
Ob durch diese Drähe je wieder Kurzwelle dringt, ist ungewiss: Feeder in Sines
Ende Oktober 2011 veränderte die Deutsche Welle die Struktur ihres Hörfunkangebots massiv. Größter Schritt war bei diesem Vorgang die Reduzierung des deutschen Radioprogramms auf eine kleine Auswahl an Podcasts. Alle anderen Verbreitungswege, inkl. Satellit und Kurzwelle fielen weg. Die Sendungen im AM-Radiobereich wurden generell reduziert.
Gleichzeitig beendete der deutsche Auslandsrundfunk zusätzlich seine Aktivitäten in Sri Lanka und Portugal und schloss seine dortigen Relaisstationen, die zur Wiederausstrahlung der DW-Sendungen auf Mittel- und Kurzwelle verwendet wurden. Anfang Januar beobachteten indische Kurzwellenhörer jedoch erneute Sendungen von der Sendestation in Trincomalee, Sri Lanka, über die bis 31.10.2011 regelmäßig analoge und digitale Programme der Deutschen Welle abgestrahlt wurden. Ausgestrahlt wurde nach Angaben in der DXLD-Community eine Test-Ansageschleife auf Mittelwelle 1548 kHz. Warum die Sendestation auf Sri Lanka nun erneut auf Sendung war, war unbekannt.
Des Rätsels Lösung ist einfach: Zum Jahreswechsel ging die Anlage an den Rundfunk Sri Lankas “SLBC” über. Noch bis Mitte des Jahres wird die Station an die Bedürfnisse der SLBC angepasst, sodass diese sie im Anschluss ggf. regelmäßig nutzen kann. Bei diesem Prozess wird der Rundfunk Sri Lankas durch fünf Techniker der Deutschen Welle unterstützt. Dass die SLBC die Sendeanlage Trincomalee tatsächlich nutzen wird, ist wahrscheinlich: Nach Angaben der DW wurden alle 65 Mitarbeiter von ihrem neuen Arbeitgeber übernommen.
Genauso erfreulich sah es für die Mitarbeiter der DW-Relaisstation in Sines, Portugal, jedoch nicht aus. Gegenwärtig wurde noch kein konkreter Käufer von der Deutschen Welle für die aus mehreren Drehstandantennen bestehende Anlage gefunden, nachdem die portugiesische Aufsichtsbehörde von ihrem Vorverkaufsrecht keinen Gebrauch machte. Dies teilte die Deutsche Welle heute mit. Den vierzehn Mitarbeitern am Standort Sines wurde bzw. wird eine Abfindung gezahlt, schließlich werden sie aller Voraussicht nach nicht mehr für die in den siebziger Jahren Sendeanlage arbeiten – außer ein neuer Eigentümer übernimmt sie überraschend. Das “Sri-Lanka-Modell” ist in diesem Fall unwahrscheinlich: Der portugiesische Rundfunk RTP sieht sich finanziellen Schwierigkeiten und Umstrukturierungen ausgesetzt, hat seine Kurzwellensendungen vom eigenen Sendestandort nahe Lissabon im Mai vergangenen Jahres beendet und demnach vermutlich kein Interesse mehr an der erst vor rund 10 Jahren renovierten DW-Anlage. Nach Angaben des portugiesischen Kurzwellenhörers und ehemaligen DW-Mitarbeiters Carlos Gonçalves gab es vor einigen Jahren durchaus Pläne von RTP, die Deutsche-Welle-Anlage in größerem Umfang zu nutzen, da sich die RTP-eigenen Antennen dem Bau eines neuen Flughafens ausgesetzt sahen. Ein Wechsel der “RDP Internacional”-Sendungen nach Sines wäre sinnvoll gewesen, hätte RTP an der Kurzwelle festgehalten. Angeblich soll es kurzzeitig ebenfalls Überlegungen gegeben haben, in Sines einen Mittelwellensender zu installieren. Nun ist die Zukunft der Sendeanlage ungewiss.
