning bei München, die Sendestation Kavala in Griechenland oder der Relaissender in Marokko. Als nächstes wird wohl der bekannteste Senderstandort den Sparplänen zum Opfer fallen: Greenville, North Carolina, USA. Damit enden am 30. September 2010 die letzten Sendungen der Stimme Amerikas, die tatsächlich auch aus den USA ausgestrahlt werden, nutzt die VoA doch sonst ausschließlich Relaissender in Übersee.

Greenville – Traditionsreicher Senderstandort, mit überwiegend ebenso traditioneller Technik. Doch erst im vergangenen Jahr wurde an diesem Standort durch Techniker des Missionssenders “Radio HCJB” neues, digitales Sendeequipment installiert, über welches bereits DRM-Sendungen ausgestrahlt wurden - auch nach Europa. Diese konnten von verschiedenen Kurzwellenhörern in guter Qualität empfangen werden, obwohl die Sendeleistung mit nur 8 kW relativ gering war. Sendungen in herkömmlicher, analoger Modulation von diesem Standort sind z.B. VOA English, Special English (Bildung), Radio Martí (für Kuba), VoA Creole (für Haiti) sowie weitere Sendesprachen und auch Relaissendungen des niederländischen Funks RNW. Was mit diesen Sendungen ab Oktober 2010 geschieht, ist noch unklar.

Glasklar aber: Der internationale Auslandsfunk schlägt einen strammen Kurs ein, der voll ist von Reformen und Einsparungen. Den Wegfall der Transmitter in Greenville scheint man verschmerzen können – schade und traurig. Aber wahr, wohl.

Nachfolgend ein Bericht des TV-Senders WNCT mit Bildern aus einem Teil der Sendestation Greenville anlässlich der erweiterten Sendungen nach Haiti, die von hier aus ausgestrahlt werden.

Fotoquelle (und weitere Aufnahmen): http://www.flickr.com/photos/rocknrun/sets/72157615112308229/ Flickr-User “rocknrun”. Nachrichtenquelle: Glenn Hauser am 1.2.2010 in DX LISTING DIGEST (DXLD).

Sitz des tschechischen Rundfunks

Sitz des tschechischen Rundfunks in Prag. Foto: rozhlas.cz

 

Es ist ein hin und her – und das zum Glück: Noch im Herbst 2009 wurde aus der tschechischen Hauptstadt verkündet, dass der Auslandsdienst “Radio Prag” ab 2010 seine Sendungen komplett ins Internet verlagern und respektive seine Kurzwellensendungen einstellen würde. Damit wäre auch das Aus des Sendezentrums Litomýsl besiegelt gewesen, dessen einziger Kunde genannter Auslandsdienst ist. 

Im Dezember dann partielles Aufatmen: Die Programme des Auslandsfunks in Deutsch, Englisch, Tschechisch, Spanisch, Russisch und Französisch würden weitergeführt, auch auf Kurzwelle, zumindest bis Ende Januar 2010. Solange halte das tschechische Außenministerium den Geldhahn geöffnet. Für die traditionsreiche Sendestation Litomýsl allerdings sei das Ende nahe, denn man wolle seine Sendungen über günstigere Relaisstationen im Ausland ausstrahlen. Nun im Januar brachte der französische Dienst in seiner regelmäßigen Hörerpostsendung eine neue Botschaft: Litomýsl würde on the Air bleiben, wahrscheinlich aber mit Einschränkungen (man munkelt über eine Reduzierung des Senderhythmus der einzelnen Sprachdienste, die derzeit je 4 Mal am Tag ausgestrahlt werden) und zum Ausgleich würde den Sendungen über die Relaissender im Ausland der Stecker gezogen. Demnach würden folgende Sendeanlagen ab 01.02.2010 die Programme des tschechischen Auslandsrunfunks nicht mehr wiederausstrahlen: Woofferton, Großbritannien (DRM-Sendung); Duschanbe, Tadschikistan; Miami, Florida; Sines, Portugal; English Bay, Ascension Island. 

Kommt Radio Prag also mit einem blauen Auge davon?

Der neue Sendeplan: http://www.radio.cz/de/static/radio-prag-hoeren/sendeplan-neu#de

Unverändert fortgeführt werden die Onlineangebote unter www.radio.cz bzw. www.radio700.info

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Nachdem sich der erste Neustart für das digitale Radio DAB+ in Deutschland  zum Fehlstart entwickelte, plant ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust einen zweiten Anlauf. Dies berichtet die Onlineausgabe der Infosat unter Berufung auf das “Meinungsbaromenter Digitaler Rundfunk”. Die Komission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wies den ersten Antrag von Anfang 2009 ab. Boudgoust wäre anscheinend schon zufrieden, würde es  irgendwie überhaupt mit dem digitalen Radio endlich auch in Deutschland klappen. Da nimmt er auch Einschränkungen in Kauf, gab er auf dem “Radio Plus”-Kongress zu wissen: “Wir werden DAB nicht bis ins letzte Seitental bringen”, wird der ARD-Boss vom “Meinungsbarometer” zitiert. Fraglich ist nun, ob damit nicht der eigentliche Sinn von DAB verloren geht – sollte sich das System doch gerade durch störungsfreien Empfang beispielsweise auch auf langen Autofahrten auszeichnen und mehr Programme in schlechter versorgte Gebiete bringen.