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Weiterführende Informationen:
- RDP setzt Kurzwellensendungen aus: http://www.dxaktuell.de/?p=1747
- Adieu, DW: Ein Rundfunkriese schaltet ab: http://www.dxaktuell.de/?p=2067
- Abschiedsvideo von Mitarbeitern des DW-Relays Sines (in Deutschland nur über Proxy aufrufbar) : http://youtube.com/watch?v=eJJHkARrE8s
- TV-Bericht zum Bau der Sendeanlage Sines: http://www.euscreen.eu/play.ht…7CEA3F
- Das Foto zeigt die Hochfrequenzzuleitungen (Feeder) zu den Antennen (s. Foto im 2. verlinkten Artikel) am Relais Sines

Das Funkhaus von Radio Bulgarien in Sofia.
Der bulgarische Auslandsrundfunk “Radio Bulgarien” wird seine Ausstrahlungen auf Kurzwelle beenden. Dies geht aus einer E-Mail der englischen Redaktion des Senders hervor, die in der DXLD-Community veröffentlicht wurde. Nach Angaben in dieser Nachricht sei stattdessen eine Ausdehnung des Angebots im Internet und via Satellit in Planung, während sich der bulgarische Rundfunk starken Sparplänen ausgesetzt sieht und den bisherigen Kurzwellenbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten kann.
Nähere Angaben zur Kurzwelleneinstellungen seien noch nicht bekannt, heißt es. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die Sendungen zum letzten Mal am 31. Januar 2012 laufen werden, wie ein französischer Hörer in DXLD unter Berufung auf den Französisch-Dienst meldete. Bereits eingestellt wurden die DRM-Aussendungen vom Standort Kostinbrod, der inzwischen gar nicht mehr vom bulgarischen Rundfunk genutzt wird. Alle Ausstrahlungen kommen derzeit noch aus dem Ort Plovdiv.
Das deutsche Programm von Radio Bulgarien ist derzeit noch zu folgenden Zeiten über Kurzwelle in Europa zu hören:
0630-0700 UTC: 7400, 9400 kHz
1730-1800 UTC: 7400, 9700 kHz
2000-2100 UTC: 5900, 7400 kHz
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- Homepage des deutschen Programms: http://bnr.bg/sites/de/Pages/default.aspx
- Auszug aus dem ehemaligen Sendeplan der Station in Kostinbrod: http://www.dxaktuell.de/?p=2132
- Initiative “Save Radio Bulgaria”: http://www.saveradiobulgaria.com/
- Fotoquelle: Todor Bozhinov, Weitergabe unter Creative-Commons-Lizenz (s. Link für mehr Details)
Das Digitalradio DAB+ ist seit August 2011 mit einem bundesweit einheitlichen Sendernetz auf Sendung – das heißt, so einheitlich ist es keinesfalls. Gegenwärtig sendet das Boquet, das in den Receivern auf den Namen “DR Deutschland” hört, auf drei verschiedenen Kanälen: 5A an einigen Standorten im Südwesten des Landes, 5C im Norden, Osten und in NRW sowie 12A in der Region Daun. Autoradios ohne automatische Frequenzumstellung müssen also teils mühsam mit einem Sendersuchlauf bei einer Autofahrt durch verschiedene “Digital-Inseln” auf Empfang gebracht werden. Neue Frequenzumstellungen müssen oft international koordiniert werden – so auch bei DAB+. Der Sendernetzbetreiber, die Media Broadcast GmbH, kündigte nun an, nun endgültig in ganz Deutschland auf Kanal 5C senden zu wollen: “Die Sender, die noch nicht auf Kanal 5C senden, also in Baden-Württemberg, im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen, werden bis Ende Februar auf diesen Kanal umstellt”, so ein Sprecher des Unternehmens. Der Sendestandort Stuttgart sei bereits auf 5C umgestellt.
Überdies berichtet die “Eifelzeitung” in ihrer Onlineausgabe über die Inbetriebnahme eines neuen 10 kW-Senders auf Kanal 5C am Standort Kirchweiler-Scharteberg, der die bisherige Ausstrahlung mit 0,5 kW auf Kanal 12A ersetzen wird. Offizielle Details zur Inbetriebnahme weiterer Sendestandorte, die dann Versorgungslücken, wie etwa also noch zahlreiche Autobahnstrecken, schließen könnten, wurden bisher nicht bekanntgegeben. Jedoch nahm die Bundesnetzagentur die Koordinierung von zahlreichen neuen Senderstandorten für das bundesweite Digitalradio vor, sodass 2012 weitere Regionen mit DAB+ versorgt werden.
Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde neben dem Sender nahe Daun auch in Schwerin das nationale Digitalradio gestartet. An dieser Stelle finden Sie eine entsprechende Reichweitenkarte des Sendernetzbetreibers. Sie bildet jedoch nur den aktuellen Ausbaustatus auf den Kanälen 5A und 5C ab. (Klick auf die Karte zum Vergrößern der Anzeige)
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Weiterführende Informationen:
- Bericht der “Eifelzeitung”: http://www.eifelzeitung.de/?artikel=67491
Am vergangenen Donnerstag erweiterte der Norddeutsche Rundfunk sein Programmangebot im Digitalradio um die drei Radiowellen “NDR Info Spezial”, “NDR Musik Plus” und “NDR Traffic”. Letztgenannter Kanal strahlt unverändert, also wie vor der Umstellung auf den neuen Standard DAB+, gesprochene Verkehrshinweise aus. Wie dieses Angebot werden auch die folgenden Programme offiziell noch im Rahmen eines Testbetriebs ausgestrahlt.
Im Gegegensatz zum gestrigen Sendetag ist nun auch “NDR Info Spezial” korrekt auf Sendung, nachdem gestern aufgrund eines Schaltfehlers irrtümlich noch das reguläre Programm der NDR-Infowelle zu hören war. Nun können auch über DAB+ die Sendungen von “Funkhaus Europa”, d.h. Programme mit europäischem Themenschwerpunkt am Nachmittag und Sendungen in Fremdsprachen am Abend, die Seewetterberichte, das Hafenkonzert aus Hamburg und Sonderübertragungen, etwa von Sportveranstaltungen, empfangen werden. Die genauen Programmpläne zu “NDR Info Spezial”, das terrestrisch sonst nur auf Mittelwelle zu empfangen ist, werden auf der sendereigenen Homepage publiziert.
Neuigkeiten gibt es in Bezug auf den Musiksender “NDR Musik Plus” zu vermelden. Dieser Kanal, der ursprünglich mit erweitertem Programm und unter dem Namen “NDR Blue” starten sollte, wird im Rahmen des Testbetriebs nach ähnlichem Schema betrieben, wie vor der Einführung von DAB+, also mit begrenztem Sendeplan. Nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks wird “NDR Musik Plus” derzeitig wie folgt, hauptsächlich mit Wiederholungen aus dem Nachtprogramm von “NDR Info” gestaltet:
06.00-10.00 Uhr: Nightlounge
10.00-12.00 Uhr: Nachtclub
12.00-16.00 Uhr: Nightlounge
16.00-18.00 Uhr: Nachtclub
18.00-22.00 Uhr: Nightlounge
22.00-00.00 Uhr: Auswahl aus Musiktiteln der “Nightlounge”
00.00-06.00 Uhr: Musikprogramm NDR Info
Jeweils zur vollen Stunde werden live Nachrichten ausgestrahlt.
Da sich “NDR Musik Plus” offiziell im “Testbetrieb” befindet, ist davon auszugehen, dass möglicherweise später noch Modifikationen am Programmschema und am Sender selbst vorgenommen werden. Dies zeigte sich auch bereits darin, dass sich der Slogan des Programms kurzfristig änderte. NDR-Moderator Peter Urban verkündet vor den Nachrichten nun nicht mehr den Claim “Meet the Music”, wie er aus internen Plänen zu “NDR Blue” hervorging, sondern neuerdings “Klingt nach mehr”.