Team von DRadio Wissen

Das Team von DRadio Wissen. Fotoquelle: www.dradiowissen.de

Inzwischen wurden weitere Abschaltungen von DAB-Sendestationen in Deutschland in dem Onlineforum von ukwtv.de gemeldet. So sei das DAB-Netz in Thüringen bereits ausgedünnt, auch in Niedersachsen gäbe es Einschränkungen im Empfang. Doch das Programmangebot könnte sich in den nächsten Monaten verbessern. Der MDR, so munkelt man, wolle in einigen Gebieten sein Angebot um ein paar neue Sender ergänzen, vielleicht auch bereits im neuen DABplus-Standard. Auch beim Bayrischen Rundfunk rumort es, das eigene, bayernweite DAB-Ensemble im Kanal 11 könne bald starten.

Bereits heute am Freitag in einigen DAB-Netzen auffindbar sei das neue digitale Programm aus Köln, DRadio Wissen. Am kommenden Montag beginnt um 06.00 Uhr in der Früh der reguläre Sendebetrieb auf DVB-S, DVB-C, im Internet bei http://www.dradio.de/streaming/dradiowissen.m3u sowie eben auch auf DAB. Auch auf der digitalen Mittelwelle 855 kHz (DRM) wurde bereits der Trailer zum Sendestart beobachtet.

 

DAB-Radios auf der IFA

DAB-Radios auf der IFA. Foto: IMDR

Zum Jahreswechsel warteten zwei Rundfunkanstalten mit Überraschungen für Digitalradiohörer auf.

Die Stadt Berlin genießt nicht nur ihren Titel als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, nein, sie ist auch gewissermaßen die Rundfunkhauptstadt des Landes mit ihrem mannigfaltigen Radioangebot. Doch ausgerechnet Berlin steht in Bezug auf den digitalen Hörfunk etwas ärmer dar. Nicht nur auf DVB-T-Radio schrumpfte das Angebot wieder (Antenne Bayern, Star FM, OldieStar, Energy, FFN und 2255 Gewinnradio schalteten lt. einem Eintrag im Forum von ukwtv.de ab), auch im DAB-Kanal gab es Änderungen: der RBB zog sich komplett zurück. Das war nicht bekannt, aber abzusehen, befindet sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg doch in einer finanziellen Schieflage und reduzierte daher schon im vergangenen Jahr die Übertragungsrate seiner Programme Fritz, Radio Eins, Antenne Brandenburg, Inforadio und Kulturradio. Der zweite Schritt, die komplette Abschaltung – keine große Überraschung.

Die eigentliche Überraschung kommt aber nicht aus dem RBB-Funkhaus, sondern vom Hans-Rosenthal-Platz, auch in Berlin. In einem Interview mit dem Onlinedienst Digitalmagazin.info versicherte ein Sprecher des Deutschlandradios: Ja, es werde weitergehen mit der DAB-Verbreitung. Abschaltungen der beiden Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur wurden bisher nicht vorgenommen, der Rotstift sei aber aber bereits in seiner fiesen Streichstellung. In einigen Regionen Deutschlands sei dann Schluss mit den beiden Programmen des nationalen Hörfunks auf DAB. In welche Regionen weiter DRadio gehört werden könne, nannte der Sprecher jedoch noch nicht.  Einzig Rheinland-Pfalz und Hessen scheinen bisher “gesichert”, in letzterem beschränkt sich die Ausstrahlung aber auf die Städte um die Senderstandorte Frankfurt und Großer Feldberg, alle anderen wurden planmäßig abgeschaltet. Man sei noch am Diskutieren, der DRadio-Sprecher weiter, wolle aber noch in diesem Monat konkreter werden und die Digitalradiohöreschaft dann zügig die (Hiobs-)Botschaften überbringen.

Neu ist, dass das Wissensradio “DRadio Wissen” auch terrestrisch verbreitet werden soll, ganz sicher - und zwar genau über dieses abgespeckte DAB-Sendernetz welches noch nicht fertig geplant sei. Doch auch wer weiterhin das Deutschlandradio empfängt wird die Einsparungen zu spüren bekommen, nämlich in einer verminderten Tonqualität, die die Übertragungskosten senkt. Am 18. Januar 2010 soll dann DRadio Wissen starten. Produziert wird das neue Programm im Funkhaus Berlin und ist ausschließlich auf digitalen Verbreitungswegen (Digital-Satellit, DAB, Digital-Kabel, Internet) empfangbar.

www.dradiowissen.de

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Ab Freitag, den 1. Januar 2010 wird Belgien nicht mehr mit Rundfunksendungen auf Kurzwelle präsent sein. Denn morgen beendet der wallonische Auslandsdienst RTBF International seine Kurzwellenausstrahlungen. Als Abschalttermin nennt man 22:15 Uhr UTC, das entspricht 23.15 Uhr Mitteleuropäische Zeit, die letzte Frequenz wird die 9970 kHz sein. Dann legt man an der Sendestation Wavre den Schalter um – und ein Kapitel der europäischen Rundfunkhistorik wird beendet. Ebenfalls eingestellt werden die digitalen Versuchssendungen auf 9925 kHz (DRM).

Ab 2010 kann man das Programm im Internet, in Kinshasa auf UKW, über den Satelliten AB3 (nur in Afrika) oder auf Mittelwelle 621 kHz (ebenfalls via Wavre) in Europa hören.

Im Frühjahr 2009 hatte sich der flämische Sender RVi (Radio Vlaanderen Internationaal) von seinen Kurzwellenfrequenzen verabschiedet, die allerdings bereits über Sendeanlagen in Russland ausgestrahlt wurden. Die Sendungen in Fremdsprachen endeten schon im März 2005 und wurden durch ein Internetangebot ersetzt.

Quelle: http://www.rtbfi.be/rtbf_2000/bin/view_something.cgi?id=0189874_sac. Online-QSL und Kontakt: http://www.rtbfi.be/rtbf_2000/bin/view_something.cgi?id=0189903_sac. Deutschsprachige Internetseite der VRT / RVi: www.flanderninfo.be.

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