Zu bemerken ist außerdem, dass jedes NDR-Programm im Digitalradio über eine eigene Diashow verfügt, die etwa mit dem NOXON-DAB-USB-Stick oder dem PURE Sensia, also Geräten mit Multimedia-Anzeige, dargestellt werden können. Ein weiterer Datendienst via DAB+ ist in Vorbereitung
Nach NDR-Angaben kann das norddeutsche Digitalradio auf rund einem Drittel des NDR-Sendegebiets empfangen werden.
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Weiterführende Informationen:
- Programmschema NDR Info Spezial: http://www.ndr.de/info/programm/vorschau_ndrinfo_spezial/
- Livestream NDR Musik Plus: http://www.ndr.de/radio/livestream381.html
Seit Herbst 2011 sendet der Kurzwellendienst von Radio 700 nicht nur auf den Kurzwellenfrequenzen 6005, 5980 und 6085 kHz, sondern ebenfalls im 75 Meterband auf 3995 kHz. Diese Frequenz wird für den ecuadorianischen Missionssender “Radio HCJB” betrieben, der damit Hörerinnen und Hörer in Mitteleuropa erreichen wird. Das Programm besteht unter anderem aus deutschen, plattdeutschen, spanischen und englischen Sendungen und wird täglich aktualisiert.
Nach Informationen von Radio 700 wurde die Sendetechnik am Sendestandort Kall-Krekel (Eifel) kürzlich um eine neue Senderöhre erneuert. Zur Schonung dieser wurde der Sendeplan erweitert, da das An- und Abschalten der Kurzwellensender die Röhrentechnik stark belastet. Zusätzlich zum Programm von “Radio HCJB” wird nun mit erweitertem Sendeplan “Radio 700 – Schlager & Oldies” in den Programmpausen ausgestrahlt. Dabei handelt es sich gleichzeitig auch um einen Reichweitentest, sodass Hörerinnen und Hörer Empfangsberichte an Radio 700 schicken können, um diesem Sender und HCJB die Frequenzplanung zu erleichtern. Nachfolgend der aktuelle Sendeplan in UTC-Weltzeit (+1 Stunde für MEZ).
Montag-Sonntag 0500-0900 UTC: Radio HCJB
Montag-Sonntag 0900-1100 UTC: Radio 700
Montag-Sonntag 1100-1600 UTC: Radio 700
Montag-Sonntag 1600-2000 UTC: Radio HCJB
Montag-Sonntag 2000-2100 UTC: Radio 700
Eventuelle Änderungen werden auf der Homepage des Kurzwellendienstes (s.u.) angegeben.
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Weiterführende Links:
- Gesamtsendeplan Sendestation Kall-Krekel: http://www.shortwaveservice.com/?page_id=27
- Radio HCJB: http://www.hcjb.de
- Bildquelle: Radio 700

"Klingt nach mehr" - NDR Musik Plus startete im Digitalradio. Bildquelle: Slideshow NDR Digitalradio
Der Norddeutsche Rundfunk erweiterte heute sein Angebot im Digitalradio DAB+. Wie bereits im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, wurde die Programmpalette in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein um drei weitere Kanäle ergänzt:
- “NDR Traffic”, gesprochene Verkehrsnachrichten rund um die Uhr (48 kbps Stereo)
- “NDR Info Spezial”, eine bereits auf Mittelwelle empfangbare erweiterte Version des NDR-Info-Programms. Zu bestimmten Zeiten wird das Programm für Sondersendungen wie etwa Sportübertragungen, Übernahmen von Funkhaus Europa auf Deutsch und in Fremdsprachen oder Seewetterberichten auseinandergeschaltet. (96 kbps Stereo)
- “NDR Musik Plus”, derzeit Wiederholungen des Musikprogramms aus den nächtlichen Sendestrecken von “NDR Info” sowie live-Nachrichten.
Alle Programme des NDR senden im Standard DAB+ und bieten außerdem eine Slideshow, die von multimediafähigen Radios angezeigt werden kann.
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Weiterführende Informationen:
- Livestream von NDR Musik Plus: http://t.co/C2HtLCm8
Allen Leserinnen und Lesern ein frohes Neues Jahr 2012!

Und jetzt zurück an die heimischen Rundfunkempfänger.